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Zähne zusammengebissen, aber die Freude am Bergmarsch nicht verloren: Gebirgsjäger steigen durch Wolkenbruch auf

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Universaltrage im Gepäck
Für den Notfall am Berg alles dabei: Eine Gruppe der 2. Kompanie klettert mit Universaltrage im Gepäck hinauf. © Hauptmann Hermann Pape, 2./GebJgBtl 233

Mittenwald – Stürmisches und gewittriges Bergwetter kann einen Gebirgsjäger nicht aus der Ruhe bringen: Alpspitze und Estergebirge zeigten sich von ihrer launischen Seite, als die Soldatinnen und Soldaten vom Stabszug und von der 2. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 233 in Mittenwald ihre mehrtägigen Gebirgsleistungsmärsche bei Garmisch-Patenkirchen absolvierten.

Im Nebel gerade noch die Hand vor den Augen sehend und im strömenden Regen erklommen die Soldaten des Stabzuges am ersten Tag ihres zweittägigen Leistungsmarsches von Hammersbach aus über die Höllentalklamm die Rinderscharte unterhalb der Alpspitze. Die gute Laune ließen sich die Soldaten dennoch nicht nehmen: So kam der lang ersehnte Lichtblick am Nachmittag. Die dichte Wolkenwand lichtete sich. So fand noch eine Abseilausbildung an der Felswand am Biwak-Platz vor dem Bernadeinkopf statt. Vom wechselhaften Wetter ließ sich niemand beirren: Am nächsten Morgen bestiegen die Soldaten in angelegter Kletterausrüstung die Alpspitze über den Ferrata-Steig. Hinab ins Tal ging es dann über den Ostgrat.

Einen Tag früher brach die 2. Kompanie zu ihrem dreitägigen Leistungsmarsch auf. Die Marschroute führte zuerst bei Sonnenschein von Eschenlohe hinauf zur Hohen Kiste. Ein Gewitter nistete sich jedoch im Estergebirge ein, so dass die Route am Oberen Rißkopf geändert werden musste. Nach einer Nacht im Biwak bei strömendem Regen und Gewitter ging es am folgenden Tag zum Hohen Fricken und zur Hinteren Esterbergalm, wo erneut biwakiert wurde. Der Abstieg erfolgte am dritten Tag über den Zunderkopf nach Krün. Auf der Marschstrecke hatten die Soldaten einige Ausbildungsstationen zu absolvieren: Nicht nur das Ab- und Anseilen wurde geübt, sondern neben der Verwundetenversorgung auch die Bergrettung von Verwundeten mit der Universaltrage UT 2000. Die unsichere Wetterlage erforderte mehrere Male Seilgeländer am Felsen anzulegen, an denen sich die Soldatinnen und Soldaten sicher entlang bewegen konnten. Der dreitägige Bergleistungsmarsch wäre nicht möglich gewesen, ohne die freundliche Unterstützung der Almbesitzer, der Schäfer und der Kommunen.

Sebastian Krämer/GebJgBtl 233

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