Den Ort Den Ort der Zukunft anpassen – Konzept zur Dorferneuerung Krün soll auch dem demografischen Wandel Rechnung tragen

Thomas Schwarzenberger und Josef Holzmann. Foto: Wehmeier

Die erste öffentliche Veranstaltung zum Thema „Dorferneuerung“ brachte fast 300 Krüner Bürger ins Kurhaus. Bürgermeister Thomas Schwarzenberger war sichtlich erfreut über das große Interesse am neuen Projekt. „Denn der Schwerpunkt zur Dorferneuerung sei die Dorfentwicklung mit Bürgerbeteiligung“.

Im Januar hatte der Gemeinderat bereits beschlossen, beim Amt für ländliche Entwicklung (ALE) eine „Dorferneuerung“ zu beantragen, um auch in den Genuss von 50 Prozent Förderung zu kommen. Es geht Schwarzenberger nicht nur um ein „Dorf-Facelifting“ mit Verschönerung des Dorfkerns, zumal das Anwesen der ehe- maligen Metzgerei Froschmayer durch die Gemeinde günstig erworben werden konnte, oder den 100 Quadratmeter freien Kirchplatz, es geht ihm auch um eine demografische Entwicklung des Ortes. „Voraussichtlich haben wir 2021 etwa 15 Prozent mehr Bürger über 65 und gleichzeitig 30 Prozent weniger der unter 18-Jährigen.” 12 Geburten in einem Jahr und 18 bis 20 Sterbefälle, das sei keine positive Bilanz. In Garmisch-Partenkirchen machten ca. 80 Prozent ihr Abitur, gehen zum Studieren in die großen Städte und kommen danach nicht mehr zurück. Wie schafft man Ausbildungs- und Arbeitsplätze für junge Familien im Dorf? Daneben, so der Bürgermeister weiter, gebe es auch wichtige bauliche Veränderungen, wie die Umgestaltung des Rathausvorplatzes und des wenig benutzten Lesesaals. Auch wäre eine zusätzliche Fußgängerbrücke über den Isarkanal für den spazierenden Touristen attraktiv. Und schon lange fehlt eine Behindertentoilette im Rathaus. Immer wieder müsse man sich fragen, was ist wirklich wichtig und auch zeitgemäß? Josef Holzmann, Abteilungsleiter der Land- und Dorfentwicklung, der schon die Dorferneuerung in Wallgau begleitete, ergänzte Schwarzenbergers Vortrag mit einem Bündel an Maßnahmen. In die Zukunft schauen und alle Lebensbereiche, wie Wirtschaft, Gewerbe, Kultur, Freizeit, Tourismus usw. durchdenken, das sei die Herausforderung. Welche Stärken, welche Schwächen und welche Bedürfnisse hat der Ort. Wie sind die Arbeitsangebote, was bietet die Landwirtschaft? Eine Dialogplanung mit den Bürgern und Fachexperten, passend ins Gemeindekonzept, sollen nun vorbereitet werden. Im Oktober findet dazu ein Seminar statt, an dem 25 Krüner Bürger teilnehmen können, die in kleinen Gruppen dann ihre Ideen und Vorstellungen zu jedem Thema diskutieren. Bürgermeister Schwarzenberger sieht in dieser ersten Veranstaltung einen optimistischen Anfang, auch wenn die Durchführung dann Jahre und auch Geld brauche. „Denn was passiert, wenn nichts passiert . . . eben nichts. Und das wollen wir mit aller Kraft verhindern!“

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