Auf der Suche nach dem Traumberuf und Nachwuchskräften treten Schüler und Aussteller in Dialog

Reger Austausch bei der Zukunftsmesse

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Viel los war im Kongresszentrum bei der Zukunftsmesse: Hunderte von Schülerinnen und Schülern ab der achten Klasse wuselten durch die Räume und informierten sich über die unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis und der Region.

GAP – Jedes Jahr stehen hunderte von Schülern vor der Frage: welchen Beruf möchte ich nach dem Schulabschluss ergreifen, was ist meine Berufung. Hier bietet die Zukunftsmesse den Schülern im Landkreis eine gute Gelegenheit, Anregungen zu sammeln.

77 Aussteller brachten am Donnerstag in Garmisch-Partenkirchen den Besuchern ihre Ausbildungsmöglichkeiten näher und warben um den Nachwuchs. Die überwiegende Resonanz ist dabei sowohl bei den Ausstellern als auch Schülern und bildungsnahen Organisationen positiv. Über deutliches Interesse kann sich zum Beispiel die Polizei freuen, die über ihr Profil und Eingangsvoraussetzungen informierte. Dabei ist es nicht ganz einfach, die Hürde des zweitägigen Einstellungstests zu nehmen, bei dem die geeigneten Kandidaten ermittelt werden. Auch die Bundeswehr kann sich nicht über mangelndes Interesse beklagen. Auch wenn der ein oder andere Schüler noch zu jung ist, so wird die frühzeitige Information über die diversen Ausbildungsmöglichkeiten geschätzt. Bestrebt, moderner und jünger zu werden, warb auch das Finanzamt um die Aufmerksamkeit der jungen Besucher. Sie seien zwar nicht immer die erste Anlaufstelle der Schüler, aber wer sich informiere, habe meist wirklich Interesse, so die Einschätzung am Stand. Dabei sei die Verwaltung abwechslungsreicher und spannender, als so mancher sich das vielleicht vorstellt. Mit Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden, sieht sich das Bäckerhandwerk konfrontiert. Dabei handelt es sich um ein wirklich abwechslungsreiches Berufsfeld, bei dem man jeden Tag sieht, was man geschaffen hat. Das Interesse der Schüler ist aber durchaus da und so fragen sie auch immer wieder am Stand nach.

Nach ihrer Meinung zur Zukunftsmesse gefragt, äußern sich die Schüler positiv. So sind sich drei Neuntklässlerinnen, die zum ersten Mal die Messe in Garmisch-Partenkirchen besuchen, einig, dass viel Berufsfelder vertreten sind und man gut Ideen finden kann. Auf der Top-Liste steht, dass die Unternehmen aktiv auf die Besucher zugehen und sich präsentieren wollen. Und was könnte besser sein? Alles okay, nur schade sei, dass der Zoll sich nicht auch vorstelle, hieß es.

Ob erster Überblick zu den Berufsmöglichkeiten oder bereits gezieltes Nachfragen bei Unternehmen und Behörden – beides war für die Schüler bei der Zukunftsmesse möglich.

Der 16-jährige Karl hat seinen Schwerpunkt schon gefunden: Polizei und Bundeswehr. Er ist bereits zum zweiten Mal bei der Messe. Für die jüngeren Besucher ist die Auswahl vielleicht noch etwas zu viel und die Berufswahl noch weiter weg, so seine Einschätzung. Aber für die älteren Schüler ist es eine gute Sache.

Auch Bildungsträger wie die BIB Augsburg oder Brücke Oberland (berufliche Aktivierungshilfe) waren mit Jugendlichen nach Garmisch-Partenkirchen gekommen und bewerteten die Messe als Gewinn. Ob Workshops oder der Austausch zwischen den Unternehmen/Behörden und den jungen Menschen, für beide Seiten bringe das Information und lege unter Umständen die Basis für eine spätere Beschäftigung. Auch für junge Flüchtlinge sieht Margit Benesch von der BIB die Messe als Chance, um eventuelle Barrieren abzubauen. Ihr Wunsch: Der Anteil an Videos, die Praktisches aus dem Berufsleben zeigen oder Optionen zum Ausprobieren vor Ort am Stand, könnte höher sein.

Sabine Henche von der Zugspitz Region ist zufrieden. „Ich habe mit circa 70 Prozent der Aussteller gesprochen und da war das Fazit: Insgesamt ist die Messe sehr gut gelaufen.“ Die jungen Menschen waren durchaus überrascht über die große Vielfalt an Berufsmöglichkeiten im Landkreis und der Region und haben die Präsentation der Aussteller genutzt. Auch die Workshops waren restlos ausgebucht, es wurden sogar noch mehr Stühle aufgestellt, als eigentlich geplant war. Als Plus sieht Henche das große Interesse der Flüchtlinge aus den BAF-Klassen. Sie seien sehr aktiv auf der Suche nach Ausbildungsmöglichkeiten gewesen und hätten sich besonders für die Handwerksberufe interessiert. Und was könnte noch verbessert werden? „Für die Zukunft überlegen wir noch, wie wir mehr Schüler in den Olympia­saal bekommen“, so Henche. Trotz des Umstandes, dass dort die Polizei vertreten war und immer wieder via Ansage im Kongresszentrum auf den Olympia­saal verwiesen wurde, fanden sich dort weniger Schüler wieder, als im Hauptgebäude. Das soll sich ändern.

von Melanie Wießmeyer

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