Zwei Ausfälle und Rang neun – Sehr durchwachsene Bilanz von Maria Höfl-Riesch bei Heimrennen in Ofterschwang

Maria Höfl-Riesch war mit den Heimrennen sichtlich nicht zufrieden. Foto: Sehr

Bei den Heimrennen am vergangenen Wochenende in Ofterschwang gab es zwei Deutsche Siege: Viktoria Rebensburg gewann die beiden Riesentorläufe. Nicht so gut lief es für Maria Höfl-Riesch. Nach zwei Ausfällen schaffte sie zumindest im Slalom ein Top 10-Resultat.

Bereits beim ersten Riesenslalom am Freitag herrschten Temperaturen um zehn Grad plus. Kurz vor dem Start wurde die Piste zwar mit Salz behandelt, um sie härter zu machen, dennoch weichte der Schnee schon früh im Rennverlauf deutlich auf. Prominente Opfer waren im ersten Durchgang Maria Höfl-Riesch und die Österreicherin Anna Fenninger, die beide ausschieden. Die Garmisch-Partenkirchnerin meinte angesichts der zweistelligen Temperaturen: „Es ist schon auch schön, mal nicht zu frieren, aber das ist schon fast ein bisschen zu extrem. Man weiß gar nicht, was man noch alles ausziehen soll.“ Auch Viktoria Rebensburg beging im ersten Lauf einen kleinen Patzer, rettete aber dennoch die Bestzeit ins Ziel. Im Finaldurchgang bewältigte sie den schwierigen Kurs mit viel Gefühl und wurde mit ihrem zweiten Saisonsieg belohnt. Es war ein Novum. Erstmals in der 13-jährigen Weltcup-Geschichte des Ortes gab es einen Heimsieg eines deutschen Rennläufers. Schwierige Pistenverhältnisse Nach dem Rennen sprach Rebensburg von einem Traumtag: „Es ist schön, ein Heimrennen zu gewinnen. Die Stimmung ist super, die Leute sind begeistert. Die Piste war nicht leicht zu fahren, aber die Streckenarbeiter haben eine super Arbeit geleistet“, meinte die 22-Jährige.“ Lindsey Vonn beispielsweise offenbarte wie viele andere Athletinnen große Probleme und konnte weder im ersten noch im zweiten Lauf überzeugen. Am Ende sprang nur Platz zehn (+1,36 Sekunden) für die Führende im Gesamtweltcup heraus. Platz zwei belegte Tina Maze. „Viktoria Rebensburg war heute ein Tick besser als ich“, sagte die Slowenin. Platz drei teilten sich die Italienerin Irene Curtoni und die Österreicherin Elisabeth Görgl. Auch im zweiten Riesenslalom war Rebensburg nicht zu schlagen: Nach einem Traumlauf im ersten Durchgang, in dem sich die Deutsche einen großen Vorsprung auf die Konkurrenz herausgefahren hatte, hätte die 22-Jährige den Sieg im Finale beinahe noch verspielt. Zwischenzeitlich mit einem Vorsprung von über einer Sekunde, leistete sie sich kurz vor dem Ziel einen Fahrfehler. Damit schmolz der Vorsprung am Ende auf 26 Hundertstel auf die zweitplatzierte Lindsey Vonn zusammen. Trotz mehrerer Schnitzer war die US-Amerikanerin die Schnellste im zweiten Lauf und arbeitete sich so vom sechsten noch auf den zweiten Rang vor. Dritte wurde die Slowenin Tina Maze mit einem Rückstand von 39 Hundertstel auf die Siegerin. Maria Höfl-Riesch schied nach einem Fahrfehler im zweiten Durchgang wie schon tags zuvor aus. Auch Lena Dürr aus Germering passierte dieses Missgeschick. Veronique Hronek aus Unterwössen konnte sich dagegen unter die besten 20 platzieren. „Es war schon ein bisschen Druck da. Aber bei diesen Zuschauern wollte ich auch diesen Lauf gewinnen. Zum Schluss bin ich zu gerade und etwas gegen die Spur gefahren. Aber es ist trotzdem ein Wahnsinnsgefühl“, sagte Rebensburg. Mit dem sechsten Weltcupsieg ihrer Karriere konnte sie bei zwei noch ausstehenden Rennen ihre Führung im Riesenslalom-Weltcup auf 135 Punkte ausbauen, nachdem sich ihre härteste Rivalin um die kleine Kristallkugel, die Französin Tessa Worley, nach einem schweren Fehler und hohem Zeitrückstand nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert hatte. „Das muss man wie jedes schlechte Rennen, jeden Ausfall, abhaken und man kann es eh nicht mehr ändern“, sagte eine frustrierte Höfl-Riesch, die nach ihrem Ausfall verärgert ihren Skistock in den Fangzaun geschlagen hatte. Ein „bisschen schockiert“ war Alpin-Direktor Wolfgang Maier nach der Mannschaftsleistung im zweiten Durchgang, konnte sich aber zumindest wieder über einen grandiosen Auftritt von Rebensburg freuen: „Das ist cool, wenn du zweimal im eigenen Land gewinnst mit so einer spannenden Vorstellung.“ Zum Abschluss gab es im Allgäu im Slalom am Sonntag eine Sensation: Die Kanadierin Erin Mielzynski gewann denkbar knapp das Rennen vor Resi Stiegler aus den USA und der Österreicherin Marlies Schild. Die Deutsche Lena Dürr, nach dem ersten Lauf noch Zweite, fiel im Finale auf den sechsten Rang zurück. Mielzynski kam mit der sehr weichen und mit Spurrinnen ausgefahrenen Piste im Allgäu am besten zurecht. Die 21-jährige Kanadierin hatte in der Endabrechnung eine Zeit von 1:53,59 Minuten. Nur fünf Hundertstel langsamer war die in ihrer Karriere oft von Verletzungen geplagte Stiegler. Weitere zwei Hundertstel hinter der US-Amerikanerin kam Schild ins Ziel, die noch vom siebten Platz auf den dritten vorfuhr. Mielzynskis bislang beste Weltcup-Platzierung war ein 13. Rang. Lena Dürr aus Germering hatte als Sechste mit 0,25 Sekunden ebenfalls nur wenig Rückstand auf die Siegerin. Maria Höfl-Riesch wurde mit einem Rückstand von 0,48 Sekunden Neunte. „Nach drei Ausfällen im Slalom habe ich da immerhin wieder ein Ergebnis stehen. Aber insgesamt genügt das nicht meinen Ansprüchen“, bilanzierte sie. Ihre Teamkollegin Fanny Chmelar vom SC Partenkirchen wurde 23. Monica Hübner vom SC Garmisch wurde sehr gute 25. und erreichte damit ihr bestes Saison-Ergebnis. Mit dem Sieg der Kanadierin riss zwar die österreichische Siegesserie im Slalom, doch mit dem dritten Platz holte sich Schild vorzeitig die kleine Kristallkugel zum vierten Mal in ihrer Karriere. Beim siebten von zehn Saisonrennen profitierte die 30-Jährige vom Ausfall von Maze im zweiten Durchgang. Die Gesamtweltcup-Führende Lindsey Vonn war bereits im ersten Durchgang nach einem Einfädler ausgeschieden. Im Gesamtweltcup liegt sie mit 1708 Punkten fast uneinholbar vorne. Es folgen Maze (1214) und Höfl-Riesch (1075).

Meistgelesen

25-jähriger Slowene stirbt
25-jähriger Slowene stirbt
Sohn der Pflegekraft festgenommen
Sohn der Pflegekraft festgenommen
Polizist angegriffen
Polizist angegriffen
Anstieg der Straftaten
Anstieg der Straftaten

Kommentare