Bundespolizeiinspektion Rosenheim ermittelt

Zwei Menschen im Kofferraum: Mutmaßliche Schleuser in Garmisch-Partenkirchen gefasst

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Einen Pkw mit insgesamt sieben geflüchteten Personen hat die Bundespolizei gestern in Garmisch-Partenkirchen angehalten. Zwei Menschen lagen zusammengekauert im Kofferraum. Der mutmaßliche Schleuser wurde gefasst.

GAP – Die Bundespolizei ist für die Überwachung der Grenzen zuständig. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ergreifung von Schleuserbanden. Schleuser nutzen die hilflose Situation von geflüchteten Menschen aus, meist um finanziell von ihrer Not zu profitieren. Immer wieder werden in unserem Grenzgebiet solche Versuche verhindert. So auch gestern Nacht. 

Gestern (9. März) haben Beamte der Bundespolizei ein Fahrzeug angehalten, in dem Menschen geschleust werden sollten. In dem Auto waren neben dem mutmaßlichen Schlepper noch sieben weitere Personen. Zwei von ihnen sind zusammengekauert im Kofferraum gelegen. Die Bundespolizeiinspektion Rosenheim ermittelt gegen den österreichischen Fahrer. Auch ein mutmaßlicher Komplize steht im Fokus der Beamten.

Sieben Personen sollten laut Polizei geschleust werden

Die Bundespolizisten überholten den in Österreich zugelassenen Pkw auf der B 2 im Garmisch-Partenkirchener Ortsbereich und signalisierten dem Fahrer, dass er dem Polizeiwagen folgen solle. Der Mann fuhr einfach weiter, ohne der Aufforderung zu folgen. Als sich der Streifenwagen erneut vor das Fahrzeug setzte, bremste dieses abrupt. Mehrere Personen stiegen aus und rannten davon. Nach kurzer Verfolgung konnten die Beamten alle Insassen fassen. Der Fahrzeugführer wurde an seinem Pkw festgenommen. Im Kofferraum seines Wagens befanden sich zwei weitere Männer. Den sieben Migranten fehlten die Papiere, die für eine Einreise in Deutschland erforderlich gewesen wären. Sie gaben an, türkische Staatsangehörige zu sein. Der mutmaßliche Schleuser, 72 Jahre alt und ebenfalls türkischer Abstammung, konnte sich mit einem österreichischen Pass ausweisen.

Mutmaßlicher Komplize des Schleusers aufgegriffen

Nur kurze Zeit später wurden die Bundespolizisten ganz in der Nähe auf einen weiteren Pkw aufmerksam. Der Fahrzeugführer hatte einen türkischen Reisepass und eine deutsche Aufenthaltsgenehmigung, die jedoch abgelaufen war. Wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts wurde auch er festgenommen. Wie die Polizei mitteilt, erhärteten bereits die Aussagen vor Ort den Verdacht, dass der 34-Jährige als Abholer der Migranten in die Schleusungsaktion verstrickt war.

Die aufgegriffenen Personen wurden zur Bundespolizeiinspektion nach Rosenheim gebracht. Dort konnten sie mit Hilfe von Dolmetschern befragt werden. Drei junge Menschen im Alter zwischen 18 und 23 Jahren werden wahrscheinlich unmittelbar in die Türkei abgeschoben. Ein 15-jähriger Junge wurde mit zwei Verwandten und einem weiteren Landsmann an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet. Der mutmaßliche Schleuserfahrer, der in Tirol einen festen Wohnsitz hat, durfte zwar am Tag nach seiner Festnahme wieder die Heimreise antreten, wird sich aber wegen Einschleusens von Ausländern verantworten müssen. Wegen Schleuserei wurde auch der beschuldigte Komplize angezeigt. Gegen ihn wird zudem wegen illegalen Aufenthalts ermittelt. kb

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