12 Einsatzkräfte der Bergwacht waren in Oberau bis 1:30 Uhr im Einsatz

Zwei verstiegene Personen im Bereich Fahrmannslaine

Rettung
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Die Bergwacht weist ausdrücklich daraufhin, dass in den Hochlagen ab ca. 1000 hm, insbesondere in Rinnen und nordseitigem Gelände mit sehr viel Schnee zu rechnen ist. Touren in diesem Gebiet sollten sehr gut geplant werden und setzen ein hohes Maß an alpiner Erfahrung voraus.

Oberau - Ein Pärchen aus dem Raum Augsburg (24 und 34 Jahre) hatte sich für den Karfreitag (02. April) den Krottenkopf zum Ziel gesetzt. aufgrund des vielen Schnees in den Hochlagen kamen sie jedoch nur langsam voran und mussten ihre Tour unterhalb des Bischofs abbrechen. Auf dem Abstieg kamen die beiden vom Weg ab und folgten mutmaßlich Wildspuren im Schnee. Im steilen Gras- und Schrofengelände war schließlich kein weiterkommen mehr möglich, sodass sie gegen 19:00 Uhr den Notruf wählten.

Nach einer ersten Rücksprache mit dem Einsatzleiter wurden die beiden Personen auf ca. 1000 hm im Bereich der Fahrmannslaine vermutet. Da beide unverletzt waren und einen sicheren Standplatz hatten wurde entschieden die Rettung bodengebunden durchzuführen. Ein Vorraustrupp mit 3 Bergrettern machte sich an den Aufstieg über den Oberauer Steig, konnte die Personen aber nicht in dem vermuteten Bereich finden. Nach erneuter GPS-Lokalisierung und aufgrund eingetretener Dunkelheit mittlerweile sichtbaren Lichtzeichen konnten die gesuchten deutlich höher auf ca. 1300 hm auf der anderen Seite der Fahrmannslaine lokalisiert werden. Zusammen mit 4 weiteren nachgerückten Bergrettern wurde versucht den großen Graben zu queren. In dem 60-70° steilen Gras- und Schrofengelände war es den Einsatzkräften jedoch nicht möglich mit vertretbarem Risiko zu den Verstiegenen zu gelangen. Drei Einsatzkräfte stiegen noch weiter auf, in der Hoffnung die Spuren der Verstiegenen zu finden und diesen folgen zu können, mussten aber aufgrund steigender Lawinengefahr abbrechen.

Zeitgleich wurde ein nachtflugtauglicher Hubschrauber der Polizeihubschrauberstaffel Bayern angefordert. Dieser traf gegen 24 Uhr in Oberau ein. Mit fliegerisch sehr anspruchsvollen Winchvorgängen konnten zwei Luftretter der Bergwacht in Zusammenarbeit mit der Crew des Edelweiß 6 die zwei Verstiegenen schließlich retten. Insgesamt waren 12 Einsatzkräfte der Bergwacht bis 01:30 Uhr im Einsatz.

Nachdem auch die Bergwacht Oberammergau in der letzten Woche drei ähnliche Einsätze hatte, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in den Hochlagen ab ca. 1000 hm, insbesondere in Rinnen und nordseitigem Gelände mit sehr viel Schnee zu rechnen ist. Touren in diesem Gebiet sollten sehr gut geplant werden und setzen ein hohes Maß an alpiner Erfahrung voraus. Entsprechende Notfallausrüstung inkl. Lawinenausrüstung sollte mitgeführt werden. Vom Folgen unbekannter Spuren ist dringend abzuraten. kb

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