Aktuelle Entwicklung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Neue Virus-Variante im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Coronavirus
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Das Coronavirus hält unser Gesundheitsamt in Atem.

Landkreis GAP ‒ Mit großer Aufmerksamkeit werden in allen Landkreisen die Werte der 7-Tage-Inzidenz beobachtet, sind diese doch ausschlaggebend dafür, ob eine Ausgangsbeschränkung auf den 15-Kilometer-Radius zur Anwendung kommt.  Derzeit zeigt sich der Wert im Landkreis Garmisch-Partenkirchen relativ stabil. Sorge bereitet hingegen der Corona-Ausbruch im Klinikum Garmisch-Partenkirchen mit insgesamt 73 Fällen - 52 Infizierte gibt es aktuell unter den Patienten und 21 positiv getestete Mitarbeiter. Die Zahlen sind gegenüber der Erstmeldung vom 14. Januar nach oben geschnellt. Bei einigen Tests wurde zudem eine neue Variante - also eine Mutation - festgestellt. Drei Tests wurden nach Berlin geschickt und von den Experten der Berliner Charité inzwischen als neue Variante bestätigt. Jetzt soll diese neue Virus-Variante erforscht werden. Unabhängig davon wurden die Maßnahmen im Klinikum Garmisch-Partenkirchen nochmals verschärft: Die Corona-Stationen wurden zu Isolierstationen. Das gesamte Personal muss sich vor Dienstantritt einem Schnelltest unterziehen.

  • Stand: 17. Januar 2021, 16.00 Uhr
  • Gemeldete Infektionsfälle insgesamt: 2392 (davon interne1 Fälle: 2171)
  • Im Krankenhaus: 56 (intensiv: 6; intensiv beatmet: 3)
  • Aktuell erkrankt: 650
  • Neue Fälle seit der Meldung vom 11. Januar: 41 (intern)
  • Anzahl der Todesfälle: 64
  • 7-Tage-Inzidenz: 128,922

Update vom 14. Januar: Anstieg von Coronafällen im Klinikum Garmisch-Partenkirchen
Am Abend des 13. Januar und am Vormittag des 14. Januar wurde am Klinikum eine deutliche Zunahme stationärer Covid19-Patienten registriert. Auch MitarbeiterInnen des Klinikum Garmisch-Partenkirchen sind betroffen. Die Häufung von Covid19 Infektionen wurde durch die engmaschigen Kontrollen, die das Klinikum Garmisch-Partenkirchen seit Anfang der Pandemie etabliert hat, erkannt. Auf den Isolierstationen 2C/2D befinden sich derzeit 15 Covid19-Patienten sowie 12 Verdachtsfälle in stationärer Behandlung. Hinzugekommen sind 17 Patienten und 8 Mitarbeiter, die derzeit zwei Bereichen des Hauses zuzuordnen sind. Der hausinterne Krisenstab hat in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen präventiv folgende Maßnahmen für das Klinikum festgelegt:
·   Alle elektiven (planbaren) Operationen werden bis auf weiteres verschoben.
·   Ambulante Operationen, Sprechstunden sowie Familienzimmer-Angebote werden abgesagt.
·   Alle Mitarbeiter und Patienten der COVID-Bereiche sowie der Funktionsbereiche werden systematisch mittels PCR getestet.
·  Die übrigen nicht COVID-Bereiche des Hauses (Mitarbeiter und Patienten) werden heute mit Antigen-Schnelltests getestet.
·  Das Gesundheitsamt unterstützt bei der Kontaktverfolgung / Reihentestung durch zusätzliche personelle und Labor-Kapazitäten.
·  Für Notfälle steht unser Klinikum weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung.
Sehr erfreulich ist in diesem Zusammenhang die sehr hohe Impfbereitschaft der MitarbeiterInnen im Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Neben den laufenden Impfungen im Impfzentrum wird das Klinikum ab morgen Impfungen bei Mitarbeitern auch selbst durchführen.

Update vom 12. Januar 2021: Auch wenn das Impfzentrum seit dem 15. Dezember für den Impfbetrieb bereitsteht, konnte hier noch nicht mit den Impfungen begonnen werden. Ab dem 26. Januar aber sollen am Alpspitz-Wellenbad die Corona-Impfungen starten. Zunächst werden Bürgerinnen und Bürger geimpft, die 80 Jahre oder älter sind und zu Hause leben. Die Termine werden seit dem 12. Januar unter der Telefonnummer 08821 / 751-900 vergeben. Ab sofort steht auch die bayernweite Online-Plattform unter www.impfzentren-bayern zur Terminvergabe bereit. Umfassende Informationen zum Ablauf der Impfung und den verwendeten Impfstoffen finden alle Interessierten auch auf der gemeinsamen Informationsplattform von Landratsamt und Rotem Kreuz unter www.coronagap.de. 

Update vom 22. Dezember: Schreckliche Folgen hatte ein Corona-Ausbruch im BRK Seniorenwohnen Garhöll in Murnau. Innerhalb von nur zwei Wochen sind insgesamt 20 Bewohner verstorben, 18 von ihnen waren positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Gerade über die Feiertage stellt die Isolation für die Heimbewohner eine große Belastung dar. Im BRK Seniorenwohnen herrscht ein absolutes Besuchsverbot außer für Angehörige von sterbenden Patienten. Leitung und Mitarbeiter bemühen sich durch verschiedene Aktionen, es den Bewohnern etwas leichter zu machen, wie Einrichtungsleiter Martin Herber dem Tagblatt in einem Interview berichtete.

Im Frühjahr war es bereits einmal zu einem Ausbruch in einem Seniorenwohnheim in Murnau gekommen, damals waren in kürzerster Zeit 13 von 19 nachweislich am Coronavirus erkrankte Bewohner verstorben.

Update vom 14. Dezember: Seit dem Corona-Ausbruch im BRK Seniorenwohnen Murnau Ende November sind insgesamt zehn positiv getestete Bewohner verstorben. Die Todesfälle wurden vom Landratsamt zeitlich verzögert gemeldet. Am vergangenen Freitag, 11. Dezember, wurden in diesem Zusammenhang vier Todesfälle bekannt gegeben, die sich zwischen dem 6. und dem 9. Dezember ereignet hatten.

Update vom 10. Dezember: Nun hat es auch die Waldburg-Zeil-Kliniken in Oberammergau erwischt. 47 Mitarbeiter wurden bei einer Routine-Reihentestung mit PCR-Tests positiv getestet, wie Klinikdirektor Robert Tauber uns informierte. Keiner der positiv getesteten Mitarbeiter zeige Symptome, sagte der Direktor. Es gehe allen gut. Sie stünden nun für zehn Tage unter behördlicher Quarantäne.

Das gesamte Haus sei seit Freitag getestet worden, insgesamt 360 Mitarbeiter und die noch anwesenden Patienten. Viele der Patienten seien frühzeitig aus der orthopädischen Klinik entlassen worden, nur akute Fälle und die Alterspatienten seien noch im Haus. Bislang ist unter ihnen niemand nachweislich angesteckt worden, wie auch das Landratsamt bestätigte.

„Wir führen schon seit Monaten sehr strikte Hygienemaßnahmen durch: Unsere Mitarbeiter tragen alle FFP2-Masken, es gilt ein strenges Besuchsverbot bis auf wenige seltene Ausnahmen“, erklärt Tauber und zeigt sich verwundert, dass es dennoch zu den Infektionen kam. „Nun tun wir alles, was in unserer Macht steht, um die Situation zu entzerren, wir nehmen keine neuen REHA-Patienten auf und behandeln nur noch akute Fälle.“

Eine weitere traurige Nachricht wurde heute bekannt: Noch ein Todesfall ist dazu gekommen. Es handelt sich um eine 76-jährige alleinstehende Seniorin. Sie wohnte Zuhause und steht in keinem Zusammenhang mit dem BRK Seniorenwohnen Murnau. (moc)

Update vom 9. Dezember: Vergangene Woche wurde bekannt gegeben, dass das Coronavirus im Seniorenwohnheim ausgebrochen sei. Nun gab das Landratsamt bekannt, dass drei der infizierten Bewohner gestorben sind. Die Stimmung war anfangs noch optimistisch gewesen, denn die erkrankten Bewohner hatten keine oder nur geringe Symptome gezeigt, bis auf eine Person. Sie war bereits vor der Testung im Krankenhaus eingeliefert worden. Auch sie gehört zu den Verstorbenen. Mittlerweile sind 41 von 130 Bewohnern positiv getestet worden. 15 Pflege-Mitarbeiter haben sich ebenfalls nachweislich an Covid-19 infiziert und befinden sich in Isolation. (moc)

Update vom 1. Dezember: Am vergangenen Wochenende sind laut Landratsamt 52 Neuinfektionen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gemeldet worden. 23 Fälle gehen auf einen Corona-Ausbruch im BRK-Seniorenwohnen Murnau zurück. 18 Fälle stellte man in insgesamt drei Asylbewerber-Unterkünften fest. Die Bewohner der betroffenen Einrichtungen wurden unter Quarantäne gestellt.

Quarantäne-Situation in den Asylunterkünften angespannt

Wie der Pressesprecher des Landratsamts Stephan Scharf mitteilte, seien die Asylbewerber auf einen konkreten Verdacht hin getestet worden. Reihentestungen fänden nicht statt. Betroffen sind die Gemeinschaftsunterkünfte in Oberau, Bad Kohlgrub und in Garmisch-Partenkirchen an der Münchner Straße. Sie werden vom Landkreis betrieben. Die Wohnsituation wurde bislang nicht entzerrt. „Natürlich würden wir gerne mehr Raum schaffen, aber das ist nicht möglich. Es stehen uns keine Immobilien zur Verfügung“, sagt Scharf.

Diesen Bereich dürfen die Bewohner der Asylbewerberunterkunft in Oberau in den nächsten beiden Wochen nicht verlassen. Eine sehr belastende Situation für die Betroffenen.

Im Mai waren die Bewohner der Asylunterkunft an der Post in Oberau schon einmal unter Quarantäne gestellt worden (wir berichteten). Es handelt sich um über 70 alleinstehende Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren, die auf engem Raum zusammenleben müssen und keinen Freigang haben. „Einige von ihnen haben kein Verständnis für die Quarantänemaßnahme gezeigt“, sagt Scharf. „Aber sie werden vom Sicherheitsdienst beaufsichtigt. Mehr können wir jetzt nicht tun.“ Die Versorgung der Bewohner werde gewährleistet, einmal wöchentlich würden Einkäufe für die Asylbewerber erledigt.

Großteil der Bewohner des Seniorenwohnheims ohne Symptome

Beim BRK-Seniorenwohnen in Murnau ist man vorerst beruhigt: Bis auf eine vorerkrankte, hochbetagte Person seien alle wohlauf und würden keine Symptome zeigen, berichtet Pressesprecherin Elisabeth Mark. Die positiv getesteten Bewohner würden alle zusammen in einem Wohnbereich leben, der sich gut abgrenzen lasse. Bislang liegt bei 23 von insgesamt 130 Bewohnern ein positives Testergebnis vor. Auch die 73 Mitarbeiter seien getestet worden, hier stünden die Ergebnisse jedoch noch nicht fest, teilt Mark mit. Der Dienst könne aufrecht erhalten werden, auch wenn sich einige Mitarbeiter momentan in Quarantäne befänden. (moc)

Update vom 11. November, 17 Uhr: Die neuen Zahlen zur Infektionslage wurden vom Landratsamt veröffentlicht. Für den Mittwoch, 11. November, wurden insgesamt 13 Neuinfektionen gemeldet. Aktuell werden 9 an Covid-19 erkrankte Personen im Krankenhaus behandelt, die Zahl der Toten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt jetzt bei 21.

Wichtige Information für Grenzpendler: Um den Grenzverkehr für Pendler zwischen Tirol und Bayern zu vereinfachen, können sich Grenzpendler aus dem benachbarten Tirol, die im Landkreis Garmisch-Partenkirchen tätig sind, kostenlos an der Teststation des Landkreises auf dem Parkplatz am Alpspitzwellenbad in Garmisch-Partenkirchen testen lassen. In einer Pressemitteilung des Landrats­amtes vom 5. November wurde mitgeteilt, dass auch Tests bei Hausärzten in Bayern unter Angabe des Stichworts „Bayern-Test“ möglich seien. Aufgrund von unklaren Abrechnungsmodalitäten besteht diese Möglichkeit derzeit – und wohl auch auf absehbare Zeit – nicht. Eine Terminvereinbarung für einen Test an der Landkreis-Teststation Alpspitzwellenbad ist über die Internetseite unter www.lra-gap.de und hier unter „Informationen rund um Corona“ möglich. Das Landrats­amt bittet alle Grenzpendler, die nach der bayerischen Einreisequarantäneverordnung vorgeschriebenen Meldungen des Testergebnisses über die Internetseite des Landratsamtes hochzuladen. Der Upload-Link ist unter www.lra-gap.de/de/coronavirus.html unter der Subüberschrift „Grenzpendler -Tests“ zu finden. Es ist auch möglich, das Test­ergebnis beim Landratsamt - Fachbereich Grenzpendler - Olympiastraße 10, per Brief einzureichen. (kb)

Update 5. November, 17.00 Uhr: Die neuen Zahlen wurden soeben vom Landratsamt veröffentlicht. Mittlerweile sind für den gestrigen Tag insgesamt 20 Neuinfektionen gemeldet worden. 24 Neuinfektionen wurden für heute gemeldet. Aktuell werden 13 an Covid-19 erkrankte Personen im Krankenhaus behandelt, vier Personen mehr als noch gestern bekannt war. (moc)

Update 5. November, 11.00 Uhr: Am Dienstag, 3. November, sind 32 Neuinfektionen im Landkreis gemeldet worden, gestern kamen 10 hinzu. Wie der Pressesprecher vom Landratsamt Stephan Scharf erklärt, sei die hohe Zahl der gemeldeten Neuinfektionen vom Dienstag auf keinen besonderen Vorfall zurückzuführen. Die Ausbreitung des Coronavirus sei in unserem Landkreis diffus. Es handelt sich bei den 42 neu-infizierten Personen der vergangenen zwei Tage um Menschen aus verschiedenen Altersklassen, zwischen sieben und 84 Jahren. Sie verteilen sich auf den gesamten Landkreis. 14 Personen kommen aus Garmisch-Partenkirchen. Der Rest aus Murnau, Uffing, Seehausen, Ohlstadt, Mittenwald, Bad Bayersoien, Bad Kohlgrub, Oberammergau, Unterammergau, Eschenlohe, Farchant und Grainau. Die Allgemeinverfügung, die ursprünglich bis zum kommenden Sonntag, 8. November, galt, wird heute bis Ende November verlängert. Die Frist wird an die bundesweiten Bestimmungen des soften Lockdowns angepasst. (moc)

Gesundheitsamt bittet um Unterstützung der Bevölkerung

Weil die Zahl der Neuinfektionen rapide steigt, sind die Mitarbeiter des Gesundheitsamts nicht mehr in der Lage, die Kontakte der Infizierten vollständig nachzuverfolgen. Darum wird die Bevölkerung darum gebeten, selbst aktiv zu werden.

Bei einem positiven Corona-Test die Kontaktpersonen sofort informieren

Wenn man positiv getestet wurde, soll man alle Personen, die man die Tage zuvor getroffen hat, kontaktieren, damit diese sich je nach Infektionsrisiko in Quarantäne begeben können. Kriterien zur Kontaktnachverfolgung und die entsprechenden Maßnahmen hat das Robert-Koch-Institut veranschaulicht.

Auf Bürgeranfragen zu Covid-19 möglichst verzichten

Zudem bittet das Gesundheitsamt darum, möglichst auf Bürgeranfragen zu verzichten und sich online zum Coronavirus zu informieren, zum Beispiel auf den Internetseiten des Landratsamts, des Bayerischen Gesundheitsministeriums oder des Robert-Koch-Instituts. Nach wie vor soll man als infizierte Person oder gefährdete Kontaktperson mit dem Gesundheitsamt in Kontakt treten, telefonisch unter 08821 / 751-500 oder per Email an corona@lra-gap.de . Diese Personen sollen noch die Möglichkeit haben, das Gesundheitsamt zu erreichen. Alle anderen Anfragen sollen daher momentan zurück gestellt werden. (moc)

1) Als interne Fälle werden im Landkreis wohnhafte Personen bezeichnet. Externe Fälle wurden im Landkreis getestet, sind aber nicht dort gemeldet. Für die 7-Tage-Inzidenz berücksichtigt das Bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) nur die internen Fälle.
2) Die 7-Tage-Inzidenz bezeichnet die Anzahl der Neuinfektionen von 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage. Der Wert der 7-Tage-Inzidenz wird dem Landratsamt vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit übermittelt. Die übrigen Werte gibt das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen bekannt.

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