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Zeitreise durch 100 Jahre Pflegeausbildung

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Von: Klaus-Dieter Körber

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Firnhaber Ellenrieder und Sophie Sauer
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben Wolfram Firnhaber (links) verabschiedete in einer Feierstunde den langjährigen Pflegeschulleiter am BKH Kaufbeuren Markus Ellenrieder und begrüßte dessen Nachfolgerin Sophie Sauer. © Körber

Kaufbeuren – Einen interessanten Einblick in Vergangenes und in die Gegenwart bot letzte Woche ein „Tag der offenen Tür“ in der Pflegeschule am Bezirkskrankenhaus Kauf­beuren. Anlass war das hundertjährige Jubiläum der Einrichtung. Dabei konnten sich die Besucher einen gezielten Überblick über die stetige Weiterentwicklung der Pflegeausbildung verschaffen. Schließlich konnte die Kaufbeurer Schule im Verlauf ihrer hundertjährigen Geschichte stets die Ausbildung in einer Zeit des Umbruchs erfolgreich mitgestalten. Im Rahmen von zwei Schulversuchen hatte die Kaufbeurer Einrichtung die Möglichkeit, eine Vorreiterrolle bei der generalistischen Pflegeausbildung einzunehmen und die Ausbildung der Zukunft mitzugestalten.

Mit 50 Auszubildenden nahm die Schule damals am 12. Juni 1922 ihren Lehrbetrieb auf. Betrug zunächst die Ausbildung lediglich ein Jahr, verlängerte sich diese im Laufe der Zeit entsprechend weiter, um abschließend die Berufsbezeichnung Krankenschwester oder Krankenpfleger zu erlangen.

Vor allem die 1990er Jahre brachten zahlreiche Veränderungen und können als eine Zeit des Umbruchs bezeichnet werden. Auch die Anforderungen bei den Lehrkräften wurden angehoben, indem die generalistische Ausbildung für sämtliche Pflegeberufe vorangetrieben wurde. Kaufbeurens Pflegeschule am Bezirkskrankenhaus startete daraufhin im Jahre 2010 in einem Modellversuch – damals als erste innerhalb Schwabens – mit den qualifizierten und zusammengeführten Berufsabschlüssen „Kranken- und Altenpflege“. Zwischenzeitlich gehört zu dieser generalistischen Ausbildung auch noch die Kinderkrankenpflege dazu. Ein weiter, oftmals beschwerlicher Weg mit vielen großen Herausforderungen im Bereich der Pflegeausbildung, der auch in Kaufbeuren entscheidend mitgeprägt wurde.

Verabschiedung des Schulleiters

Eine besondere Ehre im Rahmen dieser Hundert-Jahrfeier wurde dem langjährigen Leiter der Pflegeschule am BKH Kaufbeuren, Markus Ellenrieder, zuteil. In einem Festakt wurde der langjährige verdienstvolle Schulleiter im Festsaal des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

In ihren Grußworten würdigten die anwesenden Ehrengäste, unter ihnen Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek, Bezirkstagspräsident Martin Sailer, Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke (CSU), Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl (FW), Stadträtin Gertrud Gellings und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben Wolfram Firnhaber, den scheidenden Schulleiter als eine Persönlichkeit, der es stets ein großes Anliegen gewesen sei, das Gegebene nicht nur anzunehmen, sondern auch aktiv Änderungen zu Ende zu denken. Durch sein Wirken über 35 Jahre, davon zehn Jahre als stellvertretender und 15 Jahre als verantwortlicher Schulleiter, habe er diese Berufsfachschule entscheidend geprägt und dabei große Fußstapfen hinterlassen.

Medaille für Ellenrieder

Für seine erworbenen Verdienste wurde Markus Ellenrieder von Staatsminister Holetschek mit der „Florence-Nightingale-Medaille“ geehrt. Auch Wolfram Firnhaber verabschiedete den verdienten Schulleiter, dessen Ideen geradezu zukunftsweisend gewesen seien. Er begrüßte gleichzeitig dessen Nachfolgerin Sophie Sauer und wünschte der Schule eine weiterhin erfolgreiche Zukunft. Dabei soll sich Kaufbeuren zu einem wichtigen Zentrum für die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Pflegebereich entwickeln.

Markus Ellenrieder bedankte sich in seiner Rede für die feierliche Gestaltung seiner Verabschiedung die im Rahmen der „Hundertjahr-Feier Pflegeschule am BKH Kaufbeuren“ einen würdigen Rahmen gefunden habe und freute sich, dass er mit so vielen Wegbegleitern zu seinem Abschied anstoßen konnte. Danke sagte er auch seiner Frau und der Familie, die ihn stets unterstützt habe. Seine Frau sei es gewesen, die ihm im Jahre 1986 dazu geraten habe, die angebotene Stellung in Kaufbeuren anzunehmen. „Ein Entschluss“, so Ellenrieder, „den ich in all den zurückliegenden Jahren an keinem einzigen Tag bereut habe.“ Mit einem gewissen Stolz könne er auf diese Zeit des Wandels und der vielen Veränderungen in der Pflege zurückblicken. So durfte er beispielsweise bei der Umsetzung des „Stuttgarter Modells“ mitwirken. Stets habe er die volle Unterstützung des Hauses gespürt, was für ihn besonders wichtig und wertvoll gewesen sei. Ein glücklicher Umstand wäre auch die anfängliche Zusammenarbeit mit Dr. Kronach gewesen, der schon damals seiner Zeit weit voraus gewesen sei. Ebenso hätten ihn die Vorstände der Bezirkskliniken in der Folgezeit, insbesondere bei den Schulversuchen stets vorbildlich unterstützt. Für die nahe Zukunft wünscht sich Ellenrieder, dass der Pflegeberuf in der Bevölkerung den gebührenden Stellenwert und die entsprechende Wertschätzung erfahre.

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