"1860: ein Verein wie Eurer"

Sport und Politik beim Gruppenbild mit Dame: Stefan Bosse (v. li.), Franz Maget, Tina Plischke (Vorsitzende Förderverein), Rudolf Schnippe, Bernhard Pohl, Heinz Burzer.

„Breitensport ist die Basis aller sportlichen Betätigung in unserem Land“, so Franz Maget, der als Vizepräsident des TSV 1860 München die Festansprache beim Neujahrsempfang der Spielvereinigung Kaufbeuren (SVK) hielt. Er verglich zudem den TSV mit der SVK. Beim diesjährigen Neujahrsempfang von Vorstand, Förderverein und Beirat der SVK waren neben Vertretern der Stadtspitze und Stadträten ebenso Förderer, Kooperationspartner und Freunde der Einladung in das Hotel „Am Kamin“ gefolgt. Rudolf Schnippe als Vorstand des Beirats moderierte das abwechslungsreiche und informative Programm des Abends.

In seiner Begrüßung verzichtete Jens-Uwe Homann als 2. Vorsitzender des Fördervereins auf einen sportlichen Ausblick in das neue Jahr und sagte: „Wir wollen uns als Förder- und Freundeskreis auf das satzungsgemäß Wesentliche konzentrieren, nämlich die Förderung der Jugendarbeit.“ Das Wichtigste sei die Investition in die Jugend und damit in die Zukunft. Und er bat um weitere Unterstützung dieses Zieles. Geschäftsführender Vorstand Heinz Burzer erinnerte an die interne Neuordnung mit Einbindung der Wertachtal-Werkstätten und des Kolpingvereins im vergangenen Jahr sowie die Verfeinerung des Netzwerkes nach außen. Extern gebe es Kontakte zu anderen Vereinen, neben der Zusammenarbeit mit dem FC Augsburg bestehe eine Vereinbarung mit dem ASV Hirschzell, weitere müssten geprüft werden. Das Projekt „Vielfalt tut gut“ sei ein großer Erfolg gewesen. Der erste Preis des DFB für deutschlandweit hervorragende Integrationsarbeit in Form eines Mercedes Vito hätte den Beweis geliefert. In seinem Grußwort blickte OB und Vereinsmitglied Stefan Bosse im 103. Vereinsjahr mit Zuversicht nach vorne: es müsse jetzt „nach oben gehen“. Bezogen auf die Leistungsfähigkeit der Stadt sagte er: „Chancen für die Stadt sind auch Chancen für den Sport vor Ort.“ Eine wichtige Funktion Locker und unterhaltsam sprach Franz Maget zum Thema „Soziale Aspekte eines Fußballvereins und die damit verbundene finanzielle Herausforderung am Beispiel des TSV 1860 München“. Der Vizepräsident stellte in einem weiten Bogen das Spannungsfeld einer vom Breitensport geprägten Vereinsstruktur bis zum Unternehmen eines Profiklubs dar und bezeichnete dies als „Gratwanderung“. Doch der Breitensport mit 4,3 Millionen Mitgliedern im bayerischen Landessportverband, 12.000 Vereinen und 300.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern stelle die Grundlage dar. „Sport ist die relevanteste Betätigung in unserem Land“, so Maget und weiter: „Diese gesellschaftliche Funktion kann die Politik nicht durch noch so viel Geld ersetzen.“ Er zollte der SVK für die geleistete Integrationsarbeit seine Anerkennung. Die Grenze zwischen Ehrenamt und Professionalität bedeute allerdings einen Spagat, so Maget. Deshalb hätten alle Vereine der ersten und zweiten Liga den Profibereich ausgegliedert. Als Traditionsverein aus der Gründungszeit bezeichnete er den TSV 1860 als „Biotop“ und „Kult“. Aber trotz eines ausländischen Investors seit einem halben Jahr habe auch sein Verein bis heute diese Probleme: „Ohne Vermarktung fließt kein Geld“, so der ehrenamtliche Vizepräsident. Das führe zur medialen Vermarktung und Identitätsverlusten. Trotzdem zeigte sich Maget als Optimist: „Fußball bleibt spannend und ein Erfolgsprojekt, denn das Lebenselixier des Sports sind die Traditionsvereine!“ Mit Charme und Witz entlockte Moderator Rudolf Schnippe dem Gast am Ende noch eine Einladung zu einem Besuch in München und Unterstützung bei der Jugendarbeit. Abschließend stellte Vorstandsmitglied Alfred Riermeier unter dem Motto „Fußball: viele Kulturen – eine Leidenschaft“ die Aktivitäten der vom SVK ins Leben gerufenen Sportakademie vor. Der Verein stelle sich seiner Verantwortung gerade im Bereich Jugendarbeit. Für 2012 sind gemäß dem Leitsatz „Jugend fördern - Verantwortung übernehmen – Werte schaffen“ wieder etliche Veranstaltungen in Kooperation mit Kolping, AOK und ASV Hirschzell geplant. Beate Jüngling und ihre Kindern Fabian (12) und Sophia (9) sorgten mit bezaubernden Musikeinlagen von klassischen Komponisten für großen Beifall.

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