Zusammenschluss einer „Aktivengruppe zur Erhaltung von Kiosk- und Bistrobetrieb im Hallenbad – auch nach Sanierung“

Soll das Bistro im Hallenbad bleiben?

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Stein des Anstoßes, der bestehende Bistro-Kiosk-Bereich im Hallenbad Buchloe.

Buchloe – Im Frühjahr dieses Jahres sollen die Bauarbeiten zur Sanierung des Buchloer Hallenbades beginnen. Derzeit laufen die Ausschreibungen, am 17. März wird dann die Vergabe der Arbeiten erfolgen. Die bereits im letzten Jahr vom Schulverband beschlossenen Maßnahmen für 4,5 Millionen Euro sind eigentlich unbestritten. Lediglich die Abschaffung des Kioskes sorgte für Ärger.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrates war dann der Kiosk auch Gesprächsstoff. Dass Thema stand zwar nicht auf der Tagesordnung, kam aber beim Punkt „Anfragen“ auf den Tisch. Auch der Wunsch nach einem Ortstermin für den Stadtrat wurde geäußert und soll vor der nächsten Stadtratssitzung am 15. März angeboten werden. 

Bürgermeister Josef Schweinberger betonte in der Stadtratssitzung, der Schulverband als Entscheidungsträger habe es sich mit der Entscheidung gegen einen Kiosk nicht leicht gemacht. Das Hallenbad sei aber in erster Linie eine Schwimmhalle für die Schulen. Vor langer Zeit sei dann aufgrund einer Intervention der Stadt das Bad auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. „Das Buchloer Hallenbad ist nie als Erlebnis- oder Spaßbad mit Gastronomie konzipiert gewesen“, sagt der Rathauschef. Dass damals trotzdem ein Kiosk- und Bistrobetrieb zugelassen worden sei, hätte den Hintergrund gehabt, dass Schulkinder dort ein Mittagessen einnehmen könnten. Dazu sei es aber nie gekommen. 

Von einer „bürgerfeindlichen Fehlplanung“ sprechen dagegen einige Buchloer Bürger, die sich zu einer „Aktivengruppe zur Erhaltung von Kiosk- und Bistrobetrieb im Hallenbad – auch nach Sanierung“ zusammengeschlossen haben. Hansjörg Rogg, Anna Holzer, René Dumler, Sarah Chaudhry, Roland Blochum und Ali Cengiz schreiben in einer Presse-Information, „dieser Wegfall des Bistro- und Kioskbereiches ist für die Freizeitbesucher und Benutzer des Hallenbades aus Buchloe und der näheren Umgebung nicht hinnehmbar“. „Nicht hinnehmbar“ sei auch die „Notlösung“ in Form von drei Automaten. Die Attraktivität des Hallenbades für Freizeitbesucher werde deutlich sinken. Merklich weniger Besucherzahlen seien deshalb vorprogrammiert, schreiben die Befürworter des Kiosk- und Bistrobetriebes. 

Roland Blochum und seine Mitstreiter werfen dem Bürgermeister vor, die Investitionskosten für das Bistro mit 220.000 Euro „absichtlich zu hoch“ angesetzt zu haben. Die Bistro-Befürworter sprechen sogar von „maßlos überhöht angesetzten Investitionskosten“. Der angegriffene Bürgermeister wehrt sich. Die beauftragten Architekten hätten reine Baukosten in Höhe von 173.000 Euro errechnet. Dazu kämen Planungskosten in Höhe von 20 Prozent und weitere Ausstattungskosten in der Größenordnung von 10 Prozent. „Die 220.000 Euro sind realistisch“, sagte der Bürgermeister gegenüber dem Kreisbote und fügte hinzu, „wir sprechen hier über Steuergelder“. 

Die konkreten Einnahmen aus dem Kiosk- und Bistro-Betrieb für die Stadt wollte Schweinberger nicht nennen. Er beschränkte sich lediglich auf die Aussage, dass die monatliche Miete sich auf einem absoluten Minimum in zweistelliger Höhe bewege. Umsatzzahlen des Bistros kenne er nicht, da die Pächter keine Zahlen herausgegeben hätten, sagte Buchloes Bürgermeister. 

In Anspielung auf die Kosten von 220.000 Euro sagten die Befürworter des Kiosk-Betriebes, es solle ja dort „kein kleines Einfamilienhaus entstehen“. Man erwarte keinen kostenaufwändigen Neubau sondern eine sparsame und effektive Sanierung, beschränkt auf das zwingend Notwendige. „Dafür sollte eine Investitionssumme im fünfstelligen Euro-Bereich durchaus genügen“. 

Rathauschef Josef Schweinberger antwortete auf die Frage unserer Zeitung, warum er keine preiswertere Lösung, beispielsweise in Form von Eigenleistungen zulassen wolle, dass man schon wegen bisher gemachten Erfahrungen im hygienischen Bereich (Mäuse) nur professionelle Lösungen anstrebe. Teilsanierungen würden ausscheiden. 

Dessen ungeachtet drängen die Kiosk-Befürworter weiter auf den Erhalt des Bistrobereiches. Sie appellieren an den Schulverband, die Entscheidung nochmal zu überdenken. „Noch sei Zeit dazu“. Dafür will die Aktiven-Gruppe um Roland Blochum Unterschriften sammeln. 

Der Betrieb des Hallenbades sei defizitär, betonte Schweinberger. Der Defizitanteil aus dem öffentlichen Betrieb (nicht Schulbetrieb) liege bei rund 150.000 Euro im Jahr, die Einnahmen bei rund 37.500 Euro. 80 bis 100 zahlende Besucher würden pro Tag registriert. CSU-Fraktionssprecher Herbert Barthelmes betonte, „man könne froh sein, wenn wir das Bad halten“. 

4,5 Millionen Euro wird die Sanierung kosten, davon trägt der Freistaat Bayern mit 1,6 Millionen Euro zur Förderung bei. Für die schulische Nutzung müssen die entsprechenden Schulträger aufkommen und für den öffentlichen Badebetrieb die Stadt Buchloe selbst. Neben dem Hallenbad steht in Zukunft auch die Sanierung der Dreifachturnhalle an der Mittelschule an. Zusätzlich hat der Eissportverein zwischenzeitlich Sanierungsbedarf der Eissporthalle angemeldet.

von Siegfried Spörer

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