Klosterbräu verschenkt Bier

2500 Liter Gerstensaft aus Irsee geht als Freibier an hunderte Durstige

Klosterbrauerei Irsee Freibier
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Bevor das Bier der Klosterbrauerei Irsee das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht, wurde es lieber verschenkt.

Irsee – Am Sonntag vergangener Woche kamen rund 500 Besucher bei strahlendem Sonnenschein auf dem Gelände der Klosterbrauerei Irsee in den Genuss eines „Frühen Schoppens“.

2500 Liter bestes Irseer Bier vernichten oder an Freunde der Klosterbrauerei kostenlos ausgeben? Vor dieser Frage stand zwei Tage zuvor der stellvertretende Geschäftsführer und Prokurist des Irseer Klosterbräu, David Frick. Er entschied sich zu einer ungewöhnlichen sonntäglichen Aktion.

Laut Frick sind im Zuge der Corona-Pandemie sowohl das Klosterbräu-Hotel als auch der Klosterbrau-Gasthof von den Hygieneregeln der bayerischen Regierung betroffen. Alleinig die Klosterbrauerei ist voll in der Produktion. Aufgrund der längeren Brauzeit des edlen Bieres ist der Absatz für die Gasthäuser und Wirtschaften im Lande, die ebenfalls den Pandemieregeln unterliegen, etwas ins Stocken geraten. So befanden sich am Abend des 19. Februar noch circa 2500 Liter Bier in den Lagerfässern, deren Lagerzeit dem Ende zuging.

Frick, der in Irsee geboren ist und zwölf Jahre das Bauereihandwerk in einem Brauereikonzern erlernte, ist nach eigenen Angaben nun wieder stark mit dem Markt verbunden und so lag der Wunsch nahe, den Irseern am Sonntag etwas Gutes tun zu wollen. Nach der Festlegung eines für die Bierausgabe notwendigen coronabedingten Hygienekonzeptes kontaktierte der stellvertretende Geschäftsführer per Whatsapp einige Irseer Bürgerinnen und Bürger und teilte ihnen die Eckdaten der sonntäglichen Bierausgabe mit „Die Rückmeldungen kamen spontan nicht nur aus Irsee, sondern auch aus dem ganzen Umfeld, auch München war dabei“, so Frick.

Viele helfende Hände nötig

Der Samstag war für das 20-köpfige Team mit den Vorbereitungen des Ausschankes und der Markierung der Wartekorridore ausgefüllt. Auch die Feuerwehr war eingeplant um die Einfahrt von der Hauptstraße namens Neue Straße zu sichern.

Pünktlich um neun Uhr standen an diesem sonnigen Sonntagmorgen circa 150 Besucher im Wartebereich vom Lagerhaus und vorbei am Gasthaus bis an die Neue Straße.

Die Verbreitung der Nachricht über die sozialen Medien war so groß, dass in den drei Stunden der Ausgabe insgesamt circa 500 Besucher das Areal erreichten und jede Person fünf Liter Bier ausgehändigt bekam.

Frick zufolge bestand die Sorge, ob sich die Besucher an die Einhaltung der Hygieneregeln halten würden. Bei Betrachtung der Situation am Sonntagvormittag war diese Sorge unbegründet. Auf Nachfrage bei zwei Besucherinnen, die nach 30 Minuten die Hälfte des Warteweges hinter sich hatten, war die Antwort: „Wir stehen hier in schöner Umgebung in herrlicher Sonne und freuen uns auf das Geschenk am Ende des Weges“.

Jürgen Wischhöfer

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