40 Jahre Mesnerin

Afra Buchers Einsatz in einem Gottesdienst gewürdigt

Afra Bucher  Mesnerin von St. Stephan in Kleinkemnat
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Afra Bucher war 40 Jahre mit sehr viel Herzblut und Leidenschaft Mesnerin von St. Stephan in Kleinkemnat.

Kemnat – Trotz Landwirtschaft, großer Familie und sehr viel Engagement in Kemnater Vereinen war Afra Bucher 40 Jahre lang immer als Mesnerin für „ihre“ Kirche da und im Einsatz. Am 30. Juni endet ihre lange Tätigkeit.

Nach dem Tod der früheren Mesnerin wurde sie vom damaligen Kirchenpfleger Hans Strehle für diese Aufgabe gewonnen. Weiter arbeitete sie in den Jahren mit Heinz Langer und Klaus Neher im besten Einvernehmen zusammen.

Am Ostermontag würdigten Stadtpfarrer Bernhard Waltner und Pater Ambrosius zusammen mit der Kirchengemeinde die Leistung Afra Buchers in der festlich geschmückten Kirche. Der Gottesdienst wurde an der Orgel von Toni Pfaudler, instrumental und mit Gesang von Carola Bucher und Angela Maccarrone begleitet.

Waltner stellte vor allem den detailverliebten Blumenschmuck, ihre Zuverlässigkeit bei allen anstehenden Aufgaben in Kirche und Friedhof und das besondere Gespür bei den vielen Anlässen heraus. Besonders hob er auch die große Beharrlichkeit in den langen Dienstjahren hervor. Oberministrant Moritz Martin dankte im Namen der Ministrantenschar auch für oftmals notwendige Geduld.

Der Vorsitzende der Pfarreiengemeinschaft von Kaufbeuren, Bernhard Neher, betonte, dass Bucher bereits vor der Mesnertätigkeit aktiv war. Bei Ausflügen und Bergwanderungen sorgte sie für das leibliche Wohl der Mini-Jugend. Er stellte ihr auch die Frage, ob sie sich zu Beginn so eine lange Zeit in diesem Ehrenamt vorstellen konnte. Im Laufe der Zeit wurde diese Aufgabe immer mehr zu einer Berufung, die sie mit viel Herzblut ausübte, wie die Geehrte verriet. Von Anfang an waren Beharrlichkeit und Verbindlichkeit in all ihrem Tun für sie Gebot. Er schloss mit einem besonderen Dank für das lange aufopferungsvolle Wirken.

Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen

Auch der nach Heinz Langer nun amtierende Kirchenpfleger Klaus Neher, der selbst als Ministrant in Diensten von St. Stephan stand, würdigte die immer gute, zuverlässige und sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auch er lobte den immer besonderen Blumenschmuck in der St. Stephanskirche. Klaus Neher fasste in seinem Grußwort die Aufgaben Buchers in Zahlen zusammen. Über 5000 Gottesdienste, zusätzlich Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, laut Arbeitsvertrag für circa 15.000 Stunden. Über 90.000 Kerzen wurden in dieser Zeit angezündet und gelöscht, Bekleiden der Ministranten und das Herrichten musste über 19.000-mal gemacht werden.

Nach seiner Hochrechnung verwendete sie weit über 3800 Stunden für das Schmücken der Kirche, das immer wieder besonders bewundert wird. Er meinte dazu: „Dank sagen heißt würdigen, loben, Wohlwollen zum Ausdruck bringen, Anerkennung geben , Freude über das Geschaffene zeigen und Achtung erweisen“.

Zum Schluss ergriff Afra Bucher selbst das Wort und bedankte sich für die sehr schöne Gestaltung des Gottesdienstes und die ehrenden Worte. Sie schilderte die Anfänge als Mesnerin und hob die Unterstützung damals von der Hanni-Bucher Oma hervor. Nach anfänglichen Bedenken könne sie sagen, dass sie es nie bereut hat, diesen abwechslungsreichen, aber auch schönen Dienst anzunehmen. Am Anfang mussten sogar noch die Glocken mit dem Seil zum Klang gebracht werden, was nicht immer einfach gewesen sei.

Bei kalten Wintern sei oftmals Wasser und Wein in der Sakristei eingefroren. Viele Pfarrer habe sie in den 40 Jahren erlebt, begleitet und auch manchmal „ gerichtet“, was von den Kirchenbesuchern mit einem besonderen Schmunzeln bedacht wurde. Auch den jetzigen Kirchenpfleger habe sie schon als Ministrant unter ihren Fittichen gehabt.

Sie dankte besonders denjenigen Personen, die sie auf vielfältige Weise unterstützt haben. Besonders ihrer Familie – auch wenn ihr Mann manchmal gesagt habe: „Ja hoksch denn scho mea in der Kirch doba“ – und Ingrid Greifenhagen dankte sie für so manche Unterstützung und Aushilfe und Toni Pfaudler für die gute Zusammenarbeit im musikalischen Bereich. Lob gab es von ihr auch für das Pfarrbüro von St. Martin.

Zum Schluss warb sie dafür, dass sich Nachfolger für dieses Amt finden. Die Pfarrei sei ein ganz wichtiger Teil in der Dorfgemeinschaft und dafür lohne es sich einzubringen, meinte Afra Bucher mit etwas Wehmut.

kb

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