6800 Haushalte können ab Januar 2018 im Gebiet Marktoberdorf schnellen Anschluss nutzen

Glasfaser: "Eine große Nummer"

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Start zum Breitbandausbau in Marktoberdorf. Zunächst haben Tiefbauer die Glasfaserrohre entlang der Straße von Bertoldshofen nach Hausen eingezogen.

Marktoberdorf – Einen massiven Schub gibt es im großflächigen Gebiet der Kreisstadt Marktoberdorf beim Breitbandausbau: 6800 Haushalte können ab Januar 2018 schnellere Internetanschlüsse nutzen. Dafür werden bis Ende November 25 Kilometer Glasfaser verlegt. Zudem werden 27 Verteiler aufgestellt. Begonnen wurde mit den Arbeiten Ende September im Bereich Bertoldshofen, wo zunächst die Kabel Richtung Hausen und Selbensberg eingezogen worden sind.

Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell ließ sich mit Blick auf den Start der Maßnahmen zu der Formulierung „Eine große Nummer“ hinreißen. Es handle sich durchaus um eine „Mega-Baustelle“, erklärte er vergangenen Woche bei einem Pressegespräch im Markt­oberdorfer Rathaus, an der für die Stadt auch Stefan Schmid als Breitband-Pate und Mareile Hertel vom Tiefbau-Referat teilnahmen.

Im Gegensatz zum Breitbandausbau an vielen anderen Orten und zu der früheren Maßnahme im Industriegebiet Markt­oberdorf-West greift bei dieser Erschließung mit Glasfaser in den Stadtteilen und im Kerngebiet kein staatliches Förderprogramm. Die Telekom hat den Ausbau selbst übernommen.

Bis zu 100 Mbit in der Sekunde

Durch die Glasfaser und 27 Verteiler mit moderner Technik wird das Netz so leistungsstark, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Auch das Streamen von Musik und Videos wird bequemer. Das maximale Tempo beim Herunterladen steigt auf 100 Megabit pro Sekunde. Im Upload – beispielsweise beim Verschicken von Bilddateien – werden es bis zu 20 Megabit pro Sekunde sein.

Ralf Niepel, Regio Manger der Deutschen Telekom, nennt die Zahl, dass von dem Ausbau 6800 der gut 8000 Haushalte im Markt­oberdorfer Stadtgebiet einen Nutzen ziehen können. Das Verlegen der Kabel mit dem Glasfaser und das Montieren der 27 Verteilerkästen soll Ende November abgeschlossen sein, blickte Matthias Welscher beim Pressegespräch voraus; er ist für die Firma Seibold Telekommunikationsbau vor Ort. Zeitweise seien bis zu 20 Tiefbauer an mehreren Stellen gleichzeitig im Einsatz.

Ab Januar 2018 ist es möglich, Anschlüsse zu buchen. Das schnelle Internet hat freilich seinen Preis. Es kostet mehr als eines mit geringer Datenübertragung. Regional-Beauftragter Niepel von der Telekom möchte im Januar in den Vertrieb einsteigen. Erfahrungen aus anderen Städte und Gemeinden zeigen auf, dass gut 50 Prozent der erschlossenen Haushalte das Angebot auch buchen. „Wir investieren Geld und wollen auch wieder Geld verdienen“, fügt Niepel hinzu.

Das Glasfaser wird von der Vermittlungsstelle in Marktoberdorf – sie befindet sich in einem Gebäude an der Simon-Baumann-Straße – zu den Verteilern gezogen. Die „letzte Meile“ bleibt aber in Kupfer. Damit ist die Wegstrecke vom Verteiler bis zum Haus gemeint. Ist es nur ein kurzes Stück, bleibt die Leistung hoch. Ist der Weg weit, fällt die Leistung bei der Datenübertragung ab.

Abgestimmt mit anderen Baustellen

Mareile Hertel vom Tiefbau der Stadt Marktoberdorf verweist darauf, dass bei der Koordination des Glasfaserausbaues auch auf innerstädtische Projekte Rücksicht genommen werden müsse. Daher werde zunächst in den Außenbereichen gegraben. Die Maßnahme führe dazu, dass „an allen Ecken und Enden der Stadt“ Baugruben aufgerissen werden und teilweise Sperrungen an Gehsteigen oder Straßen erforderlich werden. Breitband-Pate und IuK-Abteilungsleiter Stefan Schmid geht aufgrund häufiger Bürgeranfragen davon aus, dass viele Leute im Stadtgebiet das neue Angebot buchen werden. „Die warten ja drauf.“

jj

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