Gymnasium Marktoberdorf

84 Abiturienten zu Prüfungsbeginn in Quarantäne

Gymnasium Marktoberdorf
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84 Abiturienten des Marktoberdorfer Gymnasiums mussten kurz vor den praktischen Prüfungen in häusliche Quarantäne. Ausfallen musste das sogenannte Additum jedoch nicht.
  • vonSelma Höfer
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Marktoberdorf – Es klingt wie ein schlechter Scherz. Nur wenige Tage vor Beginn der praktischen Sport- und Musikprüfungen des Abschlussjahrgangs am Gymnasium Marktoberdorf zeigten drei Schüler Symptome und wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Nicht nur diese drei mussten daraufhin zu Hause bleiben. 84 der 96 Abiturienten wurden in häusliche Quarantäne geschickt. Ausgefallen ist das sogenannte Additum jedoch nicht, wie Schulleiter Wilhelm Mooser dem Kreisbote berichtete.

Am Montag fanden die praktischen Sport-, am Mittwoch die dementsprechenden Musikexamen statt. „Beide Prüfungen sind gut abgelaufen“, sagte Oberstudienrat Mooser. Das war nur durch eine Sonderregelung im Infektionsschutzgesetz möglich. Denn bis auf zwölf Abiturienten, die keinen Kontakt mit den erkrankten Mitschülern hatten, galt für den Rest des Jahrgangs: Zuhause bleiben. Einzig für ihre Prüfungen durften die Schüler mit einer Sondererlaubnis die Quarantäne verlassen.

Bis auf einen Musik-Abiturienten, der zu den positiv Getesteten zählte, legten alle Schüler ihre praktische Prüfung ab. „Sie kommen zur Schule, machen ihre Prüfung und fahren wieder heim“, berichtete der Schulleiter. Das habe alles gut funktioniert.

„Es ist ein Gebot der Fairness und ein Gebot der Sicherheit“, dass bis Ende der Quarantäne für alle 96 Schüler nun Distanzunterricht stattfindet, sagte Mooser. Auch werden alle Abiturienten die Schule bis zu den schriftlichen Prüfungen nicht mehr besuchen, um das Risiko einer Wiederholung der Situation und mögliche Ansteckungen mit Sars-Cov-2 zu vermeiden.

Nur eine Lehrerin betroffen

Während beinahe alle Abiturienten in die Quarantäne mussten, betraf es glücklicherweise nur eine Lehrerin. Sie war mehr als drei Wochenstunden mit den erkrankten Schülern zusammen. Außer ihr, das überprüfte das Gesundheitsamt des Landkreises Ostallgäu, wurden alle weiteren Lehrer der Q12 als Kontaktperson 2 eingestuft, negativ getestet und konnten weiter präsent unterrichten.

„Bisher alles gut gemeistert“

Obwohl Mooser nur noch die notwendigsten Dokumente abhefte, reiche der große Leitz-Ordner auf seinem Schreibtisch nicht mehr für die ganzen Bestimmungen aus zahlreichen Schreiben des Kultusministeriums. „Es ändert sich ständig.“ Der Schulleiter und das Kollegium müssen immer wieder und schnell auf neue Regeln und Vorgaben reagieren. „Wir bleiben optimistisch und haben bisher alles gut gemeistert“, sprach Mooser den Kollegen und seinen Schülern ein Lob aus. Auch wenn es nicht leicht sei, würden es alle „gelassen“ nehmen. „Es läuft so gut, weil sich wirklich fast jeder an die Spielregeln hält.“

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