Was alles geboten wird

900-Jahr-Feier: Ausblick auf das Sulzschneider Jubiläum

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Roland Müller: Ortssprecher für Sulzschneid im Marktoberdorfer Stadtrat.

Marktoberdorf-Sulzschneid – Nicht mit einem konzentrierten Veranstaltungsmarathon, sondern mit mehreren Aktivitäten, die über acht Monate verteilt sind, soll 2020 das Jubiläum 900 Jahre Sulzschneid gebührend begangen werden. Festakt, Ausstellung, historischer Feldtag, Theater und eventuell sogar ein Abend zu einem politischen Thema – all das will die Dorfgemeinschaft auf die Beine stellen. Der Kreisbote fragt bei Roland Müller (67) nach; er ist Ortssprecher im 600 Einwohner zählenden Sulzschneid, dem kleinsten und südlichsten Stadtteil Marktoberdorfs.

Wie weit sind die Vorbereitungen fürs Jubiläum schon gediehen?

Müller: Wir sind schon gut vorangekommen mit der Ideensammlung und mit den Vorbereitungen. Einige Termine stehen schon. Aber wir sind offen für weitere Vorschläge. Darum geht es auch bei der nächsten Zusammenkunft am Donnerstag, 12. September, wenn abends im Vereinsheim nicht nur alle Vertreter aus Vereinen sondern aus anderen Gruppierungen von Sulzschneid, Balteratsried und Hummeratsried an einem großen Tisch sitzen.

Wie stellt ihr euch den Auftakt ins Jubiläumsjahr vor?

Müller: Los geht’s mit einem Festakt. Der ist am 7. März. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschichte unserer Ortschaft. Dr. Thomas Kehle, der schon im Herbst 2018 zu 900 Jahre Sulzschneid einen viel beachteten Vortrag im Marktoberdorfer Rathaus gehalten hatte, wird die Gäste auf einen Streifzug durch die Jahrhunderte mitnehmen.

Vorbereiten wollen wir auch eine Ausstellung. Die wird im Juni 2020 mehrere Wochen lang im Pfarrheim zu besichtigen sein.

Und wie geht’s weiter?

Müller: Im Juni stellen wir für zwei Wochenenden ein Festzelt auf. Am Wochenende vom 12. bis 14. Juni soll es ein Markttreiben geben, zu dem auch ein Münzpräger kommen soll. Zugleich ist ein historischer Feldtag vorgesehen, wobei dafür die Oldtimerfreunde Sulzschneid die Organisation in die Hand nehmen. Da gibt’s alte Bulldogs genauso zu sehen wie Schwadenrechen und Hoinzen. Am gleichen Wochenende erwarten wir auch Gäste aus Minseln, die wir mit einem Kameradschaftsabend begrüßen.

Besuch aus dem Badischen – was hat es damit auf sich?

Müller: Mit Minseln, das ist ein Stadtteil von Rheinfelden im Landkreis Lörrach, pflegen die Sulzschneider schon lange eine Freundschaft. Diese besteht seit den fünfziger Jahren. Der frühere Handwerker Michael Osterried ging auf die Walz und ließ sich in Minseln nieder. Dort wurde er sogar Bürgermeister und blieb es – länger als es einigen Bürgern recht war. Osterried hatte die freundschaftlichen Bande zu seinem Heimatort geknüpft. Und er soll, so erzählten es die älteren Leute, bei den meisten Jugendstreichen dabei gewesen sein.

Warum bleibt das Festzelt noch für ein zweites Wochenende stehen?

Müller: Weil die Sulzschneider Trachtler da für den Oberen Lechgau, dem mehrere Vereine von Marktoberdorf bis Wildsteig angehören, den Gaujugendtag ausrichten möchten.

Was ist mit den Überlegungen dazu, zum Jubiläum auch ein politisches (Streit-)Gespräch aufzuziehen?

Müller: Ja, da müssen die Gedanken noch reifen. Mir ist so eine Veranstaltung mit politischem Hintergrund schon ein Anliegen. Mit politisch meine ich nicht schwarz, rot, grün und so weiter. Sondern vielmehr solche Fragen, wie sich die Gebietsreform von 1972 ausgewirkt hat, wie es um das Miteinander der Kernstadt und der ländlichen Stadtteile in Marktoberdorf steht, was die Anbindung betrifft (Stichwort ÖPNV), wie sich Kindergarten und Schule entwickeln, wie sich die Tendenz zum Zentralisieren bemerkbar macht oder auch die Frage, wie wir uns Sulzschneid oder andere Dörfer in 20 bis 25 Jahren vorstellen. So ein Abend kann, wenn er in die Veranstaltungsreihe für 2020 in Sulzschneid aufgenommen wird, durchaus auch in Marktoberdorf abgehalten werden.

Themenwechsel. Das Jubiläum soll auch Stoff fürs Theater bieten?

Müller: Ja, es sollen an einem Theaterabend Szenen aus der Sulzschneider Geschichte nachgespielt werden. In Szene setzen wird dies Stefan Grassmann, der zu unserer Dorfgemeinschaft gehört. Es gibt außerdem noch Ideen für ein weiteres Theater.

Nämlich?

Müller: So viel weiß ich dazu noch nicht. Mundartkabarettist Walter Sirch, der weithin bekannt ist und auch bei uns in Sulzschneid wohnt, denkt da an eine Sage „Der wilde Hund von Sulzschneid“. Aber wie erwähnt, das ist dann im Bereich der Sage. Denn wir Sulzschneider sind im allgemeinen umgängliche Leut‘. 

jj

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