Agco Fendt: Der "Sozialplan" steht – Transfergesellschaft soll Angestellte vermitteln

570 Arbeitsplätze werden abgebaut

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Aufgrund der Umsatzrückgänge wird das Unternehmen Fendt 570 Arbeitsplätze abbauen. Davon betroffen sind 450 Leiharbeitsstellen sowie 120 Stellen beim Betriebsstamm.

Marktoberdorf – Rund 570 Arbeitsplätze wird das Unternehmen Fendt zum 1. Januar 2015 abbauen. Das hat am Mittwoch (nach Redaktionsschluss der Mittwochsausgabe) der Pressesprecher von Agco/Fendt Sepp Nuscheler auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.

„Wir sind jetzt in der Umsetzungsphase der Anfang November angekündigten Maßnahmen. Zur Anpassung des Unternehmens werden wir aufgrund des allgemeinen Marktrückgangs an den Standorten Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim die aktuell rund 450 Leiharbeitsstellen reduzieren und darüber hinaus von den insgesamt 4200 Stammarbeitsplätzen rund 120 Stellen streichen“, erklärt Pressesprecher Nuscheler gegenüber unserer Zeitung. 

Wie berichtet, hatte die Geschäftsführung mit dem Gesamtbetriebsrat in den letzten Tagen und Wochen mit Blick auf die angekündigten Entlassungen einen „Sozialplan“ ausgearbeitet, der nun auf „vernünftigen Füßen steht“, so Nuscheler. 

Demnach werde eine Transfergesellschaft initiiert, finanziert von der Agentur für Arbeit und Fendt. Diese solle die Arbeitskräfte weiter vermitteln oder für andere Tätigkeiten qualifizieren. Darüber hinaus sehe der Sozialplan aber auch Abfindungen, Vorruhestandsregelungen und Versetzungen innerhalb des Unternehmens vor. 

Ferner bietet Fendt ein sogenanntes „Sabbatjahr“ an, in dem sich Mitarbeiter weiterbilden und danach ins Werk zurückkehren können, wenn dies möglich sei, erklärt Nuscheler. Wie berichtet, waren die Absatzzahlen bei Fendt heuer deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, so sollen heuer nur rund 14800 Schlepper vom Band laufen. 

Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2013 waren es fast 18000 verkaufte Traktoren. Laut Nuscheler rechne man für 2015 mit noch geringeren Zahlen. Vorsichtig optimistisch geht er jedoch nicht von den für den gesamten Landtechnik-Markt prognostizierten Umsatzrückgängen von bis zu 20 Prozent aus. Entsprechend werde jetzt auch nicht über einen weiteren Stellenabbau nachgedacht, zudem müsse man abwarten, welche Wirkung die jetzt getroffenen Umstrukturierung im ersten Quartal 2015 zeigt, so Nuscheler. 

Dazu gehöre auch, wie schon berichtet, die Umstellung wieder zum Einschichtbetrieb. Obwohl sich die gesamte Landtechnikbranche in einer Rezession befinde, machte Nuscheler deutlich, dass das Unternehmen auf finanziell soliden Füßen steht. 

Dennoch seien diese oben genannten Schritte notwendig gewesen, um sich in wirtschaftlich schwierigen Phasen schneller an den Markt anpassen zu können. Aus der Rezession 2009 habe man gelernt, denn „eine ausbleibende Reaktion auf die wirtschaftlichen Veränderungen würde das ganze Unternehmen gefährden“, so der Unternehmenssprecher gegenüber dem Kreisbote. von Kai Lorenz

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