Mit Bürgermedaillen geehrt

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Verleihung der Obergünzburger Bürgermedaille 2015: Laudator Ernst Hartmann (von links), Chorleiterin Helga Waibel, Erster Bürgermeister Lars Leveringhaus, ehemaliger Dirigent Xaver Schad und Laudator Herbert Schmid

Obergünzburg – Chorleiterin Helga Waibel und dem früheren Dirigent Xaver Schad ist vergangene Woche die Bürgermedaille des Marktes Obergünzburg verliehen worden. Musikalisch umrahmt von der Musikkapelle Willofs stellte Bürgermeister Lars Leveringhaus fest: „Heimat ist dort, wo man seinen Lebensfaden festgemacht hat“ und unterstrich damit die Auswahl der beiden Auszuzeichnenden.

„Beide sind Träger der heimatlichen Kultur und vermitteln uns Heimat“, so der Bürgermeister. Mit Hinweis auf die nicht automatisch jährlich stattfindende Verleihung äußerte er die Hoffnung, auch in Zukunft würdige Träger der Bürgermedaille zu finden. 

In die Laudatio für Helga Waibel leitete der Ebersbacher Mühlbachchor und der Ebersbacher Schützenchor, verstärkt durch eine Abordnung des Marktoberdorfer Liederkranzes, ein. In seiner Festrede hob der Laudator Ernst Hartmann aus Ebersbach das frühe musikalische Talent von Helga Waibel hervor, das sie früh zum Erlernen der Zither und später zum Aufbau und zur Leitung der verschieden Chöre führte. 

Zu den Höhepunkten ihres musikalischen Schaffens gehörten laut Hartmann, die Aufführung des von ihr verfassten Kneipp-Musicals „Wenn Liebe fließt…“ und ein Chorvortrag im Petersdom in Rom. Mit ihrem Lebensmotto „Geht nicht, gibt’s nicht“ brachte sie vieles, was Unmöglich erschien, auf den Weg. In ihrer Danksagung fragte sich Helga Waibel: „Warum gerade ich?“ und freute sich dennoch über die Auszeichnung und darüber, dass sie diese noch zu Lebzeiten erreiche. „Ich blicke mit Dank zurück,“ meinte Waibel, „der Erfolg war nur im Zusammenwirken aller möglich.“ 

In seiner Lobrede auf Xaver Schad wies Herbert Schmid aus Willofs darauf hin, dass für ihn drei Begriffe fest miteinander verbunden seien: Willofs – Blasmusik – Xaver Schad. „Er lebt für die Musik und ist von der Musik beseelt“, schwärmte Schmid. Mit elf Jahren begann Schads musikalische Ausbildung, die ihn unter anderem bis zum Dirigenten der Willofser Musikkapelle führte. 

In zahlreichen Auftritten mit Stimmungs- und Tanzmusik leitete er die Kapelle und erarbeitete mit ihr auch einen Big-Band-Sound. Er war mit viel Engagement bei Wertungsspielen und Kirchenkonzerten dabei und auch schon mal schwer enttäuscht, wenn sie „nur“ den zweiten Platz belegten. Viel Herzblut legte er auch in die Bildung einer erfolgreichen Alphornbläsergruppe. Diese bedanke sich mit dem von Xaver Schad selbst komponierten Lied „Ein schönes Leben“, was er sichtlich bewegt entgegen nahm. 

Seinen Dank richtete Schad zunächst „nach oben, an den Herrgott”. Einen Satz aus der Laudatio, er spiele mit Herz und Verstand, stellte er richtig: „Musiker spielen von Herzen gern. Also muss es eigentlich heißen: Mit Herz und Seele!“. Dreifachen Dank richtete er an seine Frau: „Dank für ihren Rat, Dank für ihre Hilfe und Dank für ihre manchmal notwendige Fürsorge“. 

Abschließend kam noch einmal Gänsehautgefühl auf, als die Musikkapelle auf der Bühne im Hirschsaal aufstand und zusammen mit den vereinigten Chöre als Dankeschön an die neuen Träger der Bürgermedaillen, das Lied „Wir Musikanten“ schmetterten. Begeistert klatschte das Publikum mit und bewirkte auf diesem Wege sogar noch eine Zugabe. Eine Zugabe für zwei würdige Träger der Bürgermedaille für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement.

von Wolfgang Krusche

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