Premiere 

Theater im Turm: Theaterinszenierung von Cornelia Funkes Buch „Drachenreiter“

+
Überlegen gemeinsam, wie der Saum des Himmels am besten zu erreichen ist (v.l.): Schefelfell (Ulrike Tabery), Lung (Dominik Chmiel), Guinever (Isabel Schumann), Prof. Wiesengrund (Bernd Frank) und Ben (Nico Grigore).

Kaufbeuren-Neugablonz – Mit „Drachenreiter“ von Cornelia Funke in einer Bühnenfassung von Moritz Seibert und Marco Dott hatte sich das Theater im Turm wieder an ein anspruchsvolles Projekt gewagt. Am vergangenen Samstag feierten sie damit eine erfolgreiche Premiere.

Bei dieser Inszenierung sind besonders die genialen Kostüme der Fabelwesen hervorzugeben, welche Renate Jung nach den Ideen der Regisseure Tom Schumann, Neli Sagner und Alex Schmiddunser gestaltet hat.

Funkes Roman erzählt vom Waisenjungen Ben (liebenswert und bescheiden, dennoch selbstbewusst gespielt von Nico Grigore), der aus seinem Heim ausgerissen ist. Er trifft in einem Hamburger Lagerhaus das meist schlecht gelaunte und immer misstrauische Koboldmädchen Schwefelfell (Ulrike Tabery). Sie begleitet den ruhige Weisheit ausstrahlenden, stets vermittelnden Silberdrachen Lung (Dominik Chmiel). Die beiden suchen in Hamburg das Rattenpaar Gilberta (Sarah Jung) und Gilbert (Mario Kämper), um sie nach dem Weg zum legendären und sagenumwobenen „Saum des Himmels“ zu fragen, wo andere Silberdrachen einst Zuflucht vor den Menschen und dem drachenfressenden Erzfeind Nesselbrand, dem Goldenen, gesucht haben.

 Von den Ratten bekommen sie eine Karte, auf der die Flugroute zum „Saum des Himmels“ eingezeichnet ist. Da Schwefelfell die Karte trotz aller Angeberei nicht lesen kann, erklärt sie sich widerwillig einverstanden, Ben mitzunehmen. Die Flugroute kann das Publikum immer in einer animierten Projektion auf dem Gazevorhang verfolgen. Zuerst landet Lung mit Schwefelfell und Ben in der Nähe einer unheimlichen Burg. Sie werden vom Steinzwerg Kiesbart aufgespürt. Eine Glanzleistung von Melanie Claus, die all ihre Auftritte als Steinzwerg auf Knien absolviert, was durch Riesenfüße kaschiert wird.

Abenteuerlich

Kiesbart ist ein Diener von Nesselbrand, der in der Burg wohnt, und erstattet ihm umgehend Bericht. Dessen anderer Diener, Homunculus Fliegenbein (Rebekka Chmiel), wird von Nesselbrand hinter Lung und seinen Gefährten her geschickt. Nächste Station ist Ägypten, wo Schwefelfell und Fliegenbein von Prof. Schwertling (Sabine Frank) gefangen und in Käfige gesteckt werden. Fliegenbein ist geschickt im Schlösserknacken und hilft mit Ben und Guinever (Isabel Schumann), der Tochter von Prof. Wiesengrund, den Gefangenen beim Entkommen. Prof. Wiesengrund (Bernd Frank) erzählt von der Drachenforscherin Subaida Ghalib (Katrin Uhlir) und vom fast allwissenden „1000-äugigen Dschinn“ (Anneliese Hirche). 

Allerdings sind Fragen an diesen nicht ganz ungefährlich: Wer seine Frage nicht exakt nach den Bedingungen des Dschinns stellt, wird für immer zu dessen Diener. Ben stellt die Frage korrekt. Allerdings ist die Antwort ein weiteres Rätsel. Von Drachenforscherin Subaida erfahren die Reisenden, dass gemäß einer Weissagung der Drachenreiter einst wiederkommen und die Drachen befreien werde. Sie hält Ben für den prophezeiten Drachenreiter. 

Mondsteine

Inzwischen ist dort auch Prof. Wiesengrund angekommen, der Ben warnt, dass Nesselbrand sie entdeckt hat. Fliegenbein outet sich als Spionin Nesselbrands und will jetzt Bens Diener sein, weil dieser ganz ohne Grund nett zu ihr war. Schließlich erreichen die Gefährten das vom Dschinn gezeigte Kloster im Himalaya. Auch der Lama (Roman Ziegler) sieht in Ben den Drachenreiter aus der Prophezeiung und übergibt ihm ein Kästchen mit Mondsteinen. Mit deren Hilfe ruft Ben Burr-Burr-Tschan (Steffi Dressler), den vierarmigen Grabkobold, der geholfen hat, die Drachenhöhle am Saum des Himmels zu graben und natürlich den Weg dorthin weiß. Dort trifft Lung nur noch einen Silberdrachen an, das Drachenmädchen Maia (Lisa Becker). Die übrigen Drachen sind aus lauter Angst vor Nesselbrand versteinert. 

Wie es die Gefährten nun schaffen, das für ein Märchen obligatorische Happy End herbeizuführen und Nesselbrand zu besiegen – das muss man sich schon selbst ansehen. Acht junge Nachwuchsschauspieler runden als Hamburger Straßenkinder, tibetanische Mönche und kleine Steinzwerge die geschlossene Ensembleleistung ab, die das kleine Premierenpublikum mit tosendem Applaus belohnte. Ein Besuch der weiteren Aufführungen lohnt sich jedoch nicht nur für kleine, sondern auch für große Zuschauer.

Sehenswert

Weitere Aufführungstermine sind am Samstag, 2. und Sonntag, 3. November, Samstag, 9. und Sonntag, 10. November, sowie Samstag, 16. und Sonntag, 17. November, jeweils um 16 Uhr im Pfaarsaal Herz Jesu Kirche in Neugablonz. Kartenvorverkauf in der Buchhandlung Menzel, Neugablonz.

von Ingrid Zasche

Auch interessant

Meistgelesen

Antenne Bayern Moderatorin spielt Esel auf dem Kaufbeurer Weihnachtsmarkt
Antenne Bayern Moderatorin spielt Esel auf dem Kaufbeurer Weihnachtsmarkt
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Steinmetz Rudolph aus Obergünzburg erhält Schweizer Qualitätszeichen
Steinmetz Rudolph aus Obergünzburg erhält Schweizer Qualitätszeichen

Kommentare