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Abgemagerte Rinder: Ostallgäuer Landwirt wegen Tierquälerei verurteilt

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Ein Landwirt aus dem Ostallgäu wurde vom Amtsgericht Kaufbeuren verurteilt, weil er die Tiere auf seinem Hof vernachlässigt hatte. © Symbolfoto: PantherMedia / amedeoemaja

Ostallgäu/Kaufbeuren – Ein Ostallgäuer Landwirt ist am Montag vom Amtsgericht Kaufbeuren zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt worden. Der 50-Jährige hat eingeräumt, seine 50 Rinder vernachlässigt zu haben.

Nach dem Tierskandal von Bad Grönenbach im vergangenen Sommer erregt das Thema besonderes Aufsehen. Insgesamt hatte die Anklage im aktuellen Fall 22 Verstöße gegen das Tierschutzgesetz aufgeführt. Auf dem Hof des Landwirts standen Jungtiere knietief im Kot und Dreck. Die Rinder waren unterversorgt und abgemagert. Tote Tiere lagen direkt daneben teils wochenlang im Unrat, berichtete eine schockierte Amtstierärztin vor Gericht. Bei der letzten Kontrolle im April 2019 sprach das Landratsamt nach diesem Anblick der leidenden Tiere sofort ein Tierhalteverbot aus.

Vor Gericht räumte der Landwirt die Vorwürfe ein, seine Anwältin gab für ihn eine Erklärung ab. Er sei mit dem Betrieb überfordert gewesen, besonders nach einem Waldunfall. Seitdem sei er zu 60 Prozent schwerbehindert und habe sich immer weniger um die Rinder kümmern können.

Der Richter sah eine reine Geldstrafe als zu gering an und verhängte daher eine zusätzliche Bewährungsstrafe. Der Verurteilte lebt derzeit von 640 Euro Privatrente und muss Unterhalt für sein Kind zahlen – deshalb die recht geringe Geldstrafe.

kb

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