Abiturzeugnisvergabe am Jakob-Brucker-Gymnasium

Aufbruch zu neuen Ufern

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Rektor Christof Walter (v. li.) mit den Jahrgangsbesten (jeweils 1,0) Daniel Waldschmidt, Alina Riefler, Florian Donhauser, Alexander Koller und Stiftungsvorstand Walter Pischel.

Kaufbeuren – Einen besonderen Tag feierte der Abiturjahrgang 2017 des Jakob-Brucker-Gymnasiums vergangene Woche im Kaufbeurer Stadtsaal: Für 143 junge Menschen hieß es, Abschied von ihrer Schulzeit zu nehmen. In einer offiziellen Zeremonie wurden den Absolventen ihre Abschlusszeugnisse überreicht. Dabei konnte man in viele stolze und gerührte Gesichter blicken.

Immer ist es eine emotionale Angelegenheit, wenn ein prägender Lebensabschnitt vorüber geht, sich die Wege von Kameraden in einer Gemeinschaft trennen: Seinen Schülerinnen und Schülern wünschte Oberstufenkoordinator Fritz Erbshäuser einen wachen Geist; vieles passiere in der Welt, das die Ängste der Menschen schüre, da gelte es, gemeinsam Lösungen zu suchen, über die Ursachen nachzudenken. Die glücklichen Bedingungen für eine gute Bildung, die die Schüler hätten, seien keineswegs selbstverständlich, sondern ein Luxus, der nicht allen zuteil werde.

Elternbeiratsvorsitzende Janina Shafik sprach von der Erleichterung darüber, dass die Zeit des Lernens für Prüfungen vorbei sei, und fragte sich im Hinblick auf die aktuelle Weltlage, was die Zukunft für die jungen Menschen bereithält: Hoffentlich eine, in der sie „frei sein, feiern, den Moment genießen können“. Bestenfalls solle es eine sein, in der sie ihre Visionen und Träume verwirklichen können, und Verantwortung für ihr eigenes und einziges Leben tragen.

Unter großem Beifall richtete Jahrgangsstufensprecher Nico Reichl seine Worte an das Publikum. Im Zuge der anstehenden Sanierung des Schulgebäudes erinnerte er an das teilweise nicht sehr ansehnliche Interieur der Schule, und legte dem Architekten ans Herz, diesmal „ein bisschen mehr Gedanken bei der Gestaltung“ zu investieren. Doch auch viel Positives hatte Reichl zu berichten: Die Schulgemeinschaft werde im „Brucker“ besonders groß geschrieben; viele neue Kontakte habe man als Schüler schließen können, und durch Ermutigung seitens der Lehrer sei den Schülern die Angst vor dem Abitur genommen worden. „Hisst die Segel“, rief Reichl seine Mitschüler auf, „lasst euch vom Wind tragen – und vielleicht trägt er euch irgendwann nach Kaufbeuren zurück“.

Viel zu früh zöge man an diesem Abend den Schlussstrich, so klang ein wenig Wehmut in der Ansprache von Schulleiter Christof Walter mit. Niederschläge, traurige Momente, aber auch viel Schönes hätte es in der Schulfamilie gegeben: Zusammenhalt als Weggefährten, witzige Situationen, skurrile Typen mit liebenswürdigen Eigenarten. Walter wünschte den Abiturienten, dass sie gelegentlich auf denkwürdige Ereignisse zurückblicken, aber auch, dass Negatives als Erfahrungsschatz wahrgenommen wird, der einen „nicht bestimmt“.

„Der Augenblick des Handelns ist jetzt“ lautete die Aussage des Rektors, passend zum Zitat des französischen Schriftstellers Albert Camus: „Die wahre Großzügigkeit gegenüber der Zukunft besteht darin, alles der Gegenwart zu geben“. Augen und Herzen sollen die Absolventen offen halten und ihre Mitmenschen nicht vergessen.

Beste Wünsche gab auch Oberbürgermeister Stefan Bosse den jungen Menschen an diesem „Tag der Freude, an dem emotional und gedanklich so vieles abläuft“ mit auf den Weg. „Nach Ihnen wird alles besser“ scherzte Bosse mit den Schulabgängern in Anspielung auf die zukünftige Erneuerung des Schulgebäudes. Er bot an, die Verabschiedung des nächsten Jahrgangs im Eisstadion abhalten zu können, „wahlweise auf Eis oder Beton“. Schön fände es der OB in jedem Fall, wenn die Abiturienten irgendwann nach Kaufbeuren zurückkehren würden.

29 der Abiturienten erreichten einen Schnitt von 1,5 und besser, und eine überragende 1,0 haben Florian Donhauser, Alexander Koller, Alina Riefler und Daniel Waldschmidt erzielt. Diese vier erhielten die Auszeichnung der mit 1000 Euro dotierten Frank-Hirschvogel-Stiftung zur Förderung von begabten Jugendlichen aus der Region.

Das musikalische Profil der Schule war zwischendurch in der professionellen Untermalung mit Blasmusik, Gitarre und Cajon und dem virtuosen Klavier- und Violinenspiel hervorragend zu hören.

von Mahi Kola

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