Eine Ära ist zu Ende

Abriss des alten Eisstadions ist in den letzten Zügen

Der Abriss ist in den letzten Zügen. Nur noch wenig erinnert an das alte Eisstadion des ESV Kaufbeuren.
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Der Abriss ist in den letzten Zügen. Nur noch wenig erinnert an das alte Eisstadion des ESV Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Wo früher die Kultstätte des Kaufbeurer Eishockey gestanden hat, erinnern in diesen Tagen nur noch ein paar kleine ­Baureste an die altehrwürdige Sparkassen-Arena. Gerade für die älteren Zuschauer war dieses Stadion weit mehr als nur eine Sportstätte. Viele Fans verbinden die langjährige Heimspielstätte des ESV Kaufbeuren mit sehr emotionalen Momenten. Von grandiosen Siegen über überschwängliche Aufstiegsfeiern, bis hin zu bitteren Niederlagen hat dieses Stadion so ziemlich alles erlebt.

1969 wurde das Stadion im Jordanpark eröffnet. Rund 6.000 Zuschauer fanden damals offiziell Platz, doch gab es auch Spiele, wo sich deutlich mehr Fans durch die Stadion-Tore drängten.

Noch vor der Errichtung des heutigen Berliner Platzes mit seinen Parkplätzen und der Tiefgarage mussten sich die Fans über den schmalen Weg zwischen dem damaligen Gefängnis und dem Gasthaus Bad Richtung Kassenhäuschen ihren Weg bahnen. Sogar von der Parkseite gab es früher eine Kasse mit Einlass. Auch das Innere der „alten Lady“, wie sie von den Fans gerne genannt wurde, erlebte in all den Jahren seine persönliche Renaissance. Wo die Sitzplätze bis zuletzt mit Plastikschalen ausgestattet waren, musste man früher auf einer durchgehenden Holzbank um jeden Zentimeter mit seinem Nebenmann kämpfen. Auch die Anreihung der Sitz- und Stehplätze wurde immer wieder mal verändert.

Wo in der heutigen Zeit eine Rundumverglasung mit Plexi­glas ganz normal ist, war früher hinter den Toren und in den Rundungen lediglich ein etwas höherer Maschendrahtzaun angebracht. Und auch die Zuschauer auf den Seiten saßen ohne Schutz auf ihren Plätzen.

Das gute alte ESVK-Logo unter der Anzeigetafel wird bei vielen Fans in Erinnerung bleiben.

Bittere Momente gab es auch schon in früheren Zeiten. Zu Beginn der 1980er Jahre stürzte durch eine Schneelast ein kleiner Teil des Daches ein. Zum Glück wurde niemand verletzt. In dieser Zeit musste der ESVK das Angebot des EV Füssen annehmen und einen Teil seiner Heimspiele am berühmten „Kobelhang“ austragen. Im Januar 2008 erwarb die Sparkasse Kaufbeuren die Namensrechte des Stadions, das sich ab diesem Zeitpunkt Sparkassen-Arena nennen durfte.

Am 14. Dezember 2012 folgte dann ein weiterer Nackenschlag für den Verein, als die Stadt das komplette Stadion aus statischen Gründen bis auf Weiteres sperrte. Wieder musste der Verein für seine Heimspiele auf Wanderschaft gehen und erlebte dabei von den Nachbarvereinen eine tolle Solidarität. Notdürftig wurde die alte Spielstätte dann mit einer Sondergenehmigung bis 2017 saniert. Dabei wurde die Zuschauerkapazität von 4.600 Plätzen noch einmal auf 2.600 reduziert. Durch die Beschränkungen, die durch Gitterzäune abgegrenzt wurden, hatte das Stadion natürlich längst den Charme früherer Jahre verloren. Doch eine Stadiongaststätte wie es der „Puck“ war, würden sich viele Eishockeyfans auch in der heutigen Erdgas-Schwaben-Arena wünschen. Der Puck war für alle Fans ein beliebter Treffpunkt im Stadion, wo man sich vor und nach dem Spiel zum Fachsimpeln getroffen hat.

Auch der eine oder andere Spieler mischte sich nach dem Duschen noch unter die Fans. Und auch so manche Niederlage wurde dort bis spät in die Nacht ertränkt.

Nun ist dies alles Geschichte, doch die Kultstätte, die „alte Lady“ wird bei den Fans im Gedanken sicher immer weiter existieren.

Thomas Schreiber

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