Telekom sagt ab

Vertragsergänzungen beim Grundstückverkauf nötig

Die Erschließung des Baugebietes „Große Schweiber“ ist angelaufen.
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Die Erschließung des Baugebietes „Große Schweiber“ ist angelaufen.

Irsee – Über dem Baugebiet „Große Schweiber“ in Irsee schweben dunkle Wolken. Zum einen hat die Deutsche Telekom der Grundversorgung des Baugebietes eine Absage erteilt. Zum anderen könnten Zusatzkosten auf die zukünftigen Häuslebauer zukommen. Der Grund: Beschädigung der Baulandgrenzmarkierungen, die dann kostenpflichtig neu gesetzt werden müssten. Beides stieß beim Irseer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auf Unverständnis.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Versorgung mit Telekommunikation eine staatliche Aufgabe, die Deutsche Reichspost und später die Deutsche Bundespost waren verpflichtet, jeden bestellten Telefonanschluss zu legen und zu schalten und lag er noch so exotisch auf einem einsamen Bergbauernhof. Aus dieser Grundverpflichtung ist die Deutsche Telekom vom Gesetzgeber inzwischen bis auf wenige Einschränkungen entbunden worden.

Laut Bürgermeister Andreas Lieb teilte der Netzanbieter nun dem Gemeinderat Irsee in einem Schreiben mit, dass die Telekom aus Kostengründen für den Grundausbau der Telekommunikations-Versorgung im Baugebiet „Große Schweiber“ nicht zur Verfügung stehe.

Ein Grund für die Absage der Telekom könnte nach Aussage Liebs neben den Kosten auch die Tatsache sein, dass der Bund mit der „Graue-Flecken-Förderung” den Ausbau von Glasfasernetzen vorantreiben will und das Land Bayern ein Förderprogramm für eine Gigabitversorgung bereit hält, welches durch die Gemeinde in Anspruch genommen werden könne (wir berichteten).

Egal welche Alternativen jetzt zum Tragen kämen, das Problem sei laut Lieb der nicht vorhersagbare Zeitpunkt der Umsetzung der Telekommunikationsversorgung.

Grenzsteine weg

Ein weiterer Knackpunkt an diesem Abend war die Information des Vermessungsamtes Marktoberdorf, das die Vermessungen und Markierungen der Grundstückgrenzen im Baugebiet „Große Schweiber“ bereits vorgenommen hat. Sollten Grenzmarkierungen ihre Position verlieren oder gar ganz fehlen, dann drohen laut Bürgermeister Lieb dem Grundstückbesitzer im schlimmsten Fall Mehrkosten von rund 25.000 Euro.

Nach Aussage des Gemeinderates und Architekten Max Kehrbaum ist das eine „heikle Sache“, denn während der gesamten Bauzeit seien Beschädigungen der Vermessungspunkte nicht auszuschließen. Den Verursacher ausfindig zu machen, sei zudem beinahe unmöglich.

Um hier eine Haftung durch die Gemeinde auszuschließen, sind beide Punkte (Telekommunikations-Grundversorgung und Grenzsteine) mit notarieller Hilfe in die Kaufverträge für die Grundstücke eingearbeitet worden.

Weiterverkauf geregelt

Hat der Gemeinderat schon beim Verkauf der Grundstücke darauf hingearbeitet, dass ausschließlich Bewohner aus Irsee zum Zuge kommen, so regelt der Kaufvertrag jetzt auch den Weiterverkauf. So könne der Grundstückbesitzer in den nächsten zehn Jahren das Objekt zwar an seinen Ehegatten und an die direkten Nachkommen veräußern, aber nicht an externe Interessenten.

Mehr aus dem Gemeinderat Irsee:

Neuer Brunnen an Kirche

Die ehrwürdige Friedhofskirche St. Stephan wurde 1486 unter Abt Mathias Steinbrucker und dem Vogt Hans von Benzenau erbaut und dem heiligen Stephanus gewidmet. Seit dem 19. Jahrhundert ist St. Stephan, die „Obere Kirche“, im Besitz der Gemeinde Irsee. Der Erste Vorsitzende des Förderverein St. Stephan Irsee e.V., Thomas Städele, erläuterte dem Gemeinderat das Vorhaben eines neuen Brunnens, der direkt an die Rückseite der Friedhofskirche gebaut werden soll. Der mit dem Bau beauftragte Steinmetz Markus Schneller präsentierte den Räten mehrere Entwürfe, bei denen Tuffstein als Baumaterial vorgesehen sei. Das Besondere der drei möglichen Brunnen sei eine ergonomische Höhe, die gerade älteren Friedhofsbesuchern ein gutes Schöpfen von Gießwasser ermögliche und eine Randstruktur, die eine Bepflanzung des Brunnens erlaube. Über die endgültige Version sei laut Städele noch nicht entschieden. Aufgrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Förderverein sagte der Gemeinderat jetzt schon eine Kostenbeteiligung von einem Drittel der Erstellungskosten von rund 16.000 Euro zu.

Wann kommt „Lotti“?

Nach Informationen des Zweiten Bürgermeisters Bertram Sellner ist das Kunstwerk „Lotti“ fertiggestellt und stehe gesichert vor der Werkstatt der beiden Künstler Peter Müller und Roman Reitzer. Der Umzug und die Aufstellung der Schnappschildkröte am Ufer des Weihers sollte laut Sellner auch mit den Bürgern Irsees und den Gästen des Oggenrieder Weihers erfolgen. Leider sei auf Grund der nicht vorhersehbaren Corona-Entwicklung die Festlegung eines konkreten Zeitpunktes durch den Gemeinderat momentan nicht möglich.

Neuen Wohnraum schaffen in Wielen

Wohnraum schaffen ist in diesen Zeiten sicher eine gute Sache, aber dieses durch Nutzungsänderung eines landwirtschaftlichen Anwesens zu erreichen nicht ganz einfach. Dies erfuhr ein Landwirt aus Wielen, der das frühere Anwesen des Betriebsleiters auf dem Hof zu einem Wohnblock mit drei Wohnungen umbauen möchte. Änderungen an im Außenbereich liegenden landwirtschaftlichen Betrieben sei nach Aussage von Bürgermeister Lieb kein einfacher Weg. Auf Grund der Mitwirkung des Landratsamtes und weiterer Behörden könne der Gemeinderat Irsee erst nach endgültiger Zusage durch das Landratsamt in Marktoberdorf über eine Baugenehmigung entscheiden.

Wohnungen für Senioren

Gleich am Ortseingang von Irsee befindet sich ein relativ großes Grundstück, welches momentan nur mit einer Villa bebaut ist. Der Grundstückeigentümer möchte darauf seniorengerechten Wohnraum schaffen. In seiner Sitzung einigte sich der Gemeinderat auf die Erstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans, der in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen vorgestellt werden soll.

Jürgen Wischhöfer

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