Abschied tut weh

134 Wegbegleiter aus seinem engsten beruflichen Umfeld waren zur Verabschiedung von Johann Marschall in das Bildungszentrum Kloster Irsee eingeladen. Mit seinem gewohnt charmanten Lächeln aber zugleich etwas Wehmut in der Stimme geht der langjährige Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Kaufbeuren in den verdienten Ruhestand.

“Danke schön und alles Gute für die Zukunft”, damit eröffnet Landrat Johann Fleschhut den Reigen der Abschiedsworte vor der Festversammlung und spricht die Gedanken aller anwesenden Gäste aus. Politiker sowie viele Repräsentanten der regionalen Wirtschaft und der bayerischen Sparkassen-Landschaft erwiesen Marschall die Ehre. “Sie sind das Gesicht der Sparkasse Kaufbeuren“, bringt es Fleschhut auf den Punkt. “Er hat Bewährtes gepflegt und war trotzdem Neuem gegenüber immer aufgeschlossen”, charakterisiert Josef Doser seinen Vorstandskollegen Marschall. Mit dieser Einstellung und einem hohen Maß an “Gestaltungskraft”, die ihm vom Verwaltungsratsvorsitzendem Stefan Bosse bestätigt wird, hat sich Marschall nicht nur in der Bank sondern weit darüber hinaus für die Gesellschaft in Kaufbeuren und dem Ostallgäu eingesetzt. Er war Gründungsmitglied beim Arbeitskreis Schule-Wirtschaft, bei den Bürgerstiftungen, der Aktionsgemeinschaft, der Stiftung Kunsthaus, des Verkehrsvereins und vielem mehr. “Der Lotse geht von Bord”, würdigt Dr. Siegfried Naser, Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, die Leistungen von Marschall, der seit 2002 auch Obmann der schwäbischen Sparkassen war. IHK-Präsidentin Hannelore Leimer lobte den Einsatz Marschalls für die Entwicklung der regionalen Wirtschaft; er war in den vergangenen Jahren zudem Vizepräsident der IHK Schwaben. Mit nach eigenen Worten etwas Nervosität bildet die Abschiedsfeier für Marschall zugleich den Rahmen für die “Antrittsrede” seines Nachfolgers. Winfried Nusser, 1954 in Kaufbeuren geboren und Vater von drei erwachsenen Töchtern, wird die Spitzenfunktion in der Kreis- und Stadtsparkasse übernehmen. “Vertrauen, Offenheit und Fairness gegenüber Mitarbeitern und Kunden” verspricht Nusser für die Zukunft. Das Schlusswort des umfangreichen Festprogramms, gefüllt mit jeder Menge Lob für den angehenden Ruheständler, gehörte natürlich Johann Marschall, der nach 48 Jahren bei der Sparkasse, davon 26 Jahre als Vorstand, zum Jahresende Abschied nimmt. “Süsse Trauer” empfinde er und spricht von “Freude und Wehmut”. So freut sich Marschall auf mehr Zeit für sich und zugleich “fällt es schwer, Auf Wiedersehen zu sagen, denn die Sparkasse ist ans Herz gewachsen”. Marschall bedauert, dass sein Abschied in so eine wirtschaftliche Ausnahmesituation fällt. Dennoch seine Bilanz ist klar: “Es war eine wunderschöne Zeit!”

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