Trauer um Alt-Bürgermeister

Mit Herzblut für die Kunst

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Das Künstlerhaus Marktoberdorf trauert um Gründer Franz Schmid.

Marktoberdorf – „Tief bewegt und mit großer Dankbarkeit“ nehmen das Künstlerhaus Marktoberdorf sowie die Kunst- und Kulturstiftung Dr. Geiger-Haus Abschied von Ihrem am 22. März verstorbenen Gründer und langjährigen Vorsitzenden Franz Schmid.

Als „herausragender und weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinausreichender Förderer von Kunst und Kultur“ habe ihm zeitlebens die Bildende Kunst sehr am Herzen gelegen. Mit großem persönlichen und finanziellen Einsatz hat er das Künstlerhauses Marktoberdorf, Museum für zeitgenössische Kunst, ins Leben gerufen.

Durch die Beauftragung der international anerkannten Architekten Bearth & Deplazes für den Bau trug er maßgeblich zur Etablierung Marktoberdorfs als „Kulturstadt“ bei, heißt es in der Pressemitteilung des Künstlerhauses zum Tod Schmids.

Durch die jährliche finanzielle Übernahme aus seiner privaten Franz Schmid-Stiftung habe er es dem Museum möglich gemacht, nicht nur die regionale Kunstszene zu fördern, sondern auch namhafte überregionale Künstler zu präsentieren.

Als Sponsor museumspädagogischer Programme unterstützte die Franz Schmid-Stiftung die kunstvermittelnde Funktion des Museums. „Das Künstlerhaus stellt als außerschulische Bildungsstätte eine enorme Bereicherung für Kindergärten und Schulen aus der Region dar – für ihn eine Herzensangelegenheit, aber auch gesellschaftliche Verpflichtung.“

Von seinem ausgeprägten Kunstverständnis und feinem Gespür für zeitgenössische Kunstpositionen zeugten auch die durch die Franz Schmid-Stiftung getätigten Kunstankäufe, wie zum Beispiel Benjamin Bergmanns „Himmelsstürmer“ und Klaus Hacks Bronzeskulptur „Sitzende Figur (Thron)“ – die den Außenbereich des Künstlerhauses schmücken.

Als Kunstmäzen und Stifter „mit Herzblut für die Kunst“ war er ein Visionär mit Weitblick und Tatkraft – „und so wird uns Franz Schmid immer in Erinnerung bleiben“, so das Künstlerhaus Marktoberdorf.

Schmid wurde im Jahr 1924 in Marktoberdorf geboren und studierte ab 1941 an der Ingenieurschule Zwickau, bevor er in den Zweiten Weltkrieg einberufen wurde. Von einer Kriegsgefangenschaft in Russland kam er 1948 malariaerkrankt zurück nach Marktoberdorf. 1972 wurde er zunächst zweiter und 1978 bis 1990 erster Bürgermeister von Markt­oberdorf. Bereits in seinem ersten Amtsjahr holte er 1978 die Ostallgäuer Kunstausstellung nach Marktoberdorf. 1991 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. 1995 initiierte er die Gründung des Kunstvereins Marktoberdorf, 2001 wurde das Künstlerhaus Marktoberdorf eröffnet. Sechs Jahre später gründete er die „Franz Schmid-Stiftung“. 2013 erhielt er die Genoveva Brenner-Medaille, die höchste Kulturauszeichnung der Stadt Markt­oberdorf. Von 2001 bis 2016 finanzierte Schmid jährlich aus seiner privaten Stiftung eine große Ausstellung des Künstlerhauses sowie museumspädagogische Programme.

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