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Abschlussfeier der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren

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Von: Klaus-Dieter Körber

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Absolventen der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren 2022
Die Absolventen der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren mit (stehend von links) Michael Kistler – Lehrer für Pflanzenbau , Dr. Paul Dosch – Leiter AELF Kaufbeuren (2.v.li.), Kathrin Starick – Lehrerin für Tierhaltung (1.v.li. kniend), Stephan Kleiner – stellvertretender Leiter AELF (1.v.re.), Benedikt Kuhn – Abteilungsleiter Bildung und Beratung (2.v.re.), Michael Pröbstl – Semesterleiter (2.v.re. kniend). © AELF Kaufbeuren

Landkreis – Traditionsgemäß begann auch in diesem Jahr für elf Absolventen und einer Absolventin die feierliche Verabschiedung von der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Ruderatshofen und mit Diakon Andreas Fischer.

Im Festsaal vom „Landgasthof Walburg“ folgte dann im Beisein zahlreicher Ehrengäste der offizielle Teil der Veranstaltung. Schulleiter und Landwirtschaftsdirektor Dr. Paul Dosch freute sich zusammen mit den jungen Leuten, dass nun die Mühen und Plagen der zurückliegenden Schulzeit vorbei und vergessen sind. „Was bleibt und was zählt“ – so Dr. Dosch – „ist der Erfolg, auf den Sie mit Recht stolz sein können und auch dürfen“.

Gemeinsam begonnen gemeinsam vollendet


Am 14. September 2021 war, wie Landwirtschaftsdirektor Dr. Dosch berichtete, der erste Schultag mit zwölf Studierenden. Als sehr erfreulich und Beweis für den nötigen Durchhaltewillen, sei die Tatsache, dass am Ende des Schuljahres festgestellt werden könne, dass wiederum zwölf Studierende ihr Ziel erreicht haben und ihre Abschlusszeugnisse in Empfang nehmen dürfen. Ein toller Erfolg einer verschworenen „Truppe“ die mit einem Notendurchschnitt von 2,49 recht erfolgreich ihren Schulabschluss nun feiern könne.

Dabei sei das zurückliegende Schuljahr sowohl für die Schüler, wie auch den Lehrkörper alles andere als einfach gewesen. Ging doch am letzten Schultag der erste Turnus eines Schulversuches zu Ende.

Kaufbeurens Landwirtschaftsschule hatte sich bayernweit zusammen mit einer zweiten Schule an einem Pilotprojekt beteiligt. Das Ziel war, die Inhalte der Landwirtschaftsschule sowie die Weiterbildungsmöglichkeiten zum Meister beziehungsweise Agrarbetriebswirt an den Höheren Landbauschulen intensiv aufeinander abzustimmen und miteinander zu verknüpfen.

Außerdem habe sich, nach den Ausführungen von Dr. Dosch, die Landwirtschaft in den letzten Jahren enorm gewandelt. Die klimatischen Veränderungen, ein dynamisch wissenschaftlich-technischer Fortschritt, anspruchsvollere gesellschaftliche Anforderungen und steigende gesetzliche Auflagen hätten für große Herausforderungen gesorgt.

Das Landwirtschaftsministerium habe deshalb die Initiative ergriffen und den Versuch unternommen, das aktuelle Bildungsangebot an den landwirtschaftlichen Fachschulen nicht nur zu hinterfragen sondern auch entsprechend weiterzuentwickeln. Neue Schwerpunkte wurden gesucht und dabei größerer Wert als bisher auf die Produktionstechnik und die Persönlichkeitsbildung gelegt.

Konzeptionelle Erneuerung

Die Inhalte der Landwirtschaftsschule wurden außerdem stärker mit denen der Höheren Landbauschule verzahnt und außerdem der Versuch unternommen, den Unterricht innerhalb eines Jahres in Vollzeit, also kompakt und überschaubar und nicht wie bisher in zweimal fünf Monaten über zwei Winterhalbjahre zu Ende zu bringen.

Mit diesem Konzept konnte die Gesamtausbildungsdauer im Vergleich zum bisherigen System um ein Jahr verkürzt werden. Ein zweiter Versuch, die sogenannte „Winterschule“ nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer durchzuführen, soll Mitte September diesen Jahres gestartet werden. Die Ergebnisse von diesen beiden Jahren sollen dann die Grundlage für ein weiteres Vorgehen sein.

Dr. Dosch bedankte sich abschließend bei den erfolgreichen Absolventen, sich auf diesen Schulversuch eingelassen zu haben. „Damit habt ihr bewiesen, dass ihr bereit dazu seid, euch auf Neues einzulassen, dass ihr bereit seid, auch alte Zöpfe abzuschneiden, Dinge zu hinterfragen und flexibel an neue Aufgaben und an veränderte Situationen heranzugehen“.

Grußworte der Ehrengäste

Die Stellvertretende Landrätin und CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, BBV-Kreisobmann Andreas Schmid und der VLF-Vorsitzende Josef Miller sprachen den jungen Leuten Respekt und Anerkennung für ihr Durchhaltevermögen und Engagement aus und gaben übereinstimmend die Zusicherung, dass diese top ausgebildeten jungen Leute allergrößte Chancen für eine erfolgreiche Zukunft – auch bei uns im Allgäu – besitzen. Allein Corona habe gezeigt, dass heimische Lebensmittel äußerst wichtig und geradezu lebensnotwendig sind.

Locker und fröhlich ging es mit einem heiteren Quiz weiter. Zwei Abschlussschüler nahmen sich dabei Schulleiter Dr. Dosch und Angelika Schorer zu einem nicht ganz ernst zu nehmenden Frage- und Antwortspiel vor. Dabei galt es Fragen, wie beispielsweise, wie viele Rindviecher gibt es in Bayern – oder bei welchem Stich blutet man nicht, zu beantworten.

Der Höhepunkt: die Zeugnisverleihung

Zuvor konnten auch am Ende dieses Schuljahres zwei Absolventen und eine Ansolventin für besondere Leistungen geehrt und ausgezeichnet werden. Ein Stipendium zur Förderung der beruflichen Weiterbildung, das vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium ausgelobt wird, und darüber hinaus je einen Geschenkgutschein, von der Landwirtschaftsschule erhielten: Forian Wörle aus Halblech, Tamara Seidl aus Pforzen und Tobias Dirr aus Reichling.

Anschließend überreichten Schulleiter Dr. Dosch und Semesterleiter Pröbstl in alphabetischer Reihenfolge die Abschlusszeugnisse an folgende Schulabgänger: Fabian Bach, Friesenried; Fabian Bender, Langeringen; Tobias Dirr, Reichling; Fabian Eberle, Hopferau; Markus Hinkofer, Oberostendorf; Michael Hipp, Seeg; Andreas Hitzelberger, Hopferau; Thomas Jörg, Prem; Aron Kuhn, Hopferau; Stefan Riedler, Stöttwang; Tamara Seidl, Pforzen und Florian Wörle aus Halblech.

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