Die Zeit drängt

Abwasser aus Sulzschneid wird zentral angeschlossen

Kläranlage
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Das Abwasser von Sulzschneid soll künftig in der Kläranlage Marktoberdorf (Foto) behandelt werden.

Marktoberdorf – Künftig soll das Abwasser aus dem Ortsteil Sulzschneid zum Pumpwerk Rieder und von da aus nach Marktoberdorf geführt werden. Das beschloss der Stadtrat mit großer Mehrheit in seiner vergangenen Sitzung. Noch betreibt die Stadt allerdings eine 1986 erbaute, unbelüftete Teichkläranlage in Sulzschneid. Hier wird das kommunale Abwasser sowie das Abwasser eines örtlichen Schlacht- und Metzgereibetriebs behandelt. Wie Mareile Hertel vom städtischen Tiefbauamt erklärte, sei diese Kläranlage schon lange nicht mehr Stand der Technik und zeige darüber hinaus deutliche Überlastungserscheinungen. Nicht einmal die geforderten Ablaufwerte könnten eingehalten werden, was zu Strafzahlungen führe.

Hinzu kommt, dass ein Betriebsende der Teichkläranlage auch aus wasserrechtlichen Gründen bevorsteht. Die Genehmigung zur Einleitung von Abwasser läuft ohnehin zum Jahresende 2025 aus und kann nicht verlängert werden. Zeit zu handeln also. Bereits vor wenigen Wochen erteilten die Stadträte deshalb dem Bürgermeister die Genehmigung, per Eilentscheid Zuschüsse für ein Bauvorhaben zur Ableitung des Sulzschneider Abwassers auf den Weg zu bringen. Nun entschied auch der Stadtrat über die Maßnahme, die bereits im Frühjahr 2021 begonnen wird.

Rückbau der Teichkläranlage

Hierbei geht es um die zentrale Anbindung des Ortsteils an die Kläranlage Marktoberdorf. Die Ableitung des anfallenden Abwassers soll zum Pumpwerk Rieder erfolgen. „Wir planen, das Entwässerungsnetz von Sulzschneid zukünftig über das Ortsnetz Rieder an die Kläranlage Marktoberdorf anzuschließen“, sagte Hertel. Dort soll das anfallende Mischwasser gereinigt werden. Entsprechend soll die bestehende Teichkläranlage in Sulzschneid aufgegeben und ein neues Regenüberlaufbecken mit Pumpwerk und ein Regenrückhaltebecken errichtet werden. Die vorhandene Anlage wird aufgelassen und teilweise zurückgebaut. Hinzu kommen der Neubau eines Zulaufkanals sowie einer gut drei Kilometer langen Druckleitung zum Abwassernetz in Rieder. Im Sommer 2022 soll das Tiefbauvorhaben fertiggestellt sein.

Auf Nachfrage mehrerer Stadträte erklärte Mareile Hertel, dass der Neubau der Kanäle größtenteils über öffentlichen Grund führe. Die betroffenen Grundstücksbesitzer seien informiert, bestätigte auch der zweite Bürgermeister Wolfgang Hannig (SPD).

Angelika Hirschberg

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