Viele Besucher beim Schwäbischen Imkertag – Naturschutz im Fokus

Wie im Bienenstock

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Ein Freiluftkunstschwarm faszinierte besonders viele Besucher beim Schwäbischen Imkertag in Marktoberdorf.

Marktoberdorf – Es ist keineswegs übertrieben zu sagen, dass es beim Schwäbischen Imkertag im Modeon zuging wie im Bienenstock. Die Veranstaltung rund um die Honigbiene zog am vergangenen Samstag viele hunderte Besucher von Nah und Fern an.

Er sei mit der Honigbiene lebenslang „infiziert“ gewesen, sagte der 90-jährige Biessenhofener Josef Bischoff schmunzelnd, als ihm die Ehrenmitgliedschaft nebst Ehrenteller des Ostallgäuer Imkerverbands aus den Händen der Bayerischen Honigkönigin Katharina Eder überreicht wurde. Die Honigbiene – ein Virus, der es in sich hat. 

Josef Bischoff (li.) wurde für seine jahrzehntelange Verbundenheit mit der Imkerei von Christoph Langhof, dem ersten Vorsitzenden des Imker-Kreisverbands Ostallgäu geehrt.

Wie in Josef Bischoff hat die Biene nämlich viele treue Freunde in Marktoberdorf und Umgebung. Und das seit vielen, vielen Jahren. Das zeigt sich allein daran, dass der Imkerverein Marktoberdorf in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert und damit einer der ältesten Imkervereine Bayerns ist. Ersichtlich wurde die Verbundenheit mit Honig- und Wildbienen aber auch am Andrang und Erfolg, den der Schwäbische Imkertag vergangenen Sonntag in der Kreisstadt erfuhr.

Wie sieht es im Bienenstock aus? Die Imkerschule Schwaben zeigte es anschaulich.

Viele hunderte Menschen, viele Familien mit ihren Kindern waren der Einladung des Bezirksverbands der Imker in Schwaben und des Imkervereins Marktoberdorf und Umgebung ins Modeon gefolgt. Geboten wurden typische Einblicke in die Imkerei, in die Honigproduktion sowie in die vielfältige Pflanzenwelt rund um Bienen und Wildbienen. Ein Freiluftkunstschwarm empfing die Besucher bereits auf dem Freigelände vor dem Modeon. Imkereibedarf und Bienenprodukte, bienenfreundliche Pflanzen und Saatgut, weitere landwirtschaftliche Produkte sowie Bücher wurden auf vielfältige Weise dargeboten und präsentiert. Ein Stand klärte über die Bienengesundheit auf, ein anderer brachte den Besuchern das Honigdorf Seeg näher. Attraktionen und Aktionen begeisterten vor allem die Kinder, die Wachskerzen basteln, am Glücksrad drehen oder - natürlich - Honig verkosten durften. Beim Bienen-Wettfliegen oder den Bilderbeuten konnten sie die Welt der Bienenvölker erleben. Groß und Klein erfuhr an diesem Tag zudem aus Expertenmund, dass ein Kilogramm Honig die Lebensarbeit von 400 Bienen darstellt, oder dass eine Biene in zwei Minuten einen Kilometer zur nächsten Blüte zurücklegen kann. Wie Bienen leben, was sie für ihr Bestehen brauchen und warum sie so wichtig für uns Menschen sind, war ebenfalls Thema in zahlreichen Fachvorträgen.

Produkte und Bedarf rund um die Biene.

Der Schwäbische Imkertag in Marktoberdorf zeigte sich als ein Ort, an dem „Milch und Honig fließen“, wie Christian Kneip, Vorsitzender des Imkervereins Marktoberdorf und Umgebung e.V. lächelnd sagte. Er begrüßte Besucher und Ehrengäste und dankte seinem bienenfleißigen Team für die Organisation des bunten und lehrreichen Tagesprogramms. „Willst Du ein Leben lang glücklich sein, bebaue einen Garten und halte Bienen,“ zitierte Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell den Gedanken des Konfuzius. Er verwies in seinem Grußwort auf die Herausforderungen angesichts des dramatischen Insektensterbens und zollte allen Imkern Respekt für ihren wertvollen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz. Auch Schirmherrin Angelika Schorer (MdL) betonte die jahrtausendealte Tradition der Bienenzucht und freute sich, dass gerade im Ostallgäu viele junge Menschen die Imkerei für sich entdeckten.

Von Angelika Hirschberg

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