Neue Blickwinkel

Hinschauen ausdrücklich erwünscht!

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„People are strange” ist ein Beitrag aus dem internationalen Block.

Kaufbeuren – Tomaten auf den Augen – oder besser sehen und hinsehen! Dazu gibt es vom 5. bis 11. Oktober in Kaufbeuren wieder reichlich Gelegenheit bei der achten Auflage der „filmzeit“. Das Kaufbeurer Autorenfilm-Festival hat sich mittlerweile fest etabliert, und die Veranstalter rund um Roman Harasymiw haben sich auch diesmal eine Menge einfallen lassen, um die Fans intelligenter und bewegender Kurzfilme in die Spielorte Corona Kinoplex und Stadttheater zu locken.

Viele Premieren, ein Roadmovie zum Auftakt, internationale Beiträge und eine künstlerische Kooperation mit dem Kaufbeurer Kunsthaus sind nur ein paar der Highlights, die die Zuschauer diesmal erwarten. Und auch die Kinderfilmzeit, 2014 bis auf den letzten Platz besetzt, fehlt nicht im Programm. 

Der Erfolg, den die „filmzeit“ sich in den vergangenen Jahren auf die Fahne schreiben durfte, schlägt sich zur achten Auflage in einem erweiterten Programm nieder. Nicht fünf, sondern sieben Tage lang geben sich die eingereichten Kurzfilme und die Sonderbeiträge die cineastische Klinke in die Hand. 

Rund 600 Einreichungen hatten die Organisatoren diesmal zu sichten, so viele wie noch nie zuvor. Da hatten die Verantwortlichen die Qual der Wahl – das Ergebnis ist nun eine hochwertige Auswahl an 78 Filmen, die in fünf Blöcken gezeigt werden. Geblieben sind die Veranstalter bei dem Konzept, verschiedenste Genres wie Spielfilm, Trick- oder Experimentalfilm zum Festival zuzulassen. 

So sind Abwechslung und Überraschungen garantiert. „Die ,filmzeit’ steht heuer, passend zum achten Mal, unter dem Motto ACHTung. Das soll auch eine Aufforderung an die Zuschauer sein, alltägliche Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und sich von den Filmen zu neuen Sichtweisen inspirieren zu lassen“, sagt Festivalleiter Roman Harasymiw. Neu ist diesmal auch, dass die „filmzeit“ an zwei Spielorten stattfindet. 

„Im vergangenen Jahr haben wir die Beiträge im Corona Kinoplex gezeigt, weil das Stadttheater aufgrund Renovierung geschlossen war. Heuer haben wir uns dafür entschieden, sowohl die familiäre Atmosphäre des Theaters als auch die klassische Kino-Atmosphäre des Corona zu nutzen“, so Harasymiw. 

Im Kinoplex werden die Wettbewerbsbeiträge gezeigt, während das Festivalwochenende mit einer Wiederholung aller fünf Filmblöcke und natürlich der „filmzeit“-Party am Samstagabend dem Stadttheater vorbehalten bleibt. Dort findet auch am Sonntag die Preisverleihung für die Siegerfilme statt. Am Abend geht es dann nochmal ins Corona – gezeigt wird zum 30-jährigen Jubiläum der Allgäu-Klassiker „Daheim sterben die Leut“ von Regisseur Leo Hiemer. 

Sonderworkshop ACHTung Neuland

 „ACHTung“ lautet das Motto der diesjährigen „filmzeit”. Ein Wort, mit dem sich vieles verbinden lässt – Achtung vor anderen, vor sich selbst, Zivilcourage und Bedachtsamkeit. Passend dazu haben die „filmzeit“-Organisatoren schon vor einigen Monaten einen Workshop mit jungen Deutschen und Asylbewerbern ins Leben gerufen. 

Welche Gedanken sich die Jugendlichen in Eigenregie unter Anleitung der beiden hiesigen Filmemacher Gerald Maas und Tine Kugler im besonderen Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingsthematik gemacht haben und was sie am Ende auf die Leinwand bringen – darauf dürfen die Zuschauer am 6. Oktober gespannt sein. 

Kooperation mit dem Kunsthaus 

Neue Blickwinkel entdecken, dazu passt bei der „filmzeit“ 2015 auch eine erstmalige Kooperation mit dem Kunsthaus Kaufbeuren. Dessen neuer Leiter Jan T. Wilms freut sich, „gleich zu Beginn meiner Tätigkeit die Gelegenheit auf eine derart spannende Zusammenarbeit zu bekommen“. Das Ziel ist unter anderem, Filmfreunde für das Kunsthaus und Kunstliebhaber für die „filmzeit“ zu begeistern. 

Am 8. Oktober beginnt im Kunsthaus die Vernissage der Ausstellung „Des Künstlers Garten“ mit Werken der international renommierten Videokünstlerin Gabriela Gerosa. Zu sehen ist diese bis einschließlich 25. Oktober.

von Michaela Frisch


Das Programm im Überblick

Corona Kinoplex 

Montag, 5. Oktober: Ab 20.15 Uhr Auftakt der achten „filmzeit“ mit dem Roadmovie „Der 8. Kontinent“ von Serdar Dogan in Kooperation mit der „Arthaus“-Reihe 

Dienstag, 6. Oktober: Um 18 Uhr „ACHTung! Neuland" – Vorstellung der Ergebnisse aus einem Filmworkshop mit jungen Deutschen und Asylbewerbern in Kooperation mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!”. Im Anschluss gibt es ab 20 Uhr zum ersten Mal einen internationalen Filmblock im Originalton (mit UT). 

Mittwoch und Donnerstag, 7. und 8. Oktober: Gezeigt werden die ersten vier Filmblöcke des Hauptwettbewerbs. Am Mittwoch Filmblock 1 (19 Uhr) und Filmblock 3 (21.15 Uhr), am Donnerstag Filmblock 2 (19 Uhr) und Filmblock 4 (21 Uhr). 

Donnerstag, 8. Oktober: Ab 19 Uhr Vernissage der Videokunst-Ausstellung im Kunsthaus Kaufbeuren mit Werken von Gabriela Gerosa. Ausstellung bis 25. Oktober. Mehr Infos unterwww.kunsthaus.de

Freitag, 9. Oktober: Vormittags geschlossene Schulvorstellung, nachmittags findet ab 16 Uhr die öffentliche „Kinderfilmzeit“ für Besucher ab acht Jahren statt. Um 19 Uhr folgt die offizielle Eröffnung des „filmzeit“-Wochenendes. Gezeigt wird das „filmzeit-spezial ACHTung!“ mit Block 1 (19.30 Uhr) und Block 2 (21.45 Uhr). Die hier ausgewählten Beiträge beziehen sich direkt auf das diesjährige Sonderthema. 

Sonntag, 11. Oktober: Der Allgäu-Klassiker „Daheim sterben die Leut” von Leo Hiemer und Klaus Gietinger wird ab 20.15 Uhr gezeigt. 

Stadttheater – filmzeit-Wochenende 

Samstag, 10. Oktober: Die fünf Filmblöcke des Hauptwettbewerbs sind ganztägig im Stadttheater zu sehen. Dauer: 10 Uhr bis circa 22 Uhr. Direkt danach filmzeit-Party mit Livemusik. 

Sonntag, 11. Oktober: Ab 10 Uhr die traditionelle „Weißwurstdämmerung“, gefolgt ab 12 Uhr von der Preisverleihung und der Vorführung der Siegerfilme.

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