Kosmas Jost aus Frankenhofen feiert seinen 106. Geburtstag

"Ich habe viel erlebt"

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Kosmas Jost (Mitte) im Kreis seiner Familie.

Kaufbeuren/Frankenhofen – Einige Menschen erreichen heute schon das biblische Alter von 100 Jahren. Kosmas Jost aus der zum Markt Kaltental gehörenden Gemeinde Frankenhofen konnte am vergangenen Montag seinen 106. Geburtstag feiern.

„Ich habe in meinem Leben viel erlebt“, so der Jubilar im Gespräch mit dem Kreisboten. Zur Gratulation hatte sich seine Familie im Seniorenzentrum in Neugablonz eingefunden, wo sich der alte Herr mit seiner 88-jährigen Ehefrau vorübergehend in Kurzzeitpflege befindet. 

„Das ist ja wie bei einem Staatsbesuch, so etwas habe ich noch nie erlebt“, begrüßte der Jubilar die Gratulanten. Die Familie, bestehend aus zwei Kindern, fünf Enkeln und sechs Urenkeln nebst weiteren Angehörigen war zur Gratulation erschienen. Auch Bürgermeister Manfred Hauser aus Markt Kaltental hatte es sich nicht nehmen lassen, die Glückwünsche der Gemeinde zu überbringen, zusammen mit der amtierenden 3. Bürgermeisterin Claudia Hindelang, einer Enkelin des Jubilars. 

Der gelernte Mechaniker und spätere Meister war noch lange vor dem Zweiten Weltkrieg ausgewandert. Ihn hatte es in den Osten, nach Russland gezogen. „Ich war nie Kommunist“, betont Jost. „Aber etwas Sympathie für den Sozialismus habe ich nach wie vor“, fügt er schmunzelnd hinzu. 

So war er nie Soldat und an der Front, sondern als Mechaniker, Werkzeugmacher und Maschinenbauer beschäftigt. „Ich habe in der weltberühmten Traktorenfabrik in Stalingrad gearbeitet und manche Sachen für die Russen konstruiert und gebaut“, erzählt der körperlich zwar eingeschränkte, aber geistig rege Jubilar, der „gesundheitlich zufrieden“ ist. 

In seiner Erinnerung gebe es nicht nur ein besonderes, sondern „mehrere Erlebnisse“. Besonders seine Bergtouren hätten ihn immer fit gehalten. 

Nach der Rückkehr aus Russland und München als Zwischenstation führte Jost die praktizierte Selbstständigkeit in seinem Geburtsort Frankenhofen weiter. Dort lebt er noch heute mit seiner Frau. 

Die in Augsburg lebende Tochter und der im Ort ebenfalls ansässige Rest der Familie versorgen die beiden Senioren. Bis zu seinem 101. Lebensjahr ist Jost noch Auto gefahren, was der Familie manches Mal Sorge bereitet habe. Er aber habe sich seine Freiheit nicht nehmen lassen wollen, so die Tochter. 

Mit einem Glas Sekt und einem Geburtstagsständchen ließ die Familie den sechsfachen Urgroßvater hoch leben. Jost ist vermutlich der älteste Bürger im Ostallgäu, doch laut Landratsamt (LRA) lässt sich dies nur schwer feststellen. Hintergrund: Die bei den 45 Kommunen erfassten Einwohner-Daten stehen dem LRA nicht zur Verfügung.

von Wolfgang Becker

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