Da scheiden sich die Geister

Aitrang: Gemeinderat beschließt Änderungen des Bauvorhabens am Panoramaweg

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Mit dem freien Blick in die Berge gilt das Baugebiet am Panoramaweg als „Filetstück”. Künftig sollen hier auch Mehrfamilienhäuser entstehen.

Aitrang – „Zu hoch, zu klobig und zu wenig Begrünung“. Die geplanten Änderungen des Bebauungsplans für das entstehende Wohngebiet am Aitranger Panoramaweg werden im Dorf nach wie vor kontrovers diskutiert.

Ein Hauptkritikpunkt aus den Reihen der Unzufriedenen sind nach wie vor die Höhe und die Gestaltung der geplanten Mehrfamilienhäuser. Vergangene Woche fasste der Gemeinderat in öffentlicher Gemeinderatssitzung die Beschlüsse für die jeweiligen Änderungen.

Für Bürgermeister Michael Hailand, Thomas Haag vom Kaufbeu­rer Planungsbüro abtplan und die meisten Gemeinderatsmitglieder sind die beschlossenen Änderungen ein guter Kompromiss. In Aitrang sei nach wie vor der dringende Wunsch nach mehrgeschossigen Eigentumswohnungen vorhanden, sagte Hailand zu Beginn der Sitzung. Mehrfamilienhäuser dieser Art seien platzsparender, günstiger und auch energiesparender als beispielsweise Einfamilienhäuser. Um eine bessere Dachgeschossnutzung zu ermöglichen, beschloss das Gremium, die maximal zulässige Wandhöhe des dreistöckigen Wohngebäudes im Ensemble von sieben Metern auf 8,5 Meter zu erhöhen. 

Um die dadurch wachsende Gesamthöhe des Blocks um eineinhalb Meter zu kompensieren, werde man dessen Dachneigung entsprechend verringern, erläuterte abtplan-Inhaber Thomas Haag. Dadurch entstünden drei vollwertige Geschosse. Zudem werde sich der Anteil der Überbauung auf dem rund 3.000 Quadratmeter großen Grundstück nach neuer Planung von 900 Quadratmeter auf 1.050 Quadratmeter erhöhen. Nach Auffassung des Gemeinderats seien beide Maßnahmen städtebaulich gerechtfertigt und vertretbar, hieß es in einer diesbezüglichen Abwägung. Dafür würde das Gebäude an seinen Fassadenteilen sowie an den Balkonen mit Holzvertäfelungen optisch aufgewertet und dem Ortsbild ästhetisch angepasst, fügte Bürgermeister Hailand hinzu. Des Weiteren werde in nord-südlicher Richtung ein Fußweg angelegt, der die Autoparkplätze im Osten von der übrigen Wohnanlage trenne. Ferner werde es, so Hailand weiter, auch eine zusätzliche Begrünung geben.

Forderung der Naturschutzbehörde

Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ostallgäu hatte die Nachpflanzung einer Feldgehölzhecke gefordert, die zuvor von der Gemeinde Aitrang im Rahmen der Baumaßnahmen beseitigt worden war. Um der Forderung nachzukommen, beschloss der Gemeinderat einstimmig die Pflanzung einer neuen Hecke auf der Gemeindefläche südwestlich des Baugebiets sowie einer weiteren Hecke mit ungefähr 920 Quadratmetern auf einer externen Ausgleichsfläche, die noch gefunden werden muss.

Weiterhin verlangte die Untere Wasserrechtsbehörde zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten und der Gemeinde Ruderatshofen Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung. Auch hier muss die Gemeinde tätig werden. Um bei Wasserknappheit eine eventuelle Notversorgung aufrechterhalten zu können, wird der ehemals stillgelegte und seit dem Jahr 2018 wieder reaktivierte Brunnen „Schellerweide“ dauerhaft in Betrieb gehalten, was regelmäßige Kontrollen der Wasserqualität mit sich bringen wird. In diesem Zusammenhang werde die Gemeinde noch dieses Jahr eine Schutzgebietsausweisung in die Wege leiten müssen, kündigte Michael Hailand an.

Unmut einiger Bürger geäußert

Am Ende der Sitzung äußerten einige Anwohner des Baugebiets ihren Unmut über die beschlossenen Änderungen, sowie über die mangelhafte Kommunikationskultur in der Bauangelegenheit. Die Kommune habe die Bürger zu wenig über die Planungen auf dem Laufenden gehalten und sich den Einwänden der betreffenden Bürger zu spät gewidmet. In einer Stellungnahme der Gemeinde hieß es dazu, die Bürger hätten sich im Auslegungszeitraum vom 10. Februar bis zum 12. März informieren und einbringen können. Durch den anschließenden Corona-Lockdown habe sich das Verfahren bedauerlicherweise zeitlich verzögert. Die Baumaßnahmen am Panoramaweg hingegen gingen in dieser Zeit weiter.

Felix Gattinger

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