Von Corona nur gestreift

Aitrang plant Investitionen ohne Neuverschuldung und tilgt Darlehen

Aitrang
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Auch in der Pandemie profitiert Aitrang von Gewerbebetrieben, die ungebremst von Coronamaßnahmen Gewinne erwirtschaften.

Aitrang – Mit einem Gesamtvolumen von 5,7 Millionen Euro, wovon sich 3,8 Millionen auf den Verwaltungshaushalt und 1,9 Millionen auf den Vermögenshaushalt verteilen, verabschiedete der Aitranger Gemeinderat vergangene Woche seinen Haushalt für das Jahr 2021.

Es war eine der kürzesten Haushaltssitzungen der letzten Zeit, was nicht nur an der pandemiebedingt straffen Performance des Kämmerers Florian Budschied lag. Bereits im Vorfeld hatte sich der Gemeinderat über den Haushalt informieren und darüber austauschen können. Es gab daher kaum Nachfragen und Diskussionen, was sicher auch daran lag, dass Aitrang im vergangenen Corona-Jahr vergleichsweise gut davongekommen war. In der Summe hat das Aitranger Gewerbe im Jahr 2020 kaum Einbrüche verzeichnen müssen, entsprechend kann die Gemeinde im laufenden Steuerjahr mit Gewerbesteuereinnahmen von rund einer halben Million Euro rechnen, im Vergleich zum Vorjahr mit einem leichten Plus. Nominal war die Gemeinde im Vorjahr zwar auf 581.000 Euro gekommen. In diesem Betrag sind jedoch circa 100.000 Euro Corona-Hilfen vom Freistaat mit eingerechnet.

Gute Gewerbesteuereinnahmen bringen jedoch immer auch eine Erhöhung der Kreis­umlage sowie geringere Schlüsselzuweisungen beim kommunalen Länderfinanzausgleich. Diese Posten wirken sich für Aitrang derzeit nachteilig aus, insbesondere weil die Einnahmen der Gemeinde im Jahr 2019 durch große Gewerbesteuernachzahlungen atypisch hoch ausgefallen waren. Somit war sowohl der Anstieg der Kreisumlage um knapp 200.000 Euro, als auch die Reduktion bei den Schlüsselzuweisungen von gut 244.000 im Vorfeld erwartbar.

Die Ausgaben der Gemeinde im Verwaltungshaushalt bleiben relativ stabil. Ein deutlicher Zuwachs musste aber bei den Personalkosten angesetzt werden. Diese steigen von knapp 1,1 auf gut 1,2 Millionen Euro an. Hauptsächlich, erklärte Kämmerer Budschied, hänge das mit dem erhöhten Personalbedarf im Kindergarten zusammen, teilweise aber auch mit Tarifanpassungen im Bauhof, sowie mit den jeweils erstmals ganzjährig anfallenden Kosten beim Quartiersmanagement, und bei den Pensionszahlungen für den ehemaligen Bürgermeister. Dennoch nimmt die Gemeinde im Jahr 2021 keine neuen Kredite auf und tilgt Darlehen in Höhe von etwa 115.000 Euro. Damit sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung der Aitranger von 622 auf 565 Euro, was den Schuldenberg der gesamten Gemeinde um gut 115.000 Euro auf rund 1,15 Millionen Euro schrumpfen lässt. Damit liegt Aitrang bei der Verschuldung nach wie vor im Mittelfeld zwischen dem Land und den Gemeinden im Kreis.

Moderate Investitionen

Da keine Neuverschuldung stattfindet, sondern ein leichter Schuldenabbau erreicht werden soll, muss für die geplanten Investitionen der Gemeinde ein großer Teil der Rücklage entnommen werden. Konkret sind das 1,6 von insgesamt 1,9 Millionen Euro.

Bürgermeister Michael Hailand und Bernd Grossmann aus dem Gemeinderat äußerten sich zuversichtlich, dass die Rücklagen künftig in einigermaßen normal verlaufenden Geschäftsjahren wieder auf das alte Niveau aufgestockt werden könnten. Allein in den letzten sechs Jahren habe man es von praktisch null auf knapp zwei Millionen gebracht, erklärte Grossmann.

Zu den größeren Investitionen im Haushalt gehören unter anderem die Pflichtbeteiligung beim Bau von zwei zusätzlichen Stockwerken über dem Sitzungssaal der Biessenhofener Verwaltung mit 102.000 Euro, Grundstückskäufe für Kindergarten und Schule für je 150.000 Euro sowie pauschal eingeplante 200.000 Euro für eventuelle weitere Grunderwerbe. Erwartete Kosten, die bei der Änderung von Bebauungsplänen anfallen können, sind mit 42.000 Euro eingeplant. Die Sanierung der TSV-Turnhalle sieht eine kommunale Beteiligung von 44.000 Euro vor, und die Erstellung des Gemeindeentwicklunggskonzeptes 15.000 Euro.

Bei den Baumaßnahmen sind vor allem Tiefbaumaßnahmen vorgesehen. Hierunter fallen die Instandhaltungs- und Hochwasserschutzmaßnahmen im Witzelgraben (150.000 Euro), am Mühlbachdamm (120.000 Euro) und an der Kirnach (65.000 Euro). Dazu kommen diverse Straßensanierungen und der Bau beziehungsweise die Modernisierung der Kneipp-Wassertretanlagen. Für letztere gibt es eine Gesamtkostenschätzung von 85.000 Euro, die jedoch durch zu bewilligende Förderungen deutlich gemindert werden wird.

In den Atemschutz bei der Freiwilligen Feuerwehr plant die Gemeinde 34.000 Euro zu investieren. Und für die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Pumpenhauses wurden 40.000 Euro eingestellt.

Felix Gattinger

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