Ein alternatives Konzept

Aitranger Gemeinderat: Hochwasserschutz in kleinen Schritten

Mühlbach in der Gemeinde Aitrang
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Der gestaute Mühlbach in der Gemeinde Aitrang kann grünen Strom erzeugen.

Aitrang – Die „Großen Lösungen” zum Hochwasserschutz in Aitrang werden seit dem Jahr 2016 nicht mehr weiter verfolgt. Die Polderlösung zwischen Aitrang und Heuwang sowie die große Renaturierungszone im Überschwemmungsgebiet südlich des Ortes waren an den zu hohen Kosten von 5,5 Millionen Euro, an erfolglosen Grunderwerbsverhandlungen sowie aufwendigen Planungs- und Ausschreibungsverfahren gescheitert. Jetzt will die Gemeinde ein alternatives Maßnahmenkonzept aus bereits bestehenden Planungen entwickeln und dieses mit den jeweiligen Fachbehörden sowie den betroffenen Grundstückseigentümern und Anliegern abstimmen.

Thematisiert wurde das in der Sitzung des Gemeinderates am vergangenen Montag.

Was die notwendigen Schutzmaßnahmen im Bereich der Kirnach betrifft, hat das Wasserwirtschaftsamt Kempten bereits seine Bereitschaft bekundet, das weitere Vorgehen fachlich zu unterstützen und bat diesbezüglich um die Ausarbeitung umsetzbarer Ideen. Auch die Sanierung des Mühlbachs ist notwendig, da die Kommune die Stauhaltung zur Nutzung von Wasserkraft beibehalten will. Die Mühlbachsanierung wurde übrigens zusammen mit aufwertenden Begleitmaßnahmen ins Aitranger Gemeindeentwicklungskonzept aufgenommen und ist somit förderfähig.

Die Planung der Hochwasserschutzmaßnahmen müsse jedoch mit der Wasserwirtschaftsverwaltung abgesprochen werden, erläuterte Bürgermeister Michael Hailand den Gemeinderäten und bezog sich dabei auf ein Schreiben des Amtes für ländliche Entwicklung, das ebenfalls seine Unterstützung für die Maßnahmen signalisiert hat. Am 7. April, berichtete Hailand, hätten bereits Gespräche zwischen den Mühlenbesitzern, dem Wasserwirtschaftsamt, der Unteren Wasserrechtsbehörde, mehreren Gemeinderäten sowie dem Ingenieurbüro Riegler, den Fischereipächtern und der Fischereifachberatung vom Bezirk Schwaben stattgefunden. Dabei hatte man den Planungsstand der Sanierung besprochen und sich über das weitere Vorgehen abgestimmt.

Die Umsetzung der Maßnahmen seien laut Hailand im Herbst geplant. Der bestehende Mühlbachdamm soll dann verbreitert werden und einen Fußgängerweg bekommen. Was dabei an Wasserfläche verloren geht, soll durch eine Verbreiterung des Baches auf der rechten Uferseite kompensiert werden. Hailand kündigte weitere Abstimmungen und Beratungen auf den nächsten Gemeinderatssitzungen an. Weitere Aufwertungsarbeiten am Mühlbach sollen nach vorhergehender Bürgerbeteiligung im Jahr 2022 durchgeführt werden.

von Felix Gattinger

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