Aktienbrauerei produziert ökologisch

Vorstand Werner Sill, IHK-Regionalgeschäftsführer Klaus Fischer und Verkaufsleiter Gottfried Csauth (v.li.). Foto: Becker

Die Aktienbrauerei ist für ein weiteres Jahr von der Industrie und Handelskammer nach den geltenden EU-Richtlinien als „ökologisch und ökonomisch produzierende Brauerei“ zertifiziert worden. Die Aushändigung der EMAS-Urkunde (siehe Kasten) erfolgte durch Klaus Fischer als IHK-Regionalgeschäftsführer Allgäu.

Die Aktienbrauerei ist bereits seit 1999 entsprechend zertifiziert. Sie ist damit einer der Branchenvorreiter in der Region. Die Statuten der EMAS übersteigen ein reines Managementsystem weit: Der Betrieb soll sich über die ökologischen Anforderungen hinaus auch wirtschaftlich verbessern und Einsparungen erzielen. Insgesamt sind rund 25 Betriebe im Allgäu zertifiziert. Vorstand Werner Sill erklärt, dass mit Investitionen von rund einer Million Euro im letzten Jahr auf dem Dach der Produktionshalle eine Photovoltaikanlage mit 1.500 m² montiert worden sei. Mit einer Nennleistung von 250 kW und einem Ertrag von 950 kWh/Jahr bei einer CO₂-Einsparung von jährlich 148 Tonnen sei ein beachtlicher Schritt für die Umwelt und in die Zukunft getan worden. Eine relativ autarke Versorgung wäre theoretisch möglich. Der Einsatz der Rohstoffe erfolge sowohl nach dem Reinheitsgebot als auch unter minimal möglichem Energieaufwand. „Hier wird ökologisch gebraut“, so Sill und die Aktienbrauerei Kaufbeuren könne sich zurecht als „Ökologische Brauerei“ bezeichnen. Heidi Warta-Ruprecht vom technischen Controlling erläutert, das Kernstück des Umweltmanagements bestehe aus der sogenannten Eingangs- und Ausgangsbilanz. Dabei spielt eine erhebliche Rolle, in welchem Maße die benötigten Ressourcen wie Wasser und Strom ausgenutzt werden. Neben der effizienten Nutzung der Energie sind die Auswirkungen auf die Umwelt von großer Bedeutung. Schon auf die Entstehung des Abwassers wird durch die sparsame Verwendung möglichst umweltfreundlicher Reinigungsmittel Einfluss genommen. Das Abwasser selbst wird in einer eigenen Kläreinrichtung gefiltert und neutralisiert, bevor es dem städtischen Abwassernetz zugeführt wird. Die wiedergewonnene Wärmeenergie beim Prozess des „Würzekühlens“ wird zur Erzeugung von Betriebswarmwasser verwendet. Die Reinigung der Luft erfolgt über Saugschlauch- und Biofilteranlagen. Die strikte Abfalltrennung und Verwertung ist ein selbstverständlicher Bestandteil. Am Ende der Kette ist auch das Zuliefersystem mit Verpackungen sowie möglichst kurzen und logistisch sinnvoll geplanten Wegen auf dem Prüfstand. Neben dem Spareffekt beim effizienten Umgang mit den Ressourcen durch Einbindung aller Mitarbeiter ist die Auszeichnung ein Aushängeschild im Wettbewerb. Sie dokumentiert die schonende Produktion der Erzeugnisse und steigert damit das Ansehen des Unternehmens. Im nächsten Jahr wird nach einem internen Audit, also einer Umweltbetriebsprüfung, eine erneute Umwelterklärung der Brauerei durch einen externen Umweltgutachter überprüft. Nach dessen schriftlicher Gültigkeitserklärung (Validierung) erfolgt dann die weitere Registrierung durch die IHK für drei Jahre. Voraussetzungen für eine EMAS-Urkunde EMAS ist das Kürzel für den englischen Begriff „Eco-Management and Audit Scheme“ und steht für ein funktionierendes und systematisches betriebliches Umweltmanagementsystem aufgrund euro- päischer Verordnung und internationaler Standards. Die einzelnen Schritte sind: 1. Nach einer Bestandsaufnahme werden die Umweltleitlinien in einem Umweltprogramm umgesetzt. 2. Die Regelung der betrieblichen Abläufe erfolgt durch Dokumentationen. 3. Eine Umweltbetriebsprüfung stellt fest, ob die selbst gesetzten Anforderungen erfüllt sind. 4. Die Umwelterklärung des Unternehmens wird von einem externen Umweltgutachter geprüft und validiert. Die anschließende Registrierung bei der IHK gilt dann drei Jahre.

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