Schenken macht Freude

Päckchenaktion "Geschenk mit Herz" von humedica – Kinder in Not zu Weihnachten glücklich machen

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Aktionsleiterin Roswitha Bahner-Gutsche von humedica und Schirmherr Ernst Holy, dritter Bürgermeister, mit einem „Geschenk mit Herz“-Päckchen.

Kaufbeuren – Was hier Alltagsgegenstände sind  kann für ein Kind in Ländern wie der Republik Moldau, Rumänien und der Ukraine die größte Freude seines jungen Lebens bedeuten.  Zu Weihnachten ist es mit humedica  möglich von bitterer Armut betroffenen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. 

Schon eine Zahnbürste, warme Socken und ein paar Buntstifte sind für viele Kinder Europas das wertvollste, was sie jemals besaßen. Diese kleinen Gaben sind unheimlich wertvoll und jeder kann mitmachen.

Seit mittlerweile 17 Jahren findet die Päckchenaktion „Geschenk mit Herz“ der bayerischen Hilfsorganisation humedica statt. Tausenden von Kindern bescherte die Organisation damit ein unvergessliches Weihnachtsfest. Die Stadt Kaufbeuren unterstützt die Aktion dabei als diesjährige Weihnachtspäckchenpartnerstadt. Der Höhepunkt dieser Sammelaktion wird am Samstag, 9. November, ab 15 Uhr ein Unterhaltungsprogramm am Rande des Martinimarktes sein. Dort können Geschenke direkt zum Lkw gebracht werden.

Roswitha Bahner-Gutsche, Aktionsleiterin von humedica, ist sehr erfreut Kaufbeuren nach zehn Jahren erneut als Partnerstadt an ihrer Seite zu wissen. „Wir hoffen auf viele schöne Päckchen“, sagte Bahner-Gutsche bei einem Pressegespräch.

Schreckliche Armut und schlimme hygienische Bedingungen

Sie war beim Verteilen in Moldawien dabei und weiß von den in den Zielländern vorherrschenden „schrecklichen hygienischen Bedingungen“. Dort ist eine Zahnbürste richtig viel wert, berichtete die Aktionsleiterin. Sie könne von vielen Einzelschicksalen erzählen, von Kindern, die noch nie ein Geschenk erhielten und Großeltern, die den Mitarbeitern aus Freude über die Päckchen um den Hals fallen.

Schirmherr der Aktion ist dritter Bürgermeister Ernst Holy. „Die Stadt ist sehr stolz auf das, was humedica alles leistet. Es ist mir und auch der gesamten Stadtverwaltung ein besonderes Anliegen, diese Aktion für Kinder in Not zu unterstützen“, sagte Holy. Er sei nicht nur stolz, auch beeindrucke ihn der logistische Aufwand, den humedica für Kinder in Not bewältige. Das alles lebt nur vom Ehrenamt, betonte Bahner-Gutsche. Ehrenamtliche Helfer sortieren und kontrollieren die Päckchen, freiwillige Fahrer holen die gesammelten Geschenke von den Sammelstellen in ganz Bayern. Sternstunden e.V. unterstützt die Aktion seit über zehn Jahren mit der Übernahme der Logistikkosten.

Helfen ist einfach

Jeder kann mitmachen und helfen. Vor allem „wird mit so einfachen, kleinen Dingen eine unglaubliche Freude bereitet“, so die Aktionsleiterin. Der Martinigedanke zählt, es geht darum (Freude) zu teilen, sagte sie. Der Legende nach teilte St. Martin seinen eigenen Mantel mit einem Bettler. Deshalb dürfe auch gerne etwas Gebrauchtes dabei sein.

In einen circa DIN A4 großen Karton werden ein paar bestimmte Dinge gepackt. Schulmaterialien, also Stifte und Papier, ein Kuscheltier oder schöner Schlüsselanhänger, „einfach etwas zum Liebhaben“, so Bahner-Gutsche. Dazu eine Zahnbürste und Zahnpasta, ein Pflegemittel wie Duschgel oder Shampoo. Dann noch etwas Warmes (Mütze, Schal oder Socken), und Süßigkeiten. Dazu, als besonderes Extra noch ein sogenanntes Wow-Geschenk, Spielzeug, das individuell für eine Zielgruppe gewählt werden sollte und gerne einen persönlichen Gruß beinhalten darf. Diese Liste ist aus Gründen der Gerechtigkeit einzuhalten. Es soll jedes Kind gleich viel bekommen. 

Und die Zielgruppen sind zum einen Jungen und Mädchen, aber auch drei Altersgruppen. „Die meisten packen Pakete für kleine Mädchen. Jungs im Alter von zehn bis 14 Jahren gehen oft leer aus“, erklärte Sebastian Zausch, Leiter der Kommunikation von humedica. So wird unterschieden zwischen Paketen für drei- bis sechsjährige, sieben- bis zehnjährige und elf- bis 14-jährige Buben und Mädchen.

Wer möchte, kann auch 20 Euro spenden. Damit werden gleichwertige Pakete für Kinder in Ländern mit anderen Ansprüchen und auf dem Landweg nicht erreichbare Regionen wie Haiti gepackt.

Die Pakete müssen, nicht nur wegen der Zollbestimmungen mancher Länder, unverpackt bleiben. „Einfach feste Gummibänder drumherum“, so Zausch. Denn in der Halle von humedica werden alle Päckchen kontrolliert und sortiert. Das seien letztes Jahr gute 88.000 Stück gewesen und wurde von ehrenamtlichen Helfern geleistet. Da setze humedica auf Transparenz. „Jeder darf vorbeikommen, schauen und helfen“, sagte die Aktionsleiterin. Wenn was im Packerl fehlt, zum Beispiel oft die Zahnpasta, da kommt das Betreffende rein. „Dabei helfen auch viele Firmen mit Spenden“, berichtete Bahner-Gutsche.

„Bringt die Geschenke am 9. November zum Lkw. Das ist so wichtig“

Jedes Päckchen zählt, weiß Holy. „Auch in der Stadtverwaltung werden Geschenke gepackt.“ Sein Anliegen ist: „Bringt die Geschenke am 9. November zum Lkw. Das ist so wichtig.“ Er selbst plane ebenfalls dabei zu sein. Unter anderem hat der Verein Artistica Anam Cara eine Akrobatikeinlage angekündigt. Sportlich wird es mit der ESVK NEXT Generation. Die musikalische Unterhaltung auf der Bühne übernehmen neben der Musikschule unter anderem zwei Kindergärten. Der Gewinner des diesjährigen Buron Poetry Slams, Tobias Melder, wird seine Gedanken mitteilen. Damit sind nur einige Programmpunkte genannt.

Auch nach der Lkw-Aktion beim Martinimarkt gibt es noch Abgabemöglichkeiten. Alle Sammelstellen und Zeiten und die Packlisten gibt es unter www.geschenk-mit-herz.de und unter der Telefonnummer 08341/966148-60 oder mit Whatsapp unter der 0151/71827982.

Selma Höfer

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