Für eine attraktive Altstadt

Aktionsgemeinschaft: Diskussion um Belebung der Kaufbeurer Innenstadt

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Die Parksituation in der Stadt war ein Thema in der Mitgliederversammlung der Aktionsgemeinschaft. Am Forettle Center darf derzeit noch kostenlos mit Parkscheibe geparkt werden

Kaufbeuren – Der Leerstand in der Kaufbeurer Innenstadt trieb auch bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren im Hotel am Kamin insbesondere die Geschäftsinhaber um. Eingehend diskutiert wurden in der Runde mögliche Lösungsansätze und Ideen.

„Was mit der Stadt als soziokulturelles Zentrum der Stadtgesellschaft passiert, bewegt viele Menschen“, sagte Guido Zeller im Rahmen der Versammlung. Denn schließlich sei diese „gemeinschafts- und identitätsstiftend“. Es gebe Bemühungen von vielen Seiten, die Altstadt zu vitalisieren, trotzdem stehe der Einzelhandel „mächtig unter Druck“.

Diese Bestandsaufnahme konnte Verena Ridder als Geschäftsführerin der Kaufbeuren Marketing und Touristikinformation in ihrem Bericht bestätigen: Viele Händler hätten mit Umsatzeinbußen zu kämpfen; nicht wenige fürchteten auch um ihre Existenz. Die Forderung nach einheitlichen Öffnungszeiten wurde außerdem laut. Die meisten Einzelhändler wären bereit, für eine Belebung der Stadt ihre Strategie zu verändern.

Diskussion um Parksituation

Das Thema Parken in der Innenstadt beschäftigte in diesem Zusammenhang viele der Anwesenden. Kreative Ansätze zur Verbesserung der Parksituation sollen die Attraktivität der Altstadt steigern.

Voraussichtlich im November, vor dem Weihnachtsgeschäft, bringt die Aktionsgemeinschaft die Kaufbeurer Park-Sanduhr heraus. Damit können Autofahrer in der Altstadt 15 Minuten kostenlos parken, ohne am Parkschein­automaten ein Ticket zu lösen. So werden kurze Besorgungen in der Innenstadt komfortabler und schneller. Neu sei laut Oberbürgermeister Stefan Bosse auch die Möglichkeit, mit der EasyPark-App via Handy die Parkzeit bequem zu verlängern. Daneben wurden Stimmen nach günstigeren Park­optionen laut, wie es sie zum Beispiel in Kempten gebe, die in dieser Hinsicht „viel kulanter“ seien. Das Forettle Center stelle eine gute Möglichkeit dar mit dem Freiparken für zwei Stunden, das Bosse zufolge aber bald abgeschafft wird. „Das ist auch für die Mieter nicht toll, wenn jeder dort parkt“, so der OB. Andere forderten eine Senkung der Parkgebühren in den Parkhäusern.

Thema „autofreie Innenstadt“

Auch am Thema autofreie Innenstadt, wie von der Fridays for Future-Bewegung gefordert, erhitzten sich die Gemüter. „Das hieße den Tod für die Geschäfte“, war der Konsens in der Runde. Denn die Erreichbarkeit mit Pkw sei essentiell für den Einzelhandel, meinte auch Zeller – „aber wer mit dem Rad in die Innenstadt kommen kann, sollte das auch tun“. So rief Oliver Schill von den Grünen dazu auf, mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, um aus ihrer „Schaffenskraft“ etwas zu gewinnen, „sich annähern, statt sich abzugrenzen, und statt auf seiner Ideologie zu beharren, gemeinsam pragmatische Lösungen zu suchen“.

Dass Kaufbeuren durchaus eine Stadt mit Zukunftspotential sei, „die sehr viel Positives zu bieten hat“, fand zum Beispiel Stefan Geyrhalter. Auch Zeller verwies auf die zahlreichen Akteure, die durch verschiedene Veranstaltungen und Angebote „Leben in die Altstadt, und die Menschen zusammenbringen“. Neben den Händlern und der Stadt sei es vor allem an den Bürgern, aus Kaufbeuren einen Ort zu machen, an dem man gerne verweilt, einkauft und die Vielfalt der Angebote nutzt.

von Mahi Kola

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