Akuter Handlungsbedarf

Aus Sicherheitsgründen sofort schließen oder schnellstmöglich notdürftige Sanierungen durchführen? Diese Frage beantwortete der Kaufbeurer Bau- ausschuss mit Blick auf das Parkhaus Süd mit einer 60000 Euro Finanzspritze. Mit dem Geld soll das Parkhaus umgehend mit Stützen abgesichert werden.

Aus dem Bericht des Ingenieurs Hans-Dieter Mühlberg, der von der Stadt beauftragt wurde, den Zustand des Parkhauses zu untersuchen, geht hervor, dass aus statischen Gründen das Gebäude dringend mit Stützen abgesichert werden muss: „Es besteht akuter Handlungsbedarf.“ Unter anderem seien Beton und Stahl durch den Einfluss von Chloriden stark angegriffen. Die Salze (Streusalz) gelangen vor allem im Winter mit den Autos ins Parkhaus. Bereits 2006 wurde daher das Parkhaus schon einmal notdürftig saniert. Jetzt habe sich der Zustand seit 2006 weiter verschlechtert. Durch die Salzeinlagerungen seien die Stützen angegriffen, überall sei Rost und die Festigkeit des Betons in den Decken nehme weiter ab, resümierte der Gutachter. Insbesondere die so genannte Bauteilfuge, die das Gebäude aus statischen Gründen in zwei Hälften teilt, sei laut Mühlberg der „kritischste Punkt“. Die Abnutzung sei hier so stark, dass sofort etwas getan werden müsse. Als Minimum bedarf es hier Abstützmaßnahmen mittels Stahlträger. Aus seiner Sicht mache eine stückchenweise Sanierung auf Dauer keinen Sinn: „Entweder Totalsanierung oder Neubau, alles andere ist nicht seriös.“ Entsprechend klar formulierte OB Stefan Bosse dann auch seine Frage: „Ist es verantwortbar, dass Parkhaus weiter zu nutzen?“ Darauf Mühlberg: „Nur wenn dringend gehandelt wird.“ Daher wies Bosse die Verwaltung an, entsprechende Stützen aufzustellen, damit das Parkhaus wenigstens bis 2011 weiter genutzt werden kann. Bereits im Oktober wird sich dann der Bauausschuss mit der Frage beschäftigen müssen, ob das Parkhaus komplett saniert werden kann, oder ob es eher Sinn macht, ein neues zu errichten, erklärte Hochbauamtsleiter Klaus Scholz dem Gremium. Wie berichtet, hatte sich die Stadt 2006 für eine Sanierung entschieden. Hintergrund waren staatliche Zuschüsse von rund 1,7 Millionen Euro, für den Bau des Parkhauses, die bei einem Neubau zum Teil zurückgezahlt hätten werden müssen. Die Kosten für eine Sanierung beliefen sich damals auf rund 2,1 Millionen Euro, ein Neubau wäre mit rund 3,3 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Die aktuellen Zahlen sollen dem Bauausschuss in der Oktobersitzung vorgelegt werden.

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