Alles hat ein Ende...

13 Jahre erfolgreiche Tourismusförderung unter Rainer Hesses Leitung

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13 Jahre war Kaufbeuren auch Rainer Hesses Stadt.

Kaufbeuren – Es sei einfach an der Zeit gewesen, etwas Neues anzufangen, erklärt Rainer Hesse, Leiter der Tourist Information in der Wertachstadt, zu seinem Abschied. Zufrieden schaut er zurück auf 13 gut genutzte Jahre.

„Es war eine gute Zeit in Kaufbeuren. Sie hat mich sehr bereichert. Ich habe hier viele angenehme Menschen getroffen und mit vielen werde ich verbunden bleiben.“ Man hört es ihm an, wie ernst es ihm damit ist und wie schwer ihm der Abschied fällt. Für ihn lag es nahe, in seine Nordrhein-Westfälische Heimat zurückzukehren, um sich in der regionalen Wirtschaftsförderung eines Landkreises in Niedersachsen zu engagieren. Die Ausschreibung für die Neubesetzung seiner anspruchsvollen Stelle läuft noch bis Ende April.

2005 übernahm Hesse nach einer unruhigen Zeit des häufigen personellen Wechsels die Führung. Halb im Spaß, halb im Ernst meint er, es sei zuerst ein „Kulturschock“ gewesen. Die Menschen sind überall gleich, aber im Allgäu hätten sie doch ihre ganz besondere Eigenart. Ein feiner Trennstrich, der selbst nach dieser langen Zeit blieb. Entgegenkommend, freundlich, engagiert und sehr hilfsbereit seien seine Allgäuer Kollegen und Mitarbeiter schon. Wichtig für seine Aufgabe, denn die vielseitigen Arbeitsbereiche stellten eine Herausforderung dar.

Ein weites Feld

Hesse war festangestellter Abteilungsleiter der Stadt Kaufbeuren und gleichzeitig Geschäftsführer des Kaufbeuren Tourismus und Marketing e.V., also eine Art Dauerleihgabe der Stadt an den engagierten Verein, der 200 Mitglieder hat. Die Entwicklung und Förderung des Tourismussektors bleibt eine wichtige Aufgabe für die Stadt, erklärt Hesse, fließen doch bei dem Drei-Jahresplan mehr als eine Million Euro in diesen Bereich, mit dem die viereinhalb festangestellten Mitarbeiter und sämtliche Sachkosten finanziert werden müssten. Auf der Gegenseite brächten die Gäste der Stadt schätzungsweise sieben Millionen Euro Einnahmen. Jährlich! Er weiß, dass die Tourismusbranche bei den vielen Mitbewerbern kein Selbstläufer ist. Sowohl Reiseveranstalter als auch Privatgäste würden bei Planung und Durchführung eine gut organisierte Tourist-Information erwarten. Ohne eine zuverlässige und professionelle Anlaufstelle vor Ort ginge das nicht. Deshalb wird eine persönlich-freundliche Beratung in der Geschäftsstelle betont.

Parallel dazu war Hesse aber auch für eine zeitgemäße Darstellung der Stadt im Internet und über Printmedien zuständig. Da traf es sich gut, dass sich der 48-Jährige auch in seiner Freizeit mit Schreiben, Fotografie und Internet beschäftigt. Aber seine Arbeit kam auch den Einheimischen zu Gute, schließlich war er auch für die Durchführung von verschiedenen Stadtveranstaltungen zuständig, unter denen hier aus einer langen Liste die Kunsthandwerkermärkte und der Weihnachtsmarkt genannt werden sollen. Die enge und kollegiale Zusammenarbeit mit der stadtinternen Verwaltung als auch mit den unterschiedlichsten Vereinen und Initiativen verstand sich von selbst. Auch dies ist ein wichtiger Eckstein, denn seine Geschäftsstelle zeichnet auch für den Veranstaltungskalender verantwortlich. Erwähnenswert auch die 20 Stadtführer, die jährlich etwa 5000 Besuchern bei 400 bis 450 Führungen die Stadt von ihrer schönsten Seite präsentieren. Kaufbeuren ist mehr als eine Reise wert, denn was Sehenswürdigkeiten, Museen, Ausstellungen und attraktive Veranstaltungen betrifft, ist Kaufbeuren nach Hesses Meinung auch im Vergleich zu andern Städten der Region gut aufgestellt.

Vernetzt hat man sich in den letzten Jahren auch verstärkt mit den Tourismusverbänden Ostallgäu und Allgäu/Bayerisch Schwaben e.V. sowie der Allgäu GmbH, um mit andern Städten und Kommunen gemeinsam Nutzen aus den guten Ruf der Region zu ziehen. Hier hat sich in Hesses Zeit auch einiges in Richtung Vernetzung und Kooperation bewegt: Hier galt es sich den Marketing-Zielen und Strategien der Region ein- und unterzuordnen.

Nicht immer eine einfache Herausforderung, verfügen einige Standorte doch über klare Vorteile, was beispielsweise die geographische Lage und die Bekanntheit betrifft. Auch die ein oder andere „Dauer-Baustelle“ wird bleiben. Die weitere Anpassung und Verbesserung der Internetpräsenz, wird wichtige Aufgabe des Nachfolgers werden. Zum Abschluss lobte Oberbürgermeister Stefan Bosse die Verlässlichkeit, Kontinuität und hohe Qualität der Tourismusförderung in der Ära Hesse.

von Peter Suska-Zerbes

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