Alles Müll oder was?

Buchloes Stadtrat beschäftigt sich mit Abfallbehältern

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Buchloes Stadtrat beschäftigte sich mit Müllbehältern für den öffentlichen Raum. Eine Schweizer Firma präsentierte die neueste Technik. Der Müll wird gepresst und der Behälter meldet, wenn er voll ist.

Buchloe – Der Stadtrat tagte jüngst nicht im sondern vor dem Rathaus. Das hatte praktische Gründe. Die Verwaltung hatte eine Schweizer Firma eingeladen, die dem Gremium Müllbehälter für den öffentlichen Raum präsentierte. Dort besteht nämlich Handlungsbedarf. Bürgermeister Josef Schweinberger brachte es auf den Punkt: Wenn Freitagmorgen die grünen Abfallbehälter geleert werden, sind sie am Nachmittag wieder voll und quellen über.

Für den Bürgermeister und den Stadtrat sind ordentlich aussehende und ausreichend große Müllbehälter auch eine Frage des Stadtbildes. Was dann Charles Knecht von der Schweizer Firma „Anta Swiss AG“ den Stadträten vorstellte, konnte viele der Räte auf Anhieb überzeugen. Die unter dem Namen „Abfallhai“ angebotenen Abfallbehälter mit einem Volumen von 70, 110 oder 150 Liter sind aus Edelstahl gefertigt und gelten nach Herstellerangaben als vandalismussicher und sogar feuerresistent, da sie eine integrierte Löschpatrone haben. Nach Ansicht der Stadtverwaltung könnte ein derartiges System im Vergleich zu den heutigen Behältern darüber hinaus noch zu einer Reduzierung der Kosten führen, wenn nicht so oft geleert werden muss.

Besonders angetan waren die Stadträte von dem 150 Liter-Modell, das eine integrierte Pressvorrichtung hat und automatisch bei einem bestimmten Füllungsgrad den Abfall zusammenpresst. Wenn der Behälter komplett voll ist, wird das sogar gemeldet, in Buchloe könnte das an den Bauhof sein, der dann eine Leerung veranlasst. Der Antrieb und die automatische Meldung wird mit Solarstrom gesteuert. Der Pressdruck liegt bei 500 Kilogramm. Die um 23 Grad geneigten Oberfläche des Behälters mit den Photovoltaikelementen verhindert zudem, dass Abfall aus Bequemlichkeit einfach nur auf den Müllbehälter obenauf gestellt wird. Die Behälter sind im Boden verankert und sollten nach Herstellerangaben damit auch diebstahlsicher sein. Für Zigaretten gibt es einen eigenen Einwurf.

Bürgermeister Josef Schweinberger hat drei Standorte im Blickfeld, wo dringend Handlungsbedarf erforderlich ist. Auf dem Bahnhofsvorplatz, in der Neuen Mitte und im Bereich des Eiscafes Venezia sollten seiner Ansicht nach die viel zu kleinen grünen Behälter durch große Abfallbehälter ersetzt werden.

Ganz billig ist die Lösung, insbesondere mit dem „Solar-Presshai“ nicht. Nach Herstellerangaben kostet ein Abfallbehälter netto rund 8500 Euro. Die kleineren Behältnisse ohne Pressvorrichtung liegen zwischen 1000 und 1400 Euro.

Eine Mülltrennung ist bei diesen Behältern nicht vorgesehen. Charles Knecht sagte auf Anfrage, andere Städte hätten die Erfahrung gemacht, dass wegen der vielen „Fehleinwürfe“ der Müll nach Abholung nochmals mit Hand nachträglich sortiert werden müsse.

Die Schweizer Firma kann auf eine Reihe von Referenzen verweisen. Charles Knecht sagte, man sei vor 18 Jahren durch eine weltweite Ausschreibung der Stadt Zürich erstmals auf dieses Geschäftsfeld gekommen. In Zürich habe man sich gegen 80 Mitbewerber durchgesetzt und die Ausschreibung gewonnen. Zu den Kunden gehörten heute auch die Städte Wien, Kaiserslautern, Mainz oder in Bayern Landsberg und Memmingen.

Eine Entscheidung ist im Stadtrat noch nicht gefallen. Zunächst sollen noch andere Angebote eingeholt werden.

von Siegfried Spörer

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