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Kuratorium Sicheres Allgäu, Polizei Schwaben und Bäckerinnungen starten Präventionskampagne

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Gruppenfoto: Präsentation Bäckertüten gegen Internetbetrug und Callcenterbetrug
Gottfried Voigt (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft, v.li.), Elmar Stegmann (Landrat und Präsident der KSA), Werner Strößner (Generalsekretär KSA), Clara Lipp (stv. Obermeisterin Bäcker-Innung Ostallgäu), Johann Baldauf (Obermeister Bäcker-Innung Allgäu), Dr. Claudia Strößner (Polizeipräsidentin und Günther Landerer (Obermeister Bäcker-Innung MN-MM). © Anita Sollner

Allgäu – In der ersten Jahreshälfte 2022 erbeuteten Anrufbetrüger allein im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West mit ihren erfolgreichsten Maschen über eine Million Euro. Im Kampf gegen Callcenterbetrüger setzen das „Kuratorium Sicheres Allgäu“ (KSA), das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West (PP SWS) und drei Bäckerinnungen im Allgäu ab sofort auch auf „Bäckertüten“.

Im Rahmen einer Pressekonferenz Anfang August stellten der Lindauer Landrat Elmar Stegmann (Präsident KSA), Dr. Claudia Strößner (Polizeipräsidentin PP Schwaben Süd/West), Margareta Böckh (2. Bürgermeisterin der Stadt Memmingen), Werner Strößner (Generalsekretär KSA) und Gottfried Voigt (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft) in der Kramerzunft in Memmingen eine neue Präventionskampagne vor.

Diese gemeinsame Aktion hat zum Ziel, potentielle Opfer von Anrufbetrügern zu sensibilisieren.

Die Maschen der Callcenter-Betrüger

Die Callcenter-Betrüger sind seit Jahren ungebrochen erfolgreich. Das Vorgehen der Täter bleibt gleich, nur die Maschen wechseln. Unter Verwendung facettenreicher Legenden versuchen organisierte Banden bei tausendfachen Anrufen zumeist Seniorinnen und Senioren dazu zu überreden, große Bargeldsummen, Schmuck oder Edelmetalle herauszugeben.

Die Anrufer gehen dabei hochprofessionell vor. In meist akzentfreiem Deutsch bis hin zur Verwendung des Heimatdialekts der Zielgruppe und unter Anwendung geschickter Gesprächsführung, setzen sie ihre Opfer unter Druck oder locken mit Gewinnversprechen.

Bäckertüten mit Warnhinweis

Bis Ende Juni wurden der Polizei in Schwaben Süd/West über 1.300 Anrufe gemeldet, in fast 170 Fällen waren die Täter erfolgreich. Die Masche, die von den Betrügern aktuell am meisten zur Anwendung kommt, ist der sogenannte „Enkeltrick 2.0“ via Messenger-Dienst. Bäckertüten mit Warnmeldungen sollen ab jetzt die potentielle Zielgruppe der Betrüger und das soziale Umfeld von Seniorinnen und Senioren sensibilisieren.

Auf Anregung des Seniorenbeirates der Stadt Memmingen startet die Polizei in Zusammenarbeit mit dem „KSA“, den Bäckerinnungen Memmingen-Mindelheim und Ostallgäu und der Bäckerinnung Allgäu eine Präventionskampagne, um sowohl die Zielgruppe der Betrüger, vornehmlich Seniorinnen und Senioren, als auch alle anderen vor den vielfältigen Betrugsmaschen zu warnen.

Insgesamt werden ab August 300.000 Bäckertüten an Bäckereifilialen im bayerischen Allgäu ausgeliefert. Die Kosten tragen zur einen Hälfte die Innungen und zur anderen Hälfte das „KSA“ und das PP SWS.

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