Buntes Zeichen der Solidarität

300 Teilnehmer bei Pride-Demo in Kaufbeuren

Demo Pride Week Allgäu 2021
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Mit Regenbogen-Fahnen und bunter Vielfalt traten die Demon­stranten für mehr Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein.
  • Mahi Kola
    VonMahi Kola
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Kaufbeuren – Auffällig bunt war es am Samstagnachmittag in der Kaufbeurer Kaiser-Max-Straße: Dort versammelten sich zum Abschluss der Pride Week rund 300 Menschen, um bei einer Demo ein Zeichen für Toleranz gegenüber allen Menschen zu setzen – und in aller Vielfalt zu zeigen: Es ist egal, wen du liebst.

Um für mehr queere Sichtbarkeit im Allgäu zu sorgen, hatte der im September 2020 gegründete Verein Allgäu Pride in der Veranstaltungswoche nach dem Auftakt in der Kulturwerkstatt (wir berichteten) unter anderem zu einer Podiumsdiskussion und einem Stammtisch mit reger Teilnahme, sowie einem ausverkauften Pride-Filmabend ins Kino eingeladen.

Plädoyer für Akzeptanz und Zusammenhalt

Die Veranstalter wünschen sich, dass sich alle Menschen im Allgäu unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität zuhause und angenommen fühlen. Dass auch all jene erreicht werden, die im eigenen Umfeld kaum oder keine Berührungspunkte zur LGBTQIA-Community haben, ist auch ein Ziel des Vereins. Wie gut ein vorurteilsfreies Miteinander funktionieren kann, stellten die Teilnehmer der Demonstration eindrucksvoll unter Beweis – denn unter ihnen waren auch viele heterosexuelle Unterstützer, die ein Zeichen der Solidarität setzten. „So muss Kauf­beuren immer aussehen“, fand die Allgäuer Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl (Die Linke). Auch im konservativen Allgäu müsste gelebte Gleichberechtigung nach dem Motto „Lieb doch, wen du willst“ stattfinden, so Ferschl. Dem schloss sich auch Stadtrat Maximilian Nocker (Generation KF) an, der Frida Kahlo zitierte: „Verliebe dich in dich selbst, in das Leben und dann in wen auch immer du willst.“

Klare Forderungen

Die Umsetzung gleicher Rechte für alle, sowohl auf nationaler, als auch internationaler Ebene, forderte Grünen-Stadträtin Ulrike Seifert: Bei einigen Ländern in Osteuropa müsste man „die Daumenschrauben ansetzen“. Dazu gehöre auch, den Schutz der sexuellen und geschlechtlichen Identität im Grundgesetz zu verankern, machte Henryk Hoefener vom Verein CSD Deutschland auf die Dringlichkeit des Anliegens aufmerksam. Der Aktivist Jona Gold alias Jonathan Oremek erzählte auf der Bühne von Anfeindungen, denen er in der Schule als vermeintlich sicheren Ort ebenso ausgesetzt sei, wie in den sozialen Medien. Er berichtete von Hasskommentaren und Morddrohungen. Nur wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität schlage den Menschen mitunter Hass und Gewalt entgegen. „Jede dieser Taten ist eine zu viel“, so Oremek. Es liege an uns allen, einen „Safe Space“, eine sicheren Ort für alle zu schaffen.

„Viel solidarisches Potenzial“

Die Demo verlief friedlich, wie auch die Polizeibeamten vor Ort bestätigen konnten. Über die große Resonanz der Aktionswoche freuen sich die Veranstalter sehr. Sie sehen im Allgäu „viel solidarisches Potenzial“. Die Menschen müssten nur aufrichtig aufeinander zugehen, so der Appell. Mit der ersten Allgäu Pride Week ist ein Schritt in die richtige Richtung getan.

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