Das Allgäu radelt wieder

Nach dem Start am Rathaus in Buchloe (Foto links) bildeten tausende von Radlern mit ihren weißen T-Shirts einen Kontrast zum blauen Himmel und der in Grün und Gelb leuchtenden Landschaft des nördlichen Allgäus.

Auch wenn der Vorabend für viele Fußballbegeisterte als Albtraum endete: Der Sonntag mit der 6. Allgäuer Radltour war traumhaft! Aus dem gesamten Allgäu und darüber hinaus waren viele Radbegeisterte angereist, um die schon traditionelle Tour mitzufahren. War es das hundertjährige Jubiläum des Radsportvereins Buchloe oder hatte der Wettergott einfach ein Einsehen? Unter geradezu idealen Bedingungen gingen über 3.000 Radler am Rathaus im Zentrum von Buchloe an den Start zum rund 53 Kilometer langen Rundkurs durch das nördliche Allgäu. Kurz vorher hatte sich eine Gruppe von etwa 150 ambitionierten Radlern auf die 115 Kilometer lange Strecke für Semiprofiradler mit Rennrädern begeben. Alle trafen sich dann am späten Mittag zur Party an Start- und Zielplatz.

Für die Organisatoren ging ein Wunsch in Erfüllung: eine strahlende Sonne mit Temperaturen etwas über 20 Grad und leichter Föhn. Dazu eine Strecke, die wirklich für jeden geeignet war, egal welcher Altersgruppe er angehörte. Und gerade Familien mit ihren Kindern machten regen Gebrauch von diesem Angebot. Bis auf eine Steigung verlief die gesamte Tour auf flachen Wegstücken sowie gesperrten Straßen oder Wirtschaftswegen. Dabei bot sie neben dem satten Grün der Wiesen oder den leuchtenden Rapsfeldern immer wieder Ausblicke auf die in der Ferne liegende Alpenkette. Bevölkerung macht mit In seiner Begrüßung bezeichnete Landrat Johann Fleschhut die Radltour als „unerreicht mit großem Spaßfaktor“ und animierte die Teilnehmer, das Gespräch mit den Nachbarn beim Fahren zu suchen. Das biete Chancen für neue Freundschaften. Mit einem gewaltigen Startschuss von acht Böllerschützen setzte sich der Tross dann in Bewegung. Die ohnehin gute Stimmung der Radler wurde im Verlauf des Ausflugs immer wieder von der Bevölkerung in den Orten begrüßt. Mit Klatschen, Winken oder mal anfeuernden Rufen nahmen sie Anteil. In Rieden gab es gar eine kostenlose Dusche und in einigen Orten spielten die Musikkapellen am Straßenrand ebenso wie an der Pausenstation in Schlingen. Größte Tour Bayerns In Anlehnung an ein berühmtes Radrennen ist die Bezeichnung „Tour de Allgäu“ in Bezug auf die Teilnehmerzahl durchaus berechtigt, sicherlich nicht vom Schwierigkeitsgrad des Streckenverlaufs. Und hinsichtlich der Professionalität der Organisation und Durchführung braucht sich die vom Landkreis und der Aktienbrauerei Kaufbeuren vorbereitete größte Radveranstaltung auf Breitensportbasis in Bayern nicht zu verstecken. Weitere Sponsoren leisten ihren Beitrag in Form finanzieller oder materieller Unterstützung. Nur so ist es möglich, dass jeder Teilnehmer ein T-Shirt erhält und an den zwei Pausenorten mit Getränken nach Belieben versorgt wird. Polizei und Hilfskräfte aus allen Rettungsdienstbereichen sowie die Tourbegleiter der Radsportvereine und des ADFC sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Rahmenprogramm Am Ziel erwartete alle Teilnehmer ein buntes Rahmenprogramm. Die eigens zum Jubiläum des Radsportvereins Adler mit dem Rad aus der 900 Kilometer entfernten Partnerstadt Cesson-Vert St. Denis (Frankreich) angereiste Gruppe gratulierte und überreichte einen Pokal. Die Stadtkapelle Buchloe und die Alphornbläser aus Lindenberg sorgten für den musikalischen Rahmen. Tanz- und Radvorführungen sowie eine Oldtimer-Parade von Autos und Traktoren ließen manches Herz höher schlagen. Außerdem gab es wertvolle Preise zu gewinnen und Geschenke für die mit 83 Jahren ältesten und sieben Jahren jüngsten Teilnehmer. Mit 47 Akteuren war der Freestyle-Klub aus Oberjoch in diesem Jahr als stärkste Gruppe dabei und durften Getränke im Umfang von 30 Litern ihr Eigen nennen. Rand-Gespräche • Bettina und Michael Walter aus Buchloe: „Wir nehmen das erste Mal teil und möchten jetzt etwas sportlicher werden. In Zukunft wollen wir jeden Abend eine Stunde radeln!“ • „DDR-Gruppe“ (Die Dillishausener Rentner): „Die Tour fahren wir das erste Mal mit. Aber wir treffen uns jeden Dienstag und fahren mit acht bis zehn Mann rund 40 Kilometer.“ • Tanja, 11 aus Günzach: „Ich bin vor zwei Jahren bei der Tour mitgefahren und habe mich gefreut, dass meine Tante diese Tour mit mir fährt.“ • Zwei Teilnehmer aus Marktoberdorf: „Wir sind bis jetzt alle Touren dabei gewesen. Wir genießen die tolle Organisation und unser herrliches Allgäu.“

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