Das Allgäu war sich noch nie so nah

Bei dieser Aussicht vom Tegelberg bedarf es bezüglich der Marke Allgäu eigentlich keiner weiteren Argumente Foto: Bauer

Durch Bündelung der Kräfte und Mittel soll es künftig noch besser gelingen, die Region Gesamtallgäu als Marke Allgäu in das Bewusstsein von Urlaubern, Konsumenten und Wirtschaftsbetrieben zu rücken. So argumentierte Landrat Johann Fleschhut (FW), anlässlich der letzen Sitzung des Kreisausschusses. Demnach könne man nicht davon ausgehen, dass das Allgäu schön genug ist, dass man nichts mehr machen müsse.

Mit der „Allgäu GmbH“ wollen deshalb die Landkreise im Allgäu und die kreisfreien Städte der Zersplitterung der Anstrengungen von bereits bestehenden Kooperationen entge- genwirken. Beispiele seien laut dem Landrat die „Allgäu Initiative“ und die „Allgäu Marketing GmbH“, die isoliert betrachtet zwar erfolgreich agieren, aber in einer Allgäu weiten Gesamtschau, wegen zahlreicher Überschneidung mit Blick auf Entscheidungsebenen und Inhalte, nicht effizient genug arbeiten. Ein Dach für Tourismusmanagement, Markenmanagement und Standortmanagement will die neue GmbH sein, die mit Aufsichtsratbeteiligung aus Wirtschaft, lokaler Politik und Tourismus eine einheitliche zielorientierte Führung gewährleisten soll. Auch über das Budget habe man sich bereits geeinigt erklärte Fleschhut, als er um Zustimmung für das Projekt warb. So müssten zum Beispiel das Oberallgäu 38 und das Ostallgäu 22 Prozent zu dem Gesamthaushalt von 1,2 Millionen Euro beisteuern. Auch Wirtschaft und Landwirtschaft solle man mit ins Boot holen, so Kreisrat Dr. Alois Kling (CSU). Mit Argumenten wie „Es bringt nichts und kostet nur Geld“ oder „Wir haben bereits unseren Markennamen“ äußerten beispielsweise Bauern und Molkereien ihre Skepsis. Mit den Worten: „Das Allgäu war sich noch nie so nah wie jetzt“, geriet der Landkreischef regelrecht ins Schwärmen, er wies aber auch gleichzeitig darauf hin, „dass das ganze ein Geben und ein Nehmen sein müsse“. Er sei zwar froh über die Identität, die der Begriff Allgäu stifte, aber was sei eigentlich konkret umgesetzt worden, wandte Hubert Endhardt (Grüne) ein. Der Beschlussvorschlag zeige zu wenig Entschlossenheit, außerdem komme neben den Hauptgeschäftsfeldern Wandern, Winter und Gesundheit, die Kultur zu kurz. Man müsse das Große sehen, Kultur sei schließlich in der zweiten Ebene, zusammen mit den Themen Radfahren und Städte angesiedelt, entgegnete Fleschhut. Josef Zeislmeier (SPD) forderte einen einstimmigen Beschluss pro Allgäu GmbH und argumentierte Kreise und Städte sollten zur Marke Allgäu stehen, dann ziehe auch die Wirtschaft nach. Trotz des Ein- wandes von Endhardt, die Kultur bleibe länger als der Winter, wurde der Beschlussvorschlag einstimmig gebilligt.

Auch interessant

Meistgelesen

Stadt in festlichem Gewand
Stadt in festlichem Gewand
Festzug mit Hindernissen
Festzug mit Hindernissen
Drei Tote bei Autounfall bei Kaltental
Drei Tote bei Autounfall bei Kaltental
Verkehrsunfall fordert vier Verletzte
Verkehrsunfall fordert vier Verletzte

Kommentare