filmzeit verbindet

„filmzeit kaufbeuren“ erstmals mit Demokratie-Preis

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Der Film „Handarbeit“ wird ebenfalls auf dem Filmfestival „filmzeit“ zu sehen sein.

Kaufbeuren – Große Städte haben große Tiere als Festivaltrophäen, wie den Berliner Bären oder in Venedig den Goldenen Löwen. Das Filmfestival in Kaufbeuren hat einen Hasen. Auf den ersten Blick hat die von Roman Harasymiw für die erste „filmzeit“ geschaffene Figur wenig mit Kaufbeuren zu tun. Aber der Hase steht, so Festivalleiterin Birgit Kern-Harasymiw, auf jeden Fall für „Sinneslust und Lebenskraft“ und immerhin wurde er nach dem Heiligen Blasius benannt.

Der „Blasi“ ist 2019 das „Gesicht“ der „filmzeit“ auf Plakaten, Flyern und Bierdeckeln. Der Slogan lautet dieses Jahr „filmzeit verbindet“, und dafür gibt es auch einen neuen Trailer – vom erst 20-jährigen Mauerstettener Filmemacher Johannes Wilczek – mit einem jungen Paar, das sich im dunklen Kino näher kommt. Das kleine, aber feine Allgäuer Filmfestival „filmzeit kaufbeuren“, das 2019 vom 30. September bis 6. Oktober im Stadttheater und im Corona KinoPlex bereits zum 12. Mal stattfindet, ist mittlerweile überregional etabliert.

In diesem Jahr werden insgesamt 48 Filme, deutsche und – im Original mit Untertiteln – internationale Spielfilme, Animations-, Experimental- und Dokumentarfilme gezeigt. Auch Musik- und Tanzfilme sind heuer dabei. Wie immer besteht das Angebot aus einem Mix an Genres und Themen, auf die man sich einlassen muss. „Unser Programm wird wieder überraschen und unterhalten, doch wie immer sprechen einige Filme auch kritische Themen an, beispielsweise zu drängenden gesellschaftspolitischen Fragen. Dazu passt, dass wir jetzt zusammen mit dem Familienreferat erstmals einen Demokratie-Preis ausloben und im temporären Haus der Demokratie gemeinsame Akzente setzen“, freut sich Birgit Kern-Harasymiw.

Die wie immer hochkarätig besetzte Jury besteht unter dem Vorsitz von Schauspielerin Jutta Speidel aus Helene Christanell, der Leiterin des „Bolzano Film Festival Bozen“, aus Joachim Kurz, dem Gründer und Herausgeber des Kinoportals „kino-zeit.de“ sowie dem Regisseur und Kameramann Martin Farkas. Anlaufstelle für filmzeit-Besucher, Jury und Filmemacher ist das temporäre Haus der Demokratie in der Kaiser-Max-Straße 15, wo im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und in Zusammenarbeit mit dem Familienreferat der Stadt Kaufbeuren die filmzeit vom 20. September bis zum 5. Oktober 2019 zu Gast ist. Dort sind unter anderem Filme aus den vergangenen Festivals zum vielschichtigen Thema Demokratie zu sehen und am Donnerstag, 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, wird Jurymitglied Martin Farkas als Regisseur seinen Film „Über Leben in Demmin“ vorstellen – eine bewegende Dokumentation über den immer noch schwierigen Umgang der Deutschen mit ihrer jüngsten Geschichte – mit anschließender Podiumsdiskussion.

Um den filmzeit-Hauptwettbewerb herum ist das Festival in mehrere Kategorien aufgeteilt: Die Festivalwoche wird am Montag im Corona KinoPlex mit der filmzeitinternational eröffnet. Am Dienstag und Mittwoch folgen die vier Blöcke des Hauptwettbewerbs. Der Donnerstag widmet sich der dokufilmzeit. Der Freitag gehört tagsüber der kinderfilmzeit. Abends präsentieren die Jurymitglieder Christanell und Farkas im Stadttheater den Dokumentarfilm „Wildes Herz“, das Regiedebüt von Schauspieler Charly Hübner, der letztes Jahr in Bozen mit dem Jury­preis prämiert wurde. Der Film handelt von Jan „Monchi“ Gorkow (deren neuestes Musikvideo mit dem Rapper Sido kürzlich in Germaringen gedreht wurde – wir berichteten) und seiner Punkrockband „Feine Sahne Fischfilet“ sowie deren Kampf gegen linke und rechte Gewalt. Im Anschluss an den Film wird der erste Demokratie-Preis der filmzeitkaufbeuren an einen der Wettbewerbsbeiträge verliehen.

Die Verleihung des Jury-, Innovations- und Publikumspreises erfolgt – nach einer Vorstellung der von der Jury ausgewählten Kandidaten für die Hauptpreise – am Samstagabend im Stadttheater. Der filmzeit-Samstag endet wie immer mit der filmzeitparty und Livemusik. Bei der schon traditionellen „Weißwurstdämmerung“ am Sonntagvormittag kann das Publikum mit Filmemachern frühstücken. Ab 12 Uhr sind bei freiem Eintritt noch einmal alle Siegerfilme zu sehen.

von Ingrid Zasche

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