Kino pur – trotz Corona-Krise

"filmzeitkaufbeuren" erhält zweiten Austragungsort in Kempten

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Der Kaufbeurer „Oscar“: Die „filmzeit“-Trophäe „Blasi“.

Kaufbeuren/Kempten – Das kleine, aber feine Allgäuer Filmfestival „filmzeitkaufbeuren“, das 2020 vom 5. Oktober bis 11. Oktober im Stadttheater und im Corona KinoPlex – so Corona will – bereits zum 13. Mal stattfinden soll, ist mittlerweile überregional etabliert. Daher wird es jetzt erweitert.

Organisatorin Birgit Kern-Harasymiw teilte mit, dass die internationalen Filme, die knapp zwei Drittel der eingereichten rund 300 Beiträge ausmachen, erstmals mehr Raum als bisher erhalten:

Die internationalen Filmbeiträge der „filmzeit“ werden in diesem Jahr vom 27. September bis 2. Oktober als „filmzeitallgäu“ in Kempten an den Start gehen. In Kaufbeuren wird anschließend von den Filmeinreichungen aus dem nicht deutschsprachigen Ausland lediglich ein Ausschnitt gezeigt.

Die Stadt Kaufbeuren als größter Förderer hat der Erweiterung zugestimmt, und die offizielle Zusage der Stadt Kempten für eine Unterstützung zur Ausrichtung des internationalen Wettbewerbs liegt vor. Ein Sponsor für die Preisverleihung wird noch gesucht. Kooperationspartner in Kempten sind vorläufig die Familie Dietl-Sing und das Colosseum Center Kino. Gespräche mit anderen Standorten, möglichen Kooperationspartnern oder Sponsoren wurden vertagt.

Zwar laufen die Vorarbeiten möglichst „normal“ weiter, aktuell wird jedoch nur das Nötigste geplant: das Programm, die Entwicklung der diesjährigen Kampagne, das neue Logo für die „filmzeitallgäu“, sowie Kinotrailer für Kaufbeuren und Kempten. Auch die alle zwei Jahre im Stadtmuseum Kaufbeuren stattfindende Buronale befindet sich in Vorbereitung. Alle weiteren Maßnahmen hängen von der Weiterentwicklung der Lage ab. Ein „digitales Festival“ ist momentan keine Option, noch besteht Hoffnung auf eine Rückkehr zum gewohnten Kulturleben bis zum Herbst. Mit alternativen Szenarien muss man sich im Bedarfsfall im Sommer auseinandersetzen.

Drehbuchwettbewerb zu „Demokratie leben!“

Eine weitere Neuigkeit der diesjährigen „filmzeit“ ist der Drehbuchwettbewerb für Allgäuer Filmschaffende. Es wird – ohne Einschränkung auf das Genre – ein historischer, aktueller oder fiktionaler Stoff zum Thema Demokratie in Kaufbeuren gesucht. Teilnahmeberechtigt sind professionelle und semiprofessionelle Filmemacher, Filmstudierende und freischaffende Künstler. Sie müssen entweder gebürtige Allgäuer sein oder im Allgäu leben. An das Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro ist die Bedingung geknüpft, das Drehbuch bis Ende August 2020 zu realisieren. „So dramatisch es ist – vielleicht schreibt jetzt auch die aktuelle Lage mit am Drehbuch über Kaufbeuren im Zeichen der Demokratie“, sagte Birgit Kern-Harasymiw.

Aktion: Hilf Deinem Kino

Filmfestivals brauchen Kinos – und auch diese leiden unter der Corona-Krise. Jetzt wurde von einem Vermarkter für Kinowerbung die Aktion #HilfDeinemKino gestartet. Man muss sich nur unter www.hilfdeinemkino.de täglich ein paar Minuten Kinowerbung anschauen – das kostet nichts als ein wenig Zeit und hat sogar einen gewissen Unterhaltungswert. Für je 1000 Clicks pro Tag erhält der Kinobetreiber 25 Euro. Ein Tropfen auf dem heißen Stein? Vielleicht nicht, wenn täglich genügend Cineasten mitmachen und sich vielleicht auch momentan bei Kino on Demand aktuelle Kinofilme bestellen. Kern-Harasymiw: „Hoffentlich bleiben uns, wenn dieser Spuk vorbei ist, die Plätze erhalten, an denen Kultur stattfindet“.

Ingrid Zasche

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