Alte Tradition: Wenn am ersten Advent das Kaufbeurer Engele kommt

Vorfreude auf Weihnachten

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Strahlende Kinderaugen gibt es, wenn das traditionelle Engele auf dem Kaufbeurer Weihnachtsmarkt erscheint.

Kaufbeuren – Die Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren lässt heuer eine Tradition hochleben: Am Kirchplatz auf dem Weihnachtsmarkt kommt am 3. Dezember um 17.30 Uhr das Kaufbeurer Engele und hat für jedes Kind eine kleine Überraschung dabei.

Jahr für Jahr sorgt es für leuchtende Kinderaugen am ersten Advent: Das Engele. Es schwebt aus dem winterlichen Nachthimmel an die Kaufbeurer Wohnzimmerfenster und bringt kleine Überraschungen für die Kinder mit.

Historische Hintergründe zum Engele sind schwierig zu finden, aber vielleicht auch gar nicht so wichtig. Denn es geht um Vorfreude, um das Zusammensein in der Vorweihnachtszeit. Wenn die Oma am Abend die Kerzen anzündet, die Enkelkinder erwartungsvoll am Fenster sitzen und in den Himmel blicken, die Eltern ein Weihnachtslied anstimmen, dann ist Adventszeit. Und zur Einstimmung auf diese besondere Zeit kommt das Engele.

„Auch ich verbinde mit dem Engele wunderschöne Kindheitserinnerungen – diese möchte ich gerne weitertragen und auch vielen anderen Kindern diesen magischen Moment ermöglichen“, sagt Martina ­Dropmann von der Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren (AK). Zusammen mit ihren Kollegen organisiert sie alljährlich die Engele-Überraschung, die auf dem Weihnachtsmarkt in Kaufbeuren für alle Kinder stattfindet. Seit mehr als zehn Jahren macht das die AK bereits. Die Gemeinschaft von Kaufbeurer Einzelhändlern sorgt dafür, dass diese schöne Tradition nicht in Vergessenheit gerät.

Damit Eltern und Großeltern die Geschichte vom Engele weitergeben können, gibt es in diesem Jahr erstmals eine passende Gute-Nacht-Geschichte.

Die Geschichte vom Engele

Draußen ist es bitterkalt und schon finster. Drinnen wärmt das Feuer des Kachelofens und Kerzenschein erhellt das Wohnzimmer von Oma Lisi. Sie und ihr Enkel Max wissen: Heute ist ein ganz besonderer Abend. Es ist der erste Advent.

Max ist schon den ganzen Tag aufgeregt. „Oma, heute kommt doch das Engele?“, fragt er Oma Lisi. Sie lächelt und nickt. „Genau Max, vielleicht bringt das Engele sogar eine Überraschung für dich mit. Aber zuerst essen wir Abendbrot.“

Nach dem gemeinsamen Abendessen mit Mama, Papa, Oma, Opa und Schwester Anna hält es Max nicht mehr auf seinem Stuhl am Küchentisch aus. Er läuft ins Wohnzimmer und setzt sich erwartungsvoll ans Fenster. Die anderen Familienmitglieder machen es sich ebenfalls bequem. Oma Lisi stimmt „Leise rieselt der Schnee“ an und alle singen mit.

Als der Familienchor die letzte Strophe gesungen hat, hört Max plötzlich ein Glöckchen läuten. „Klingeling“, macht es. Und dann nochmal „klingeling“. Max lauscht – das Läuten kommt von draußen! Oma Lisi öffnet das Fenster und die ganze Familie blickt in den sternenklaren Himmel. Kurz fröstelt es Max, denn von draußen weht kalte Winterluft herein. Doch die Vorfreude überwiegt. Und da schwebt auch schon ein Lichterschein vom Nachthimmel: Das Engele ist da!

Ganz langsam, wie von Engelshand fliegt ein Körbchen vom Himmel in Richtung des Fensters, an dem Max sitzt. Als es fast bei ihm angekommen ist, hilft Oma Lisi, es vorsichtig ins Wohnzimmer zu bugsieren. Sie stellt das Körbchen auf den Tisch und Max' Augen leuchten. Ein Adventskalender, Nüsse, Mandarinen und Süßigkeiten für ihn und seine Schwester sind der Inhalt. „Danke, liebes Engele“, ruft Max vor Freude und macht sich zusammen mit Anna über die Leckereien her. „Aber nicht alle Türchen am Kalender auf einmal öffnen“, sagt Oma Lisi. „Weiß ich doch“, antwortet Max. „Jeden Tag nur eins. Jetzt, wo das Engele da war, fängt der Advent an. Und bald ist Weihnachten.“

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