Alte Zeiten leben auf

Mittelalterliche Musik gehörte zum Markt in Unterthingau dazu. Foto: Bauer

Das Rittertum, besonders aber das gemeinschaftliche Lagerleben habe ihn schon immer fasziniert, erklärt Ritter Frank Jochum aus Reinhardsried. Vor acht Jahren habe er begonnen, seine mittelalterliche Ausrüstung langsam aufzubauen und heute gebe es zu Hause schon Platzprobleme, um die umfangreiche Ausstattung für sein Feldlager unterzubringen. Sein Lager hat er anlässlich des dritten Mittelaltermarktes vor dem Unterthingauer Schloss aufgeschlagen und zecht dort in fröhlicher Runde zusammen mit anderen Reinhardsriedern.

Dass Ritter Frank mit seiner Begeisterung nicht alleine dasteht, zeigt das rege Treiben in unmittelbarer Umgebung. Auch das Wetter spielt mit und beschert den Nostalgiefreunden strahlenden Sonnenschein. Etwa 50 Stände wurden noch bei Regen aufgebaut und schaffen nun eine traumhafte mittelalterliche Atmosphäre. Viele haben sich entsprechend gewandelt, wobei sicher neben authentischen Vorlagen auch viel Phantasie bei der Herstellung der mittelalterlichen Kostüme im Spiel war. Dank des Engagements von Unterthingauer Betrieben und Bürgern ist für das leibliche Wohl im Überfluss gesorgt. Spezereien, selbstgebrautes Bier, und Spezialitäten aus dem südlichen Provinzen des Heiligen Römischen Reiches (Pizza) sorgen für zufriedene Ritter, Edelfrauen, Gaukler, Landsknechte und Marktweiber. Natürlich kommen auch die Kinder auf ihre Kosten. Schwerter, Armbrüste und Rüstungen, aber auch die Möglichkeit beim Waffenschmied oder an der Hobelbank selbst Hand anlegen zu dürfen schafften für den Ritter- und Edelfrauennachwuchs eine bleibende Erinnerung. Den Kleineren hat es das durch Menschenkraft angetriebene „Carussell“ angetan, eine Augenweide, nicht nur für Kinder. Markgräfin Dorothea Niehoff-Nutzel zeigt sich besonders erfreut über das gemeinsame Zupacken der Bürger aus der Marktgemeinde, deren Engagement es zu verdanken sei, so ein Fest auf die Beine zu stellen. Die Schule, der Kindergarten, der Kirchenchor, der Theaterverein, die Landwirte und viele Handwerksbetriebe hätten dank ihres Einsatzes das Ganze erst möglich gemacht, erklärt sie begeistert. Besonders auskunftsfreudig zeigt sich Schultheiß Wolfgang Schramm, nachdem er dem Pranger entronnen war. Etwa 8000 Besucher wurden erwartet, wobei die meisten sicher aus der Marktgemeinde selbst und aus der Region stammten. Erstmals habe der Mittelaltermarkt 2005, anlässlich der 1250-Jahr-Feier stattgefunden. 2008, nach der zweiten Veranstaltung habe man dann beschlossen, die alten Zeiten alle drei Jahre wieder aufleben zu lassen.

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