Altern mit Konzept

Es gibt immer mehr ältere Menschen. Dieser Fakt betrifft auch die kreisfreie Stadt Kaufbeuren. Grund genug, für Vertreter der Stadt und des Seniorenbeirates aktiv auf diesen demografischen Wandel zu reagieren und ein Seniorenpolitisches Gesamtkonzept zu erstellen. Daten des Altenhilfeplans, einem Bedarfsplan, der 2007 überarbeitet wurde, dienen als nützliches Fundament, um dem Konzept Leben einzuhauchen. Ziel des Gesamtkonzeptes ist es, Betroffene sowie Fachexperten aktiv in die Entstehung einzubinden und dem Motto „ambulant vor stationär“ mehr Gewichtung zukommen zu lassen. Zu einer ers- ten Besprechung trafen sich vergangene Woche Experten und Interessierte im Pfarrzentrum St. Peter und Paul.

„Eine rege Beteiligung von allen Betroffenen“, wünscht sich Oberbürgermeister (OB) Stefan Bosse, denn „jetzt müssen die Weichen für die Zukunft“ gestellt werden und dies würde nur gemeinsam gehen. In diesem Zuge verkündigte OB Bosse auch, dass die Stadt Kaufbeuren für das neue Projekt „Aktiv im Alter“ 10000 Euro Projektmittel erhalten habe. Aktiv konnten die Anwesenden gleich werden, dazu lud die „1000-Wünsche-Box“ ein, in die Bürger ihre Wünsche nach dem Motto „Aktiv im Alter“ einwerfen konnten. In der Broschüre „Kommunale Seniorenpolitik“, die das Institut Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA) für das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialforschung, Familie und Frauen erstellt hat, werden rund elf Handlungsfelder vorgeschlagen. Diese behandeln Themen, wie „Wohnen zu Hause“, „Präventive Angebote“, „Bürgerschaftliches Engagement für und von Senioren“, „Unterstützung der Angehörigen“ oder auch „Hospiz und Palliativversorgung“. Gerade das Thema „Wohnen zu Hause“ sei wichtig, da mehr nach dem Motto „ambulant vor stationär“ gehandelt werden müsse. Denn großer Wunsch der Menschen ist es, auch im Alter noch in den eigenen vier Wänden zu leben und das gewohnte Umfeld nicht zu verlassen, erläuterte Sabine Wenng, AfA München, in ihrem Vortrag. Sie forderte die Anwesenden auf, den Handlungsfeldern Leben einzuhauchen, „denn dann ist es auch ihr Konzept“. In Angriff genommen wurde bereits das Thema „Wohnen zu Hause“ von dem Seniorenbeirat und Vertretern der Stadt, da „dieses Thema die Senioren am meisten beschäftigen wird“, ist sich Karl-Heinz Wenzel vom Seniorenbeirat sicher. Ein erster Entwurf sei fertig, doch dieser müsse noch um weitere Ideen und Verbesserungen ergänzt werden. Nicht als fertiges Werk solle das Seniorenpolitische Gesamtkonzept vorgestellt werden, da dann „die Gefahr besteht, dass das Werk veraltet“, unterstreicht Wenzel, der ebenfalls betont, dass bei jedem Punkt Fachleute und Bürger angesprochen werden sollen. Aber auch selbst müsse man aktiv werden und sich beim Seniorenbüro der Stadt beispielsweise melden, um sich bei verschiedenen Punkten einzubringen. Wichtig für das Seniorenpolitische Gesamtkonzept sei auch die Einbindung von BürgerInnen mit Migrationshintergrund. In anderen Städten würde es beispielsweise mehrsprachige Helfer geben, berichtete Wenng. Während in früheren Jahren die Planungen sich rein auf die Themen Hilfe- und Unterstützungsbedarf beschränkt haben, sollen nun „Potentiale und Ressourcen“ miteingebunden werden, verdeutlichte Peter Kloos, Leiter der Abteilung Arbeit und Soziales bei der Stadt Kaufbeuren. Dies bedeutet, dass „individuell auf die Bedürfnisse der älteren Menschen eingegangen werden soll“, führt Kloos aus, sowie sollen die örtlichen Begebenheiten und Besonderheiten in das Konzept miteingebunden werden.

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