Den heutigen Standards entsprechen

Amtsgericht Kaufbeuren wird für rund 15,5 Millionen Euro saniert und erweitert

+
Baulich entsprechen die denkmalgeschützten Gebäude, in denen das Amtsgericht untergebracht ist, nicht mehr den Sicherheitsstandards. Ab dem kommenden Winter entsteht in mehrjähriger Bauzeit ein modernes Gerichtsgebäude.

Kaufbeuren – Erfreut zeigte sich der örtliche Stimmkreisabgeordnete Franz Josef Pschierer (CSU) über die Entscheidung des Haushaltsausschusses im Bayerischen Landtag, die Gesamtkosten für die Erweiterung und grundlegende Instandsetzung des Dienstgebäudes des Amtsgerichts Kaufbeuren zu bewilligen und den entsprechenden Planungstitel in einen Bautitel umzuwandeln. Rund 15,5 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten. Voraussichtlich Ende 2019/Anfang 2020 soll damit begonnen werden; nach dem derzeitigen Terminplan sollen die Bauarbeiten im Herbst 2023 abgeschlossen werden.

„Mit dem Beschluss wurden die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um diese notwendige und wichtige Baumaßnahme endlich in Angriff zu nehmen. Durch die Erweiterung und Sanierung des Amtsgerichts erhält Kaufbeuren ein modernes Gerichtsgebäude, das den heutigen Sicherheitsstandards für solche Einrichtungen entspricht“, so Pschierer.

Das Amtsgericht Kaufbeuren ist in zwei denkmalgeschützten Gebäuden aus den Jahren 1805 und 1890 in der Kaufbeurer Innenstadt untergebracht. Die Liegenschaft in der Ganghoferstraße 9 und 11 entspricht nicht mehr dem heutigen Standard für die Sicherheit in Justizgebäuden, so Pschierer. Eine Trennung des Sitzungssaalbereiches vom Bürobereich sei nicht durchführbar. Eine wirksame Zutrittskontrolle zum Amtsgericht könne auch mit erheblichem finanziellem Aufwand in der derzeitigen Situation nicht geschaffen werden. Zudem bestehe ein zusätzlicher Flächenbedarf von rund 720 Quadratmetern zuzüglich erforderlicher Nebenflächen.

Die beiden Dienstgebäude des Amtsgerichts sollen laut Pschierer daher grundlegend instandgesetzt und mit einem Zwischenbau mit einer Nutzfläche von 790 Quadratmetern erweitert werden. Im neuen Erweiterungsbau werden der Kontrollbereich, der Bürgerservice sowie fünf Gerichtssäle mit Nebenräumen situiert. Für die Maßnahme ist es laut Pschierer erforderlich, den bestehenden Verbindungsgang aus den 1980er Jahren sowie einen Anbau aus den 1960er Jahren rückzubauen.

Die Gerichtssäle des Amtsgerichts liegen bislang nicht zentral, sondern sind in den Bestandsgebäuden auf verschiedenen Etagen untergebracht. Aus Sicherheitsgründen sollen daher zukünftig die fünf Sitzungssäle mit Kontrollbereich sowie der gesamte öffentlich zugängliche Bereich im neuen Zwischenbau zentral untergebracht werden. Auch die Registraturflächen sind zwischenzeitlich deutlich zu klein und ebenfalls in beiden Gebäuden auf verschiedenen Geschossebenen verteilt. Im Neubau ist daher ein neues Zentralarchiv mit einer Rollregistratur vorgesehen. Die im Bestand verfügbaren Flächen werden dann als Büros genutzt.

Der nichtöffentliche Bereich mit Videovernehmung und Haftzelle wird im Untergeschoss platziert, teilte Regierungsdirektor Dr. Wolfgang Hagen vom Bayerischen Justizministerium mit. Die Zuführung von Gefangenen soll künftig direkt vom Parkplatz über den Nebeneingang erfolgen. Dieser wird zusätzlich als direkter barrierefreier Zugang vom Stellplatz aus dienen. In den beiden Bestandsgebäuden wird der Großteil der Fenster ausgetauscht. Die Dacheindeckung und die Fassadenfassung werden erneuert. Im Inneren sind räumliche Optimierungen vorgesehen. Darüber hinaus werden die haustechnischen Anlagen (Elektro und Heizungsinstallationen) erneuert und der Brandschutz nach aktuellen Bestimmungen ertüchtigt.

Teile des Amtsgerichts Kaufbeu­ren werden für die Dauer der Bauzeit in ein vom Landkreis Ostallgäu angemietetes Gebäude, das früher unter anderem von der Landwirtschafts- und Technikerschule Kaufbeuren genutzt wurde, ausgelagert.

Auch interessant

Meistgelesen

Über 1800 Kinder nehmen am bunten Festumzug teil
Über 1800 Kinder nehmen am bunten Festumzug teil
Tänzelfest im Eisstadion eröffnet
Tänzelfest im Eisstadion eröffnet
Formel 1-Feeling in Kaufbeuren
Formel 1-Feeling in Kaufbeuren
Ostallgäuer Grüne setzen auf Kontinuität und neue Impulse
Ostallgäuer Grüne setzen auf Kontinuität und neue Impulse

Kommentare