Verleihung des 11. filmzeit-„Oscars“ im Stadttheater Kaufbeuren

...and the „Blasi“ goes to...

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Die Juroren Eva Steegmayer und Thilo Wydra, Winfried Nusser von der Stadtsparkasse und ein Vertreter von VWEW, Birgit Kern-Harasymiw, Jana Papa, Kiana Naghshineh, die Juroren Sissy Höfferer und Axel Ranisch sowie Sophie Linnenbaum.

Kaufbeuren – Die 11. Kaufbeurer filmzeit ging vergangene Woche zu Ende. Am Samstagabend fand im Stadttheater die Prämierung der drei besten Kurzfilme statt. Acht aus rund 400 eingereichten und 28 im Hauptwettbewerb gezeigten Filmen waren in die engere Auswahl gekommen und wurden im Stadttheater noch einmal präsentiert.

Nach einem Grußwort von OB Stefan Bosse übergab Birgit Kern-Harasymiw den vier Jury-Mitgliedern – Eva Steegmayer von der Filmakademie Baden-Württemberg und im Vorstand der Kurzfilm AG, Schauspielerin Sissy Höfferer, Schauspieler, Regisseur und Autor Axel Ranisch sowie dem früheren Korrespondenten der Filmfestspiele in Cannes, Autor und Publizist Thilo Wydra – das Wort. Die vier hatten sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht und waren erst im letzten Augenblick zu einer Einigung gekommen. Schließlich aber bestand sogar mit dem Publikum Einigkeit, und dem Film „Mascarpone“ wurde nicht nur der mit 1.500 Euro dotierte, von der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren gestiftete Jurypreis nebst „Blasi“ (der filmzeit-„Oscar“), sondern auch der Publikumspreis mit 500 Euro zugesprochen.

Der augenzwinkernde Gangsterfilm „Mascarpone“ aus der fiktiven „Card-City“ ist laut Kamerafrau Jana Papa, die stellvertretend fürs Team die Preise entgegennahm, „eine Mischung aus Real-, Animations- und Visual-Effects-Film“. Die Oldtimer-Autos und die Kulissen bestehen ganz und gar aus Karton und ähneln dem New York der 30er Jahre, die Schauspieler sind echt. Drei Jahre hat das Team von der Filmuniversität Babelsberg unter der Regie von Jonas Riemer an dem 14-minütigen Film gearbeitet, und herausgekommen ist nach Meinung der Jury „ein kleines Meisterwerk voller filmhistorischer Referenzen und von einem bemerkenswerten Einfallsreichtum“.

Den mit 1000 Euro dotierten, von der VWEW gestifteten Innovationspreis erhielt der Film „Augenblicke“ von Kiana Naghshineh (Regie). Sie beschäftigt sich in dem gezeichneten, laut Jury „kraftvollen und dynamischen Film von hoher Aktualität, emotional und bedrohlich zugleich“ mit dem Thema Vergewaltigung. Sophie Linnenbaums Film „PIX“, der ein ganzes Leben „von der Wiege bis zur Bahre“ witzig und frech in Schnappschüssen festhält, wurde von der Jury mit einer „lobenden Erwähnung“ hervorgehoben.

Der „Blasi“ ist eine von Roman Harasymiw für die filmzeit gestaltete, mit Goldfolie überzogene schwere Zinntrophäe, die sehr an einen bekannten, freundlich blickenden Schokoladen-Osterhasen erinnert.

Am Sonntag wurden auch die übrigen Preisträger bekannt gegeben: Der Preis für die Filmzeit international ging an den Film „Hands free“ von Matt Bowron und John Addis, der einen Hang zum Understatement und Absurden und viel schwarzen, schrägen britischen Humor aufweist. Als bester Dokumentarfilm wurde „Falcong“ von Lara Celenza über die Falknerei in den Abbruzzen ausgezeichnet. Den Publikumspreis in der kinderfilmzeit sprachen acht- bis zwölfjährige Zuschauer dem Film „Kolman und der Pinguin“ von Rolf Höhne zu, worin Kolman, ein streunender Stadtkater, zwischen Mülltonnen einen kleinen Pinguin findet und mit ihm ein großes Abenteuer erlebt.

Der „Blasi“ ist eine von Roman Harasymiw für die filmzeit gestaltete, mit Goldfolie überzogene schwere Zinntrophäe. In Anlehnung an den heiligen Blasius heißt sie „Blasi“ und spannt in der Darstellung, die sehr an einen bekannten, freundlich blickenden Schokoladen-Osterhasen erinnert, einen humorvollen Bogen zu den großen Filmfestivals dieser Welt, beispielsweise zum Löwen in Venedig und zum Bären in Berlin.

Etwas weniger Besucher als die 2200 im vergangenen Jahr, dafür ein größeres Rahmenprogramm, das ist für Birgit Kern-Harasymiw die Bilanz der 11. Kaufbeurer Filmzeit, dem Allgäuer Autorenfilmfestival. Eines steht jedenfalls fest: „Auch 2019 wird es die Filmzeit geben“, sagt sie.

von Ingrid Zasche

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