Verleihung des Kaufbeurer Jugendkulturpreises an Felix, Fabian und Sophia Jüngling

Musikalisches Geschwister-Trio

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Mit sichtlicher Freude verliest OB Stefan Bosse den Text der Verleihungsurkunde für Felix (links), Sophia und Fabian Jüngling.

Kaufbeuren – Sie spielen meisterhaft die anspruchsvollste klassische Musik und es macht ihnen auch noch unübersehbar „höllisch Spaß”, wie es Anne Sophie Mutter einmal ausgedrückt hat.

Die Rede ist von den Geschwistern Felix (16), Fabian (14) und Sophia (11) Jüngling, die seit Jahren öffentliche Anlässe oder Benefizveranstaltungen musikalisch umrahmen und Kaufbeuren über die Stadtgrenzen hinaus als sympathische Botschafter vertreten. Ihnen hatte der Stadtrat im März den Jugendkulturpreis zugesprochen (wir berichteten). 

In einer Feierstunde, die am vergangenen Donnerstag im historischen Rathaussaal stattfand, erhielten die Geschwister nun im Beisein lokaler Prominenz aus Politik, Kultur und Wirtschaft sowie einer Reihe früherer Kulturpreisträger den mit 500 Euro dotierten Preis von Oberbürgermeister Stefan Bosse offiziell überreicht. 

Mit ausschlaggebend für die Vergabe des Jugendkulturpreises sei neben der ausgezeichneten Qualität, mit der die drei Geschwister gemeinsam musizieren, vor allem auch die geradezu ansteckende Freude an der Musik gewesen, die die drei jungen Talente bei jedem Auftritt ausstrahlen. „Schon allein dieser Spaßfaktor wäre den Kulturpreis wert”, so das Stadtoberhaupt. Als Laudatorin trat Monika Well-Hösl auf, Mitglied der musikalischen Kabarettgruppe „Well- küren”, die OB Bosse, wie er sagte, als Fan auch schon mehrfach erleben durfte, beziehungsweise beim Derblecken „erleiden” musste. 

Monika Well-Hösl, jüngstes von 15 Kindern, hat ebenfalls immer mit ihren Geschwistern Musik gemacht. Das gemeinsame Musizieren sei das einzige Mittel gewesen, um so viele Geschwister unterschiedlichen Alters zusammenzubringen. Dabei hätten sie intuitiv gelernt, sich ein- und unterzuordnen, zu harmonieren, aber auch sich durchzusetzen. Musik sei ihr Unterhaltungs-, Erziehungs- und Sozialisierungs-Instrument gewesen. 

Als Kinder hätten sie aber natürlich noch keine Ahnung gehabt, welchen unglaublichen Reichtum sie durch das geschwisterliche „Zwangsmusizieren“ von den Eltern mit auf den Weg bekommen hatten. Das gelte auch für die Preisträger des Abends. „Ihr könnt’s jetzt schon was, was der David Garrett und die Julia Fischer nie können werden,” so die Laudatorin, und weiter: „Mit euren Geschwistern gemeinsam Musik machen. Wegen der Musik und der Gaudi dabei. Das spürt jedes Publikum sofort und es wird am Ende honoriert.” 

Honoriert wurde das Jüngling Trio schon einige Male mit vorderen Plätzen bei Festivals und Wettbewerben. 2013 erzielten Felix und Fabian Jüngling beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert” einen ersten Preis in der Kategorie Violine Solo mit Klavierbegleitung. Sophia war zwar für den Bundeswettbewerb noch zu jung, erzielte jedoch mit ihrer Violine mehrere erste Preise bei den Landeswettbewerben. 

Ihren Kindern mit gutem Beispiel vorangegangen ist Beate Jüngling, die Mutter der drei, die mit dem Blockflötenquartett der Sing- und Musikschule 1984 den ersten Jugendpreis erhalten hatte. Der Jugendkulturpreis ist eine der sechs Kategorien, in welchen der 1979 von der Stadt Kaufbeuren gestiftete Kunst- und Kulturpreis vergeben werden kann: Musik, Literatur, Bildende Kunst und Heimatpflege, Darstellende Kunst, übergreifende Kulturpflege sowie besagter Jugendpreis. Nach der Überreichung der Urkunde spielten sich die Geschwister in einem letzten Musikstück buchstäblich den Ball zu – und zwar nicht nur im musikalisch übertragenen Sinn, sondern zusätzlich mit einem echten Ball. 

Sie wurden für ihre virtuose und gleichzeitig spielerische Darbietung mit fast ekstatischem Beifall belohnt. Das Publikum war sich beim exquisiten, im stimmungsvollen Trauzimmer aufgebauten Buffet einig: Niemand hat den Jugendkulturpreis mehr verdient als das „Trio musical” der Geschwister Jüngling. von Ingrid Zasche

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